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In Berlin ist ein Zustand eingetreten, der für den Großteil der deutschen Journaille ein wahres Traumszenario darstellt: Zwei linke Parteien kämpfen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Nun gab es das bereits zuvor, aber da hieß die andere linke Partei neben der SPD noch Linkspartei und brachte damit den unangenehmen Geruch von Mauer und Stacheldraht ins Spiel. Jetzt sind die anderen die Grünen und damit können die Korken knallen: Gleich zwei Mal die Guten! Arbeiterschweiß für das schuftende Volk, Sonnenblumenduft für die weltrettende Bourgeoisie. Endlich liegen Opposition und Regierung auf der gleichen Linie, endlich gibt es mehr Einendes als Spaltendes.

Spiegel Online legt auch gleich los und findet mit dem Titel “Duell der Schnodderschnauzen” eine so putzige Überschrift zur Konfrontation zwischen Wowereit und Kühnast, dass der Leser auf dem Foto der beiden Protagonisten Plüschöhrchen und -pfötchen zu sehen beginnt. Diese Wahlkampfberichterstattung wird interessant werden, denn der Klassenfeind spielt auf dem hauptstädtischen Politikparkett längst keine Rolle mehr und so sind die Korrespondenten der Qualitätspresse im Prinzip nur von Freunden umgeben. Die SPON-Überschrift bietet den kuscheligen Einstieg in einen gemütlichen Wahlkampf, der für das fortschrittliche Establishment mit einer Wahl zwischen Schnuffel und Knuffel endet. Einfach zauberhaft!