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In der Münchner Reithalle herrschte ein Hauch von Sportpalast. Gut gekleidete Grauköpfe ereiferten sich nicht nur, sie geiferten.

Peter Fahrenholz berichtet in der SZ von einer Podiumsdiskussion zwischen Thilo Sarrazin, Gabor Steingart  und dem Soziologie-Professor Armin Nassehi, bei der die Kritiker wohl im Gejohle des gutsituierten Publikums untergingen. Das Publikum hat versagt

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Politgangster scheinen im Alter eine Sache gemeinsam zu haben: die grotesken Sonnenbrillen. Zu sehen in NürnbergPjöngjang, Berlin, TripolisChile oder an vielen anderen Orten dieser Welt.

Farewell

Richard David Precht ist ein Vorzeigeintellektueller, der sich glaubhaft vom marxistisch-leninistischen Elternhaus emanzipiert hat. Ein Liberaler muß er deshalb noch lange nicht sein. Seinen Salonsozialismus, den er auf dem FDP-Zukunftskongress vortragen wird, hat er vorab schon mal bei SPON veröffentlicht. Er konstatiert Soziale Kriege und die Lithanei von der grösser werdende Schere zwischen arm und reich wird genauso gesungen wie die Hypothese vom unmoralischen Markt. Dass er die ordoliberale Freiburger Schule dafür in Anspruch nimmt, ist bestenfalls ein Irrtum und bedarf des Widerspruchs. Read the rest of this entry »

Die FDP hat mich für Samstag zu ihrem Zukunftskongress eingeladen. Unter dem Titel “Chancen für Morgen” wird ein Freiheitskongress veranstaltet, bei dem zunächst einmal von Friedman bis Precht die üblichen Verdächtigen des deutschen Talk-Show-Establishments auftreten, um den Beginn der Diskussion eines neuen Grundsatzprogramms der Partei anzustossen.  In der jetzigen Situation schon ein Erfolg, wenn der sozialdemokratische Main-Stream sich in einem Atemzug mit Guido Westerwelle nennen lässt. Ich werde hingehen, weil ich eine Frage noch nicht zu beantworten weiß: Braucht Liberalismus, braucht die Freiheit ein Programm? Und wenn, dann ein neues?

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Nicht verantwortungslose Zocker sind verantwortlich für die Finanzkrise sondern Staatsbanker in den Zentralbanken, den government sponsered Enterprises und in den deutschen Sparkassen und Landesbanken. Die werden von Kommunen und Ländern zum Zweck der “Daseinsvorsorge” unterhalten: Damit noch irgend etwas funktioniert, wenn alle privaten Banken pleite gehen. Das Gegenteil war der Fall. Nun kommen die Finanzminister der Länder und die Sparkassenchefs zusammen (deren Institute auch pleite gegangen wären, wenn nicht die Bundesländer die notleidenden Landesbanken mit Milliarden gestützt hätten), um über die Zukunft der Landesbanken zu beraten. Read the rest of this entry »

O.K. – die Nummer hab´ich geklaut. Aber nicht nur von der Bild-Zeitung. Trotzdem ein paar Bemerkungen zum Arbeitslosengeld II und der ominösen Erhöhung um 5 Euro sowie das berühmte Sachleistungspaket der von Zensursula zur Chipkartenemittentin mutierten Arbeitsministerin. Die öffentliche Diskussion geht so ziemlich am Thema vorbei. Wie immer lautet hier das Schlüsselwort: Anreiz. Read the rest of this entry »

Der schweizerische Finanzminister Merz lachte sich bei der Verlesung einer Stellungnahme zum Import von “Bündnerfleisch” schlicht schlapp. In Sachsen bleiben den Wirtsleuten dabei die Erbsen im Halse stecken. Weil sie zuviele Erbsen auf den Teller häufen und das Schnitzel dort 200 statt der finanzamtüblichen 160  Gramm hat, sollen zwei Gastronomen zusammen rund 80.000 € Steuern nachzahlen. Kein Witz. Read the rest of this entry »

