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Spiegel Online leistet sich bekanntlich nur die absolute Spitze des deutschen Qualitätsjournalismus und so ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass Fabian Reinhold, der immerhin schon “als Reporter in Accra, New York und Washington im Einsatz” war, auch etwas über den G20-Gipfel in Mexiko schreiben darf. Was der Mann da abliefert ist wirklich grandios überflüssig. Wie lange hat der internationale Top-Reporter Reinhold wohl nach dieser Story gesucht?

Bei Spiegel Online beschwert sich Barbara Hans in einem “Plädoyer” über die Tatsache, dass Frauen in Deutschland zu wenig Leitartikel schreiben. Das ist ihr gutes Recht und wenig interessant. Viel Aufschlussreicher ist der Vorspann zum Text, in welchem sie die typische Geisteshaltung deutscher Journalisten zusammenfasst:

“Deutsche Zeitungen sind voll von klugen Kommentaren, wegweisenden Ideen, schlauen Volten. Fast immer stammen sie von Männern. Denn was Deutschland denkt, bestimmt nur die Hälfte der Bevölkerung.

Das ist das Selbstverständnis der meisten Journalisten: Wir bestimmen, was ihr denkt. Gegen diesen Anspruch hat Frau Hans nichts einzuwenden, sie möchte lediglich, dass ihre “Geschlechtsgenossinen” über die Denke der Bevölkerung zu einem gleichen Teil mitbestimmen dürfen.

Wahrscheinlich wurde die Bezeichnung “Meinungsmacher” nie besser erklärt: Streit gibt es nur noch darüber, wer was schreiben darf und wie viel. Die Agenda steht aber unverrückbar im Hintergrund und die Herrschaften sorgen für die passenden Meinungen.

Früher war die Welt ganz einfach. Einmal am Tag erschien die Zeitung und Schlagzeile und Titelgestaltung entschieden über den ökonomischen Erfolg am Kiosk. Bei Spiegel, Focus und Konsorten ist das noch heute so. In der schönen “wide web world” ist das anders. Da zählt nicht nur der Besuch der Website, sondern auch die Anzahl der Klicks, die ein Artikel, eine Bilderstrecke bekommt. Je mehr, desto besser. Das Ergebnis ist fatal, wie man an der “Wulff-Affäre” sehen kann. Read the rest of this entry »

Wo Schmitz sich an Juden und Amis abarbeitet, da ist Pitzke nicht weit und so hat der Spiegel Onine-Mann fürs Grobe noch tiefer in die gleiche Kerbe gehauen wie sein Kollege und noch größeren Unsinn zum Thema “Juden und ihre Lobby kontrollieren die USA” verzapft.

Einer der klassischen antisemitischen Mythen ist der legendäre jüdische Einfluss auf Politik, Medien und Gesellschaft. Dieser Einfluss soll so gewaltig sein, dass Regierungen wie Marionetten nach den anzüglichen Melodien krummnasiger Schurken herumtanzen. Diese Behauptung mag nach Nationalsozialismus, okkultem Spinnertum oder ganz einfacher Blödheit klingen, sie ist aber so präsent wie eh und je und wird auch durch die hiesigen Medien in schöner Regelmäßigkeit in die heimischen Wohnzimmer gefunkt. Dazu braucht es nur Wahlen in den USA und schon erscheinen sie vor unserem geistigen Auge: Die jüdischen Wähler. Heute hat sie der Weltspezialist Gregor Peter Schmitz wieder einmal am Horizont ausgemacht: Read the rest of this entry »

“Es sind wohl letztlich leider nicht “die Kräfte des Friedens”, die hier gesiegt haben, wie Merkel meint, sondern die Anhänger einer archaischen Blutrache-Moral. Dass sich die Spitzen unserer Regierungsparteien dieser Ideologie unterwerfen, bedeutet einen zivilisatorischen Rückfall. Die Erleichterung über den Tod Bin Ladens ist nachvollziehbar, der Applaus für seine Hinrichtung ist es nicht.”

Ja, da weint er still vor sich hin in seinem Redakteursstübchen, der gute Stefan Kuzmany und kann es gar nicht fassen, dass die Welt sich über das Ende eines fanatischen Massenmörders freut. Denn nicht die Existenz eines solchen Unmenschen und die Tatsache, dass er die westliche Welt seit über zehn Jahren terrorisiert und jeden ihrer Einwohner potentiell zum Abschuss freigegeben hat, beunruhigt den Spiegel-Mann, sondern der offensichtlich tief sitzende Wunsch diese Bedrohung endlich aus der Welt geschafft zu wissen.

Kuzmany sitzt auf einem ganz hohen Ross und es verwundert schon, dass seine Empathie für die Leiche und die Anhänger eines weltweit agierenden Verbrechers so viel stärker ausgeprägt ist, als für diejenigen, die so lange von ihm bedroht wurden oder die Freunde und Angehörige durch seine Taten verloren haben. Warum darin ein zivilisatorischer Fortschritt besteht, erklärt Kuzmany leider nicht, aber wahrscheinlich geht es ihm sowieso um etwas ganz anderes: Ein Erzfeind der imperialistischen Supermacht USA wurde ausgeschaltet, das kann für einen progressiv denkenden Humanisten einfach nur eine schlechte Nachricht sein.

