DSC08384von CARL CHRISTIAN JANCKE

Im Berliner Hayek-Club lasen Parviz Amoghli und Alexander Meschnig ihr Buch”Siegen oder vom Verlust der Selbstbehauptung” vor vollem Haus.  Eine der seltenen neuen und schlüssigen Erkenntnisse: Die sozialistischen arabischen Regime der Sechziger und siebziger Jahre und auch die damals noch sozialistische PLO scheiterten daran, dass sie Israel in drei Kriegen nicht besiegen und damit ausradieren konnten. So gewann in diesen Ländern der Islam.

Wer nicht kämpfen will, hat schon verloren. Das ist die Essenz des Abends. Das Buch habe ich natürlich gekauft und werde es auch noch besprechen. Der Auftritt war aber eben derart stark, dass ich ihn nicht unerwähnt lassen will, selbst wenn ich leider nur die letzte halbe Stunde der Lesung mitbekommen habe. Die anschließende Diskussion war allerdings schon aufschlußreich.

Werte sind nur etwas wert, wenn man sie verteidigt. Dazu ist die postheroische Gesellschaft nicht bereit. Sie verteidigt nicht einmal die Landesgrenzen und läßt die westliche Wertegesellschaft deshalb untermenieren. Der Islam übernimmt kampflos.

Amoghli und Meschling brechen ein Tabu: Zum Glück frönen sie der Gewalt. Es ist die Rede von Feinden und vom absoluten Sieg. Krieg und Kampf bedeuten auch immer Schutz. Das Buch muss man wohl mit Clausewitz in eine Reihe stellen und auch mit André Glucksmanns Philosophie der Abschreckung, der mir zu den Hochzeiten der Friedensbewegung und des NATO-Doppelbeschlußes den Weg gewiesen hat. Sein “Evangelium für eine Rakete” – unvergessen. Und natürlich mit Bertolt Brecht. Dessen Zitat “Stell Dir vor, es ist Krieg” prangte damals auf den Autos des Antiestablishments, dem Renault R4 und der Ente (dem Citroen 2CV) neben dem obligaten “Atomkraft Nein Danke” Aufkleber: “Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin”. Die Friedensbewegten unterschlugen den zweiten Satz des Brecht-Zitats: “Dann kommt der Krieg zu Dir”. Genau darum ging es an jenem Abend.

Für die Autoren ist übrigens Israel der Prototyp der wehrhaften Demokratie. Zwangsweise. Seit Staatsgründung ist die Existenz bedroht und in zahlreichen Konflikten und Kriegen hat das Land immer obsiegt. Dabei blieb es immer ein freiheitlicher Rechtsstaat, der seine arabischen Staatsbürger genauso schützte wie die jüdischen. An ihm bissen sich die meist von der Sowjetunion im kalten Krieg unterstützten arabischen sozialistischen Diktaturen die Zähne aus. Das, so meinen die beiden, habe diese delegitimiert und seit dem Sechstagekrieg 1967 ist der Islam auf dem Vormarsch, weil die Sozialisten es nicht geschafft haben, die Juden ins Meer zu jagen.

 

 

 

 

 

 

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