von CARL CHRISTIAN JANCKE

Sieben Jahre tobt der syrische Bürgerkrieg. Dass die Welt unteilbar geworden ist, zeigen uns die vielen Flüchtlinge, die es bis zu uns geschafft haben. Und aus dem Bürgerkrieg ist längst ein internationaler Konflikt geworden, der sich leicht zu einer kriegerischen Auseinandersetzung ausgewachsen ist, in der eine unübersehbare Anzahl an Parteien ihr Süppchen kochen. Das erinnert mich an einen Spruch von Bertolt Brecht,  den einst die Friedensbewegung in ihrer Inkonsequenz missbrauchte. “Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Sie unterschlug den zweiten Teil des Satzes: “Dann kommt der Krieg zu Dir”. So geschah es in Syrien. Und die Auswirkungen dieses Krieges sind hier. Read the rest of this entry »

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Quelle: Archie W. Bechlenberg

Von CARL CHRISTIAN JANCKE

Das Wahlplakat einer muslimischen FDP-Kandidatin, die einen Hidjab trägt, stellt automatisch die Frage, ob das mit den Werten und dem Programm einer liberalen Partei kompatibel ist. Ich glaube nicht, den der Islam ist nicht nur eine Religion sondern eine politische Ideologie, die in Konkurrenz zum Konzept des Liberalismus steht. Eine sachliche Auseinandersetzung würde in den Medien vielleicht den pawlowschen Reflex zurückdrängen, Kritikern der Frau zu unterstellen, sie seien Rassisten und würden Hassmails verschicken.  Read the rest of this entry »


Schröder Tagesspiegel

Christian Schröder hatte im Tagesspiegel behauptet, Merkels Grenzöffnung sei rechtmäßig. Das bestätige der Generalbundesanwalt und der europäische Gerichtshof. Die Behauptung der “gemeinsamen Erklärung” um Vera Lengsfeld, die Flüchtlingspolitik Angela Merkel sei nicht nur rückwärtsgewandt sondern falsch. Leserbriefschreiber begegnet er mit oben eingestelltem Serienbrief.  Seine Interpretation deutschen Rechts ist allenfalls trivial und grenzt an Rechtsbeugung. Lesen Sie meine Antwort: Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Die NZZ ist wohl die beste deutschsprachige Zeitung. Sie ist langsam zum Korrektiv der selbstzensierenden deutschen Medienlndschaft geworden. Grund genug, sich auf das gestrige NZZ-Podium im ehemaligen Staatsratsgebäude zu freuen. Doch die Diskussion scheiterte wohl an ihrem ambitioniertem Thema und den zu wenig originellen Gästen: “Blaupause Schweiz” war eine gute Idee, wenn man die Schweiz mit der Bundesrepublik verglichen hätte und nicht gleich mit Europa. So waren Kubicki und co. geneigt, das Publikum mit Althergebrachtem zu langweilen.  Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Geschichtsbewusste Menschen sollten sich daran erinnern, dass einst Österreich das erste Land war, das – vermeintlich freiwillig – an das Dritte Reich angeschlossen wurden. Mit der daraus resultierenden Zurückhaltung ist nun Schluss. Unter den Besserwissern, die die Pressefreiheit und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufgrund eines Tweets des (FPÖ-)Vizekanzlers ist das Who is Who des deutschen öffentlich-rechtlichen Journalisten vertreten. In ihrem offenen Brief an den Österreichischen Bundeskanzler schenken sie den populistischen Ungarn und Polen gleich auch noch einen ein und extrapolieren sich als die wahre moralische Instanz Europas. Das ist die wahre Grundversorgung. Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Man kann alles vergleichen. Auch Äpfel mit Birnen. Ein Vergleich macht nur Sinn, wenn man nicht gleiche Dinge, Sachverhalte, Ereignisse oder Menschen in Relation setzt, um die Unterschiede und Differenzen deutlich zu machen. Aber ein Vergleich ist etwas anderes als eine Gleichsetzung. Äpfel und Birnen sind nicht gleich. Read the rest of this entry »

Während die Politik meint, in jeden unserer Lebensbereiche mütterlich einzugreifen, hat der Staat die Macht verloren, innen und außen. Das gilt für Polizei und Militär und ist der wahre Grund für das Mißtrauen der Gesellschaft gegenüber einem Establishment, das bei den ureigensten Aufgaben versagt.  Read the rest of this entry »