Sie sind nicht witzig, sie sind nicht cool, sie nerven nur noch. Die letzte gute Unterschrift lautete “Castro gestürzt”, seitdem läuft irgendetwas schief. Hier nur eine Sammlung von heute und gestern:

  • Gabriel will mit Merkel einfach mal abschalten
  • Deutschland sucht den Superspeicher
  • Aussteigertreffen im Bundesökoamt
  • Wir sind das Volt

Offensichtlich ist es der redaktionelle Ökowahn, der für dieses Maximum an Beklopptheit gesorgt hat. Aber auch die bösen Banken bekommen eine superdoofe Titelzeile verpasst: “Ohrfeige für die Deutsche Raffgierbank”. Ebenfalls nicht witzig ist die Spiegel-Formulierung “x kann y?”, zum Beispiel: “Kann Steinmeier Kanzler?”.

Wer denkt sich diese Überschriften aus? Und wer segnet sie ab?

Wie sonst soll man erklären, warum SPON-Autoren politische Parolen ohne jede Ironie als Dachzeile ihrer Texte verwenden? Die Story ist dabei völlig unwichtig, was auch schon der Titel “Schulaufstand im Altmühltal” besagt, die Geschichte aber mit dem SPD & Linkspartei-Slogan “Längeres gemeinsames Lernen:” zu überschreiben, ist ziemlich unverfroren. Ein kurzes Googeln zeigt dann auch, wo Autor Christian Bleher diese Form der journalistischen Agitation gelernt hat, denn auch für den ideologischen Dreiklang taz, SZ und FR war der Linksschreiber schon tätig.

Ohne Männer wie Jorgo Chatzimakakis und Jean-Claude Juncker sähe Europa anders aus: Mit Pickelhauben bewehrte Deutsche säßen in flandrischen Schützengräben und würden regelmäßig mit dem Bajonett auf ihre französischen Gegenspieler zustürmen. Außerdem gäbe es keinen freien Markt, die Menschen wären alle zu dick, ein ewiger Klassenkampf zerrüttete den Kontinent und vor allem brennten überall Glühbirnen. Read the rest of this entry »

Carsten Volkery ist der Pitzke von London. Ähnlich wie sein antiamerikanisches Pendant auf der anderen Seite des Atlantiks bemüht sich Volkery nach Leibeskräften, die Insel vor Europa als eine Bastion der Rückständigkeit zu präsentieren. Seine Fachkenntnisse sind dabei nur bescheiden, selbst in den einfachsten Texten unterlaufen ihm reichlich dämliche Schnitzer. Jetzt hat Volkery wieder zugeschlagen und berichtete über einen Auftritt Thilo Sarrazins bei der BBC. Dabei reitet Volkery zwar ausführlich auf der nicht gerade Oxbridge gerechten Aussprache des umstrittenen Ex-Bankers herum, zeigt gleichzeitig aber, dass er offenbar unfähig ist, die Aussagen des Kritisierten zu verstehen. Auf der SPON-Seite prangt daher die folgende Richtigstellung einer Behauptung eines stramm links-konditionierten Meinungsmachers:

Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version dieses Textes stand, dass Thilo Sarrazin das BBC-Interview unter anderem mit dem Satz: “The whitest people get the fewest babies” eröffnete. Tatsächlich hat er aber “The brightest people” gesagt. Wir haben den Text entsprechend korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Freud’sche Fehlleistung oder Pawlowscher Reflex?

Seit Wochen kriselt es auf der koreanischen Halbinsel. Auf den ersten Blick ist die Lage völlig klar: Der Süden prosperiert, die Bürger sind frei und wählen sich ihre Regierungen. Das Erfolgsmodell westliche Demokratie gepaart mit dem Kapitalismus wirkt. Die Clique aus Pjöngjang hingegen lässt ihre Untertanen Baumrinde und Wurzeln fressen. Elektrizität gibt es selten und die meisten Nordkoreaner können von einer Email-Adresse nur träumen. Read the rest of this entry »

Der Finanzier einer der lokalen Terrororganisationen besucht seinen zukünftigen Vasallenstaat und hält eine Rede vor tausenden islamischen Fanatikern. Zuvor hat er mehrfach darauf hingewiesen, dass es seine heilige Pflicht sei, den jüdischen Staat vom Angesicht der Erde zu tilgen. Der Mann arbeitet an einer Atombombe, die nach iranisch-gottsstaatlicher Ideologie in erster Linie gegen den jüdischen Staat gerichtet sein wird. In seiner Hauptstadt veranstaltet er Konferenzen, auf denen sich international bekannte Verrückte und Nationalsozialisten einfinden, um den industriellen Massenmord am jüdischen Volk systematisch zu leugnen. Jetzt weilt Achmadinejad im Süd-Libanon und will eine Rede halten, drei Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt, mit Blick auf die Häuser und Straßen der Menschen, die er von der Landkarte verschwinden lassen möchte. Die Israelis sind davon nicht begeistert. Was schreibt Spiegel Online über dem Foto eines jubelnden iranischen Präsidenten? “Israel wütet gegen Ahmadinejad”

Deutlicher kann ein Medium in einer solchen Lage nicht Stellung beziehen. Und man sollte diese Stellungnahme auf keinen Fall vergessen.

Spiegel Online hat mal wieder eine perfekte Schlagzeile: Mächtiger Rabbi wünscht allen Palästinensern die “Pest”. Unglaublich, nur bei den Juden gibt es Kleriker, die ihren Draht zu Gott für Mordwünsche und Todesflüche verwenden! Oder? Nicht ganz. Vor kurzem sogar in Frankreich: Priester betet für Sarkozy-Herzinfarkt. Aber sonst kann die Welt wirklich beruhigt sein, dass vor allem von Seiten muslimischer Länder nie mit Auslöschung, Tod oder Vernichtung gedroht wird. Das sind nämlich immer nur Übersetzungsfehler!