von CARL CHRISTIAN JANCKE

Ein deutscher Nationalspieler, der sich nicht mit Ruhm bekleckert hat, tritt nach der erfolglosen WM zurück. So what. Er wurde dafür kritisiert, dass er sich mit seinem Kollegen Gündugan mit dem türkischen Präsidenten Erdogan fotografieren liess. Eine unnötige politische Instinktlosigkeit, vor dem  ihn seine Berater hätten schützen müssen. Wie man hört, hat er als Investor auch wirtschaftliche Interessen in der Türkei. Bei allem Verständnis für die öffentliche Aufmerksamkeit, die die Causa Özil verdient, sie ist ein Beispiel für die besinnungslose Erregungsdemokratie, die in diesem Lande herrscht. 

  1. Der Iranische Präsident hat den USA mit der “Mutter aller Schlachten” gedroht. Die Helfere der “Weißhelme” müssen von Israel aus Syrien gerettet werden, in den die iranischen Milizen immer weiter einsickern. Rund um Gaza herrscht Krieg. In  Toronto erschießt ein Amokläufer mindestens einen Menschen und verletzt 13,  gerade hat ein “Deutsch-Iraner” in Lübeck in einem Bus ohne “terroristischen Hintergrund” um sich gestochen. Doch die Schlagzeilen beherrscht ein Fußballspieler, der sich seiner türkischen Wurzeln durch ein Treffen mit Erdogan bekennt und im Anschluß darüber beschwert, dass andere auf die Thematisierung reagíeren.  Die deutschen Medien agieren ohne Maß und besinnungslos.  Die Meldung gehört in den Sportblock.
  2. Auch die Politik kocht ihr Süppchen auf der Angelegenheit. Die Justizministerin, die ich irrtümlich für eine kluge Frau hielt, springt auf den Erregungszug auf und spricht von Rassimus Auch Frau Chebli fühlt sich nicht zugehörig, obwohl sie nicht vom Grillen kommt. Schon dass die Bundeskanzlerin sich überhaupt zu der Causa äußert.  verleiht der Angelegenheit eine überzogene Bedeutung.
  3. Niemand in diesem Land ist rassistisch, wenn er kritisiert, dass der türkisch-stämmige Gelsenkirchener sich mit einem Mann ablichten lässt, der einen türkisch-stämmigen deutschen Journalisten grundlos für ein Jahr eingesperrt hat und dies im übrigen mit 1000en anderen, die nicht das Glück konsularischer Betreuung der deutschen Botschaft  genießt. Özils Foto mit dem Potentaten ist ein Ausdruck von Respektlosigkeit gegenüber diesen türkischen Staatsbürger.
  4. Wer sich mit einem solchen Menschenrechtsverachter öffentlich ablichten lässt, handelt nicht aus Respekt vor dem Amt sondern mißachtet die Menschenrechte türkischer Bürger. Mit den Werten der freiheitlichen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ist das nicht zu vereinbaren. So jemand darf Deutschland nicht repräsentieren. Auch nicht als Fußballspieler.
  5. Der DFB hätte Özil deshalb hochkant aus der Nationalmannschaft schmeißen müssen,  weil es sich bei der Angelegenheit nichtum eine Privatangelegenheit handelt. Ein Nationalspieler ist ein Repräsentant seines Landes, wenn er sich in der Öffentlichkeit bewegt.
  6. Dass der DFB nicht drastisch durchgegriffen hat, ist ein Symptom für das Organversagen von Löw und co.. Die Mannschaft waren eben keine 11 Freunde sondern eine Ansammlung von Individualisten mit einer gemeinsamen Neigung zum Geldverdienen duch möglichst wenig Körperbewegung. Sie ließ jeden Xorpsgeist vermissen und das Trainerteam hat sie auch nicht auf eine Gemeinsamkeit eingeschworen.

Wäre Özil kein Moslem, müsste man ihn eine beleidigte Leberwurst nennen. Aber das würde in der derzeitigen Diskussion ja gleich wegen des Schweinefleischanteils  als Islamophobie ausgelegt. Dass er Wasser auf die Mühlen der Linken schüttet,  die ihm zuverlässig in seinem absurden Rassismusvorwurf Schützenhilfe leisten, ist absurd.

 

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