Wer in diesen Tagen den Vorsprung der AfD in einer Umfrage vor der SPD hoch jubelt, besorgt das Geschäft des SPD-Parteivorstands: Verängstigte Mitglieder scheuen die Neuwahl und stimmen für die GroKo. Dabei hat dieses Ergebnis so gut wie keine Aussagekraft.  Read the rest of this entry »

Dennisz Yüksel ist frei und landauf, landab wird verkündet, wir hätten dafür keinen Preis bezahlt. Die Phantasie deutscher Kommentatoren reicht immerhin dafür aus, das in Frage zu stellen. Obwohl die Türkei es gar nicht nötig hat, auf diesem Nebenkriegsschauplatz Spielchen zu spielen. Als die Kanzlerin 2016 in Ankara zu Kreuze kriechen musste, hat sie unsere Souveränität schon verkauft. Seitdem halten die Türken Flüchtlinge zurück, die sich sonst auf die berüchtigte Balkan-Route gemacht hätten. Und das wären Hunderttausende.  Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Eigentlich wollte ich selbst dort sein, vielleicht mehr als Beobachter denn als Demonstrant. Wegen einer schweren Erkältung bin ich lieber zuhause geblieben. Nach meinem Eindruck war die ganze Aktion unter´m Strich ein Erfolg. Schließlich wurde Rom auch nicht an einem Tag erbaut. Zum einzelnen: Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Vor einem Jahr, als Küstenbarbie Manu Schwesig (eine Beleidigung für alle schönen Frauen von Ost- und Nordsee) noch dachte, sie bliebe Familienministerin, eiste sie einen Etat von 105 Mio. Euro los: Für den Kampf gegen “Rechts”, um ihre Klientel zu bedienen und im Vorfeld des Wahlkampfs 2017 ihre Politik populär zu machen. Einer der Profiteure ist ein gewisser Professor mit drei ff (einem vor zwei nach  dem ei),  der sicher einen ordentlichen Batzen für ein Gefälligkeitsgutachten über die Kriminalitätsentwicklung von Flüchtlingen aller Art in Niedersachsen abstaubte. Welchen Aufwand Pfeiffer darauf verwandte, seine Hypothese zu bestätigen, kann man daran ermessen, dass er ein ganzes Jahr brauchen würde, um die paar Zahlen und Fälle zu analysieren.

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von CARL CHRISTIAN JANCKE

Dass Angela Merkel die Opfer des Terrors ignoriert hat, war kein Versehen sondern Strategie. Deshalb mussten sie namenlos bleiben. Wo kein Opfer, da kein Terror. Und  die, die hier schon länger leben, fühlen sich weniger gefährdet. Der Anschlag mit einem Laster auf einen Weihnachtsmarkt verkommt zum bedauerlichen Betriebsunfall der Vorweihnachtszeit. Strategisch nennt man das im Merkel-Sprech “asymmetrische Demolibisierung”. Hat funktioniert. Der GROKO ist es gelungen, Unsicherheit, Terror und Flüchtlinge totzuschweigen und so eine offene Debatte zu verhindern. Sie wurde dabei sekundiert von einer über politisch korrekten Medienlandschaft, die sich nur in einem übt, nämlich nur dann unbequeme Fragen zu stellen, wenn sie dem Mainstream nicht widersprechen. Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Gestern noch in der sauerländischen Dönerbude, heute schon auf Maischbergers Showbühne. Ein tätlicher Angriff eines Betrunkenen, dem die Wasserwerke eben dieses abgestellt haben auf deren Vorstandsvorsitzenden, wird zum flüchtlingsfeindlichen Attentat hochgehypt, weil der Mann zufälligerweise im Suff auch noch was von “Flüchtlingen” gefaselt hatte. Endlich! Sonst hätte der Zwischenfall es sicherlich allenfalls in die “Vermischtes”-Ecke der Kreiszeitung stattgefunden. So schafft es der Bürgermeister nicht nur als Protagonist in die Talk-Show sondern auch als Mahner in die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Und die geschäftsführende Bundeskanzlerin, die ihrem Parteifreund unlängst einen Integrationspreis verliehen hat, nutzt die Chance, sich in Funk und Fernsehen “entsetzt” zu zeigen. Read the rest of this entry »

 

