Geht es um Politik, dann löst das Stichwort Frankreich bei mir momentan eine gewisse Spannung im Nacken und ein Rauschen in den Ohren aus. Die letzte gute Nachricht aus unserem Nachbarland, das war … ach, Entschuldigung, bei diesem Lärm kann ich einfach nicht nachdenken.

Doch daß der französische Außenminister Laurent Fabius den beunruhigenden Verhandlungen mit dem Iran über dessen Recht, den Rest der Welt und zuallererst Israel in Schutt und Asche zu legen, den dringend notwendigen Dämpfer verpaßt hat, ist eindeutig eine solche gute Nachricht. Fabius, der sich schon zuvor erkennbar skeptisch zu den Verhandlungen geäußert hatte, verließ am Samstag die um Selbstaufgabe ringende Verhandlungsrunde und sagte vor Journalisten, die Verhandlungen seien gescheitert.

Ob diese Idee in seinem eigenen Kopf entstanden ist oder durchs Telefon kam, welches Szenario Fabius bei einem „Fortschritt“ der Gespräche für realistisch hielt und welchen Einfluß gewisse Animositäten hatten – wir werden es wohl nie erfahren. Für diese Situation ist das auch nicht mehr entscheidend.

Grundsätzlich wäre es aber sehr hilfreich zu wissen, wie man das, was Fabius hat und das den Vogel Strauß spielenden Biederleuten um ihn herum so offensichtlich fehlt, diesen ein bißchen näherbringen könnte. Meine persönliche Neugier würde das sehr befriedigen und vielleicht ließe sich eine Prise davon sogar in die deutsche Außenminister-Fibel schmuggeln. Zugegeben, solche optimistischen Zukunftshoffnungen klingen gerade nicht sehr realistisch. Sei’s drum. Heute gilt: Merci, Laurent!

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