Wer noch nicht von der Prinzipien- und Substanzlosigkeit unserer Bundeskanzlerin überzeugt war, ist es jetzt. Statt in Tunesien und Agypten mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation anzureisen und dort so für die Bekräftigung von Wachstum und Freiheit und gute Geschäfte zu sorgen, klappert sie ein paar der schlimmsten afrikanischen Potentaten ab,  um dort ihre Kanonenboote zu verscherbeln. Dabei wird deutlich, dass der Ersatz von “Entwicklungspolitik” durch “wirtschaftliche Zusammenarbeit” die Sache nicht besser macht.

Bisher haben wahlweise Rohstoffe und Öl oder Transferleistungen aus dem Westen Afrikas Diktaturen unabhängig vom eigenen Volk gemacht haben. Einer der von Mutti just umschwärmten Dikatoren soll mit dem Regierungsgeschäft ein Privatvermögen von 130 Mrd. € angehäuft haben. Wenn wir das konfiszieren, ist Griechenland gerettet.

Wenn es hier und dort einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung gibt, dann nicht wegen sondern trotz des westlichen Interventionismus und der Aktivitäten einer weltweiten “Entwicklungshilfe”-Gutmenschen Industrie, die von der Armut, die sie beklagt, gut leben kann.

James Shikwati und Dambisa Moyo, zwei afrikanische Ökonomen haben eindrucksvoll belegt, dass erst die Entwicklungshilfe die Diktatur möglich macht und befürworten die Streichung aller Subventionen. Davon ausgenommen sollte m.E. vielleicht die Bekämpfung von Aids genommen werden, wenn die nicht anderweitig finanziert werden kann.

Stattdessen wollen sie, dass Amerika und Europa Entwicklungshilfem, Exportsubventionen und insbesondere die Fischereisubventionen einstellen und ihre Grenzen für afrikanische Agrarprodukte öffnen. Das ist übrigens auch im unseren Sinne, denn nur wenn gerade die jungen ehrgeizigen Afrikaner in ihrem Land eine Perspektive haben, wird der Flüchtlingsstrom nach Europa abreißen.

Stattdessen subventionieren wir den Export von bereits bei der Produktion subventioniertem Geflügel nach Afrika und nehmen einer Vielzahl von Menschen dort die Erwerbsquelle, weil die eigenen frischen Produkte preislich nicht mit der subventionierten EU-Tiefkühlware konkurrieren können.

Die ebenfalls aus Steuermitteln geförderte Flotte fischt derweil die Gefilde vor der afrikanischen Küste leer und bringt die dort lebenden Menschen erst auf die Idee, statt zu fischen lieber westliche Handelsschiffe in Geiselhaft zu nehmen.

In Saudi-Arabien, das nun moderne Leopard II Panzer erhalten soll, mit denen es schneller in Bahrein für Ruhe sorgen kann und den afrikanischen Ländern stellt sich die deutsche Bundesregierung nicht auf die Seite des Volkes sondern fördert die Potentaten, die ihr eigenes Volk wahlweise verhungern lassen oder dessen Flucht billigend in Kauf nimmt.

Muttis Äußerung, durch den Verkauf deutscher Kanonenboote solle Afrika in die Lage versetzt werden, seine Sicherheitsprobleme selbst zu lösen, spottet jeder Beschreibung, wenn sie neben ausgewiesenen Diktatoren und Folterknechten gemacht wird.

Ein Freund meines Vaters, der vor Jahrzehnten eine deutsche Entwicklungsorganisation leitete, brachte die Praktiken in jenen Ländern mit einer Anekdote auf den Punkt. Auf einem Empfang fragten ihn einige Angehörige der Elite des jeweiligen Landes, was ihm den an Afrika am meisten gefalle. Die prächtigen Stammesgewänder und Trachten antwortete er, nicht ohne die stolz geschwellte Brust seiner Gesprächspartner zu bemerken: “die haben so große Taschen”.

 

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