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Es gibt Satire. Und es gibt Geschmackslosigkeiten. Wenn Böhmernmanns vermeintlich innovative “Late Night” Sendung Christian Lindner an den Selbstmord von Jürgen Möllemann erinnert, fällt das nicht mehr unter die Freiheit der Kunst.  Das Maß ist voll.  Read the rest of this entry »

von CARL CHRISTIAN JANCKE

Nachdem meine Bemerkungen zur allgemeinen Situation nach dem zu erwartenden Scheitern von “Jamaika” auf allgemeines Interesse bei Facebook stieß, obwohl in den Kommentarspalten versteckt, hier noch mal mein leicht ergänztes Statement nach dem Motto: Es sage keiner, er habe es nicht gewusst.

 

1.

Das Grundgesetz heißt nicht umsonst nicht Verfassung. Es sollte ein Provisorium staatlicher Ordnung bis zur 1949 unmittelbar erwarteten Wiedervereinigung dienen und dann durch eine gesamtdeutsche Verfassung ersetzt werden. Doch es stellte sich bald heraus, dass eine Wiedervereinigung nur dann möglich wäre, wenn individuelle Freiheit und marktwirtschaftliche Ordnung geopfert worden wären und Gesamtdeutschland sich der Willkür Stalins unterworfen hätten. Das Provisorium Grundgesetz wurde unglücklicherweise manifest und nicht mal bei der Wiedervereinigung ersetzt oder wenigstens grundlegend überarbeitet. Es war ein Reaktiv auf die offensichtlichen Mängel der Weimarer Republik und als Provisorium so auch in Ordnung.

 

2.

Eine Neuerung war der gewollte besondere Schutz der politischen Parteien. “Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit.” Daraus wurde ein faktisches Monopol. In der analogen Republik gab es keine Chance, außerhalb der politischen Parteien Meinungen durchzusetzen und artikulieren. Und es bildete sich ein Oligopol heraus. Die erst 1953 eingeführte Fünf-Prozent-Hürde, der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die in den achtziger Jahren eingeführte Parteienfinanzierung entpuppten sich als scharfe Marktzugangsbeschränkung, die eine Parteigründung nahezu unmöglich machten. Erst die aus der Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung hervorgegangenen “Grünen schafften es 1979 erstmals seit dreißig Jahren, das Oligopol dauerhaft zu durchbrechen. Die Parteienfinanzierung, bei der jede Stimme vom Staat mit einem Fixbetrag alimentiert wird (neben der Finanzierung der Stiftungen), wurde erst nach der Grünen-Gründung eingeführt. Die SED/PDS/Linke ist eine Ausnahme: Sie verfügte über hohe finanziellen Ressourcen, die sie zu schützen suchte: Unter Führung von Gregor Gysi und Lothar Bisky wurde Anfang der Neunziger ein Hungerstreik inszeniert, um die Aufklärung des Verbleibs des SED-Parteivermögens zu verschleiern.

 

Das digitale Zeitalter und die sozialen Netze haben die politische Kommunikation verändert. Bis dahin handelte es sich um eine Symbiose insbesondere der öffentlich-rechtlichen Journalisten aber auch aus den Zeitungen und der Politik. Das Problem, keiner weiß, wer ist der Wirt und wer der Parasit.

 

Durch das Entstehen von Blogs und insbesondere die sozialen Netzwerke haben die Medien ihre Funktion als Gatekeeper und die Politik ihren monopolisierten Distributionskanal verloren. Das zeigt sich insbesondere in der versuchten Ächtung der AfD und der Tatsache, dass die letztlich bereits 2013 fast das Oligopol durchbrochen hat.

 

Als erste Partei hat die SPD ihre Relevanz durch das fortgesetzte Appeasement gegenüber den “Grünen” verloren. Sie war einst angetreten, um die Emanzipation der Arbeiterklasse zu vollziehen. Mission accomplished. An ihr ist das Eu de Toilette des Fortschritts verflogen und sie orientiert sich an den wenigen Verlierern der Gesellschaft und vernachlässigt ihre traditionelle Klientel. Das einzige was an der Republik sozial ungerecht ist, ist, dass den kleinen und mittleren Einkommen 40 Prozent weggesteuert werden. Durch die Sozialversicherung. Arm sind diese Leute trotzdem meist nicht.

