Im digitalen Zeitalter will die SPD-Generalsekretärin die Wahlbeteiligung durch Verlängerung der Wahlzeiten, Einrichtung von Wahllokalen an öffentlichen Plätzen und die Möglichkeit, ausserhalb des eigenen Wahlbezirks zu wählen, zu steigern. Seit Erfindung der Briefwahl ist das überflüssig. Und jedermann kann auch wochenlang vor dem Wahltermin auf dem Wahlamt seine Stimme abgeben. Aber die meisten Leute gehen ja nicht deshalb nicht zur Wahl, weil sie zu bequem sind. Sondern weil sie die Schnauze voll haben von Fahimi und Konsorten. 

Die zunehmende Politik-Verdrossenheit hat zwei Gründe:

 

1. Weite Teile der Gesellschaft fühlen sich durch den politisch-publizistischen-Komplex nicht mehr repräsentiert, weil ihre kleinbürgerliche Sicht auf die Welt nicht mit dem Gender Mainstream vereinbar ist. Sie haben nichts gegen Schwule aber auch nichts dafür. Sie wollen möglichst viel von ihrem Gehalt selber ausgeben und sind die Sprüche leid, dass der Staat das besser könnte. Sie gehen gerne am Sonntag in die Kirche, ärgern sich darüber, dass man keine 60 Watt Glühbirnen kaufen kann und regen sich jeden Abend bei der Tagesschau über die Haarpracht des “Grünen-Sprechers” auf wie Alfred Tetzlaff seligen Angedenkens.

2. Die Unzufriedenheit mit der Politik ist systemimmanent. Um die Mehrheit zu bekommen, addieren die Politiker Wahlversprechen für verschiedene Zielgruppen und die summieren sich dann zur jeweiligen Mehrheit. Entweder durch Wahl einer Partei oder aber einer Koalition.

Die jeweiligen Wähler sind aber nur an der Erfüllung der Wahlgeschenke interessiert, die sie selber bekommen Die Wahlgeschenke, die sie für andere durch ihre Steuergelder finanzieren sollen, lehnen sie ab. Anders gesagt: Es gibt kaum Mütter, die mit 63 in Rente gehen können. Wähler profitieren also entweder von der Rente mit 63 oder von der Mütterrente. Und lehnen deshalb das jeweils andere Wahlgeschenk ab. Das führt unvermeidlich zur Politikverdrossenheit. Zumal die eigenen Wahlgeschenke in jedem Fall eingeheimst werden, selbst wenn man nicht zur Wahl geht.