Sibel Kekilli dürfte den meisten Deutschen nur als erfolgreiche Schauspielerin und Gewinnerin des Deutschen Filmpreises bekannt sein. Ihre Karriere vor der Kamera begann die Migrantin aber als Pornodarstellerin in Filmen, deren künstlerischer Anspruch wahrscheinlich niedriger war, als der von Fatih Akin. Nun ist die Frau auf ihrem Olymp, dem der deutschen Filmschickeria angelangt und will mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Das ist verständlich, aber auch etwas bigott, wenn man bedenkt, dass dieser Skandal, der keiner ist, die Bekanntheit von Kekilli sicherlich mehr steigerte als “Gegen die Wand” (Wer sieht sowas schon im Kino?). Teilen der Öffentlichkeit sind die Vorgänge um das böse, böse Vorleben der Sibel Kekilli mangels Interesse an deutschen Filmen und Prominews völlig entgangen (mir zum Beispiel), dieses Manko wird aber durch eine einstweilige Verfügung der Schauspielerin gegen RTL und die begleitende Berichterstattung wieder wettgemacht. Da der typische Kinogänger (und ich) noch nie einen Film mit der Frau gesehen haben dürften, werden sie beim Anblick von Frau Kekilli zukünftig nicht sagen oder denken: “Ach die berühmte Filmpreis-Gewinnerin”, sondern “Ach die hat doch mal Pornos gedreht”. Frau Kekilli will nicht, dass die Bilder veröffentlicht werden? Sie sollte einsehen, dass sie im Internet-Zeitalter gegen Windmühlen kämpft und weiterer Berichterstattung zum Thema Porno-Vergangenheit mit einem Achselzucken begegnen.

Vor kurzem hieß es in einer Schlagzeile, dass das Vertrauen in die Bundesbank immer weiter sinkt. Die Hörigkeit gegenüber politischen Organen während der Sarrazin-Krise war aber nur Teil eines Puzzles, das damit beginnt, dass der Chef der Bundesbank genauso aussieht, wie ein bekannter Mafiaboss.

So einfach ist das. Patricia Schäfer mischt in einer ihrer letzen ZDF-Morgenmagazin-Moderationen fröhlich den Nahrungsmittelmangel und die Griechenlandkrise zusammen. Schuld sind – na klar – die Spekulanten. Jetzt wird die Frau London-Korrespondentin. Vielleicht hilft ihr das. Eleni Gabre-Madhin erzählt bei TED, wie sie den Hunger in Äthopien erfolgreich mit einer Warenterminbörse verhindert. Da kennen die Bauern schon den Preis für den Weizen, bevor sie ihn anbauen. Und vernichten ihn nicht wie früher, weil es zuviel davon gibt und der Preis ins bodenlose fällt. Read the rest of this entry »

Seit Chruschtschow in der UN-Vollversammlung mit dem Schuh auf den Tisch schlug, sollte allen Beobachtern klar sein: In der “Vollversammlung” sind die Diktatoren und Potentaten in der Mehrheit. Und Machmut Achmadschenidschad (oder wie immer der sich schreibt) ist nur das skurillste Beispiel für all die Völkermörder und Verbrecher, die dort mit diplomatischern Immunität große Reden schwingen. Das Völkerrecht schützt die Völkermörder vor der Verfolgung durch das eigene Volk.

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Als der Messias (“Yes we can”) amerikanischer Präsident wurde, bekam er gleich den Friedensnobelpreis. Wohl  kaum zu recht. Jetzt rückt Bob – Watergate – Woodword ihm zu Leibe. Während die FAZ noch rätselt, warum sein Wirtschafts- und Finanzteam sich in Auslösung befindet, beschreibt die Reporterlegende die strategielose Schlacht unter Obamas Militärberatern. Read the rest of this entry »

“This man is Sven Giegold, a German member of the European Parliament and a member of the left-wing Green party. Of course, you didn’t vote him in and you can’t vote him out, but he is one of the Strasbourg heavies controlling these new financial regulations. In other words, this left-wing German has more control over the fate of Britain’s financial services industry than any member of the British Government or the House of Commons.”

Eben noch der antikapitalistische Sprechautomat in den hiesigen Talkshows, jetzt macht er sich auf dem Euro-Ticket der Grünen daran, die europäische Wirtschaft unter Kontrolle zu bringen. Schön, dass seine Ergüsse jetzt wenigstens nicht mehr nur die deutschsprachigen Regionen Europas erreichen.

“Wir weinen ihnen keine Träne nach”, wird Kanzler Sigmar Gabriel, einst Pop-Beauftragter der Bebel-Erben, bei der Verabschiedung des letzten Zuges mit Abschiebehäftlingen am Berliner Hauptbahnhof sagen, die Hand stolz zum Winken erhoben. Bärbel Bohley ist tot, Rolf Henrich in Rente und Tass ermächtigt, zu erklären: Alles wird gut. Nur wer entschlossen handelt, verhindert einen neuen Sarrazin, schafft nach jedem Amoklauf immer wieder neues, verschärftes Waffenrecht, das alle künftigen verhindert, schützt Anleger, verhindert Finanzkrisen, Millionenprämien für Banker und schmutzige Speisegaststätten. Nur wer politisches Handeln unermüdlich simuliert, behält die Macht.

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