 

Seit der Pizza-Connection junger CDU-Abgeordneter und ihrer Pendants der Grünen im Bonn der Achtziger Jahre ist eine schwarz-grüne Koalition der feuchte Traum in den Redaktionsstuben, weil so die CDU mit der konservativen Ideologie der Ökologie versöhnt wurde, die im Kern die biologische Evolution leugnet, weil alle vermeintlich negativen Änderungen von Umwelt und Klima dem kapitalistischen Feindbild in die Schuhe geschoben werden.

 

Jamaica hätte die letzte halbwegs bürgerliche Partei mit einem liberalen Flügel, die FDP. assimiliert. Das brachte den Medienmainstream fast schon in orgastische Stimmung. Der letzte Teil des wählbaren marktwirtschaftlichen politischen Bürgertums wäre atomisiert.

 

Die mangelnde Wirksamkeit der Symbiose aus Politik und Medienmainstream offenbart sich im fortgesetzten AfD-Bashing, dass der Protestpartei die Wähler scharenweise in die Arme trieb. Ihre Existenz ist über die neuen Kommunikationsformen der sozialen Medien nicht denkbar, die die Kosten der politischen Kommunikation deFacto marginalisiert haben. Beide agieren mit der Scheuklappe der Angst und üben sich statt der sachlichen Auseinandersetzung mit der platten Kombination aus Diffamierung und Ignoranz.

 

So kurz vor dem totalen Sieg zerschellt der Marsch der mittlerweile meist 70jährigen 68iger durch die Institutionen im grün-ökologischen-lackierten trojanischen Pferd an Christian Lindner, der sich weigert, aufzusteigen. Chapeau. Pikanterweise haben das die ehemals fortschrittsgläubigen Sozen mit ihrer Weigerung, an einer Regierung teilzunehmen befördert, ohne zu wissen, was sie tun.

 

9.

Der Bundespräsident ist der falsche Mann zur falschen Zeit am falschen Ort. Er ist ein Repräsentant der repräsentativen Demoskopie, die längst die Politik stärker bestimmt wie die alle vier Jahre ausgezählten Wählerstimmen, die die Politik nicht bestimmen aber die Politiker und Parteien scheinbar legitimieren. Der Appartschik hat keinen Tag seines Lebens in der freien Wirtschaft verbracht. Der Bürger macht längst mit der Faust in der Tasche sein Kreuz, weil er den Staat und seine Repräsentanten längst nur noch als ein solches begreift.

 

Steinmeiers und mittlerweile auch Schäubles Worte, die Parteien zu einer Bildung einer Regierung zu zwingen, sind nur ein Indiz für die Tatsache, dass das ganze politische System längst aus der Zeit gefallen ist. Die Volksvertreter sind wie die Handlungsreisen, ihren Geldgebern und nicht dem Volk verpflichtet.

 

10.

Nachdem die Digitalisierung der Wirtschaft und der Gesellschaft längst stattgefunden haben, will die Politik Modernität beweisen, in dem sie meint besser zu wissen, was für die Digitalisierten gut ist als diese selbst. Dabei war das für sie vor vier Jahren noch Neuland. Und heute verstehen sie vordringlich darunter die Versenkung von Steuermilliarden mit Glasfaser, statt die Wahl der richtigen Technologie dem Wettbewerb zu überlassen. Von Blockchain und Bitcoin ist derweil keine Rede. Mit wachsendem Unverständnis der sozialen Netzwerke versucht man diese mit dem Mittel des 19. Jahrhunderts wieder unter Kontrolle zu bringen: Mit Zensur, die man ganz neoliberal privatisiert und digitalisiert.

 

Die repräsentative Demoskopie bäumt sich derweil auf . Nach dem Jamaica-Scheitern ist man schnell mit Balken-Diagrammen zur Hand, die just das vermeintliche Ergebnis präsentieren, das die Jamaica-Geilen sich wünschen werden. Schuld am Scheitern sind nicht die 327 Dissens-Punkte in den Jamaica-Papers, sondern die FDP und Christian Lindner.  Dass der sich wohl schon im Vorfeld kommunikativ mit den richtigen Instrumente für den Fall des Scheiterns versorgte, wird zur Dolchstoßlegende umformuliert, der Mann habe nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Selbst wenn.

 

Die Digitalisierung der Gesellschaft hat längst stattgefunden. Es ist Zeit für die Digitale Demokratie, in der die Meinung der Bürger und nicht der Demoskopen zählt.

 

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