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Carsten Volkery ist London-Korrespondent von Spiegel Online und in dieser Position arbeitet er sich -der Doktrin seines Arbeitgebers entsprechend- ausgiebig an den regierenden Tories ab. In dieser herrlich überflüssigen Artikelsammlung über angebliche “globale Sarrazins”, darf sich Volkery über den höchstgefährlichen ehemaligen Chef der UK Independence Party auslassen, was er mit viel Unkenntnis und jeder Menge Ideologie tut. Denn Nigel Farage will, dass sein Land aus der glorreichen EU austritt und das kann jemand, der beim Spiegel arbeitet nicht gestatten. Denn genauso wie sein Kollege Schmitz Obama deswegen bejubelt, weil er für eine vermeintliche Europäisierung der USA steht, ist die EU für Volkery deswegen toll, weil sie für die Kontinentalisierung des Vereinigten Königreichs steht. In sozialer und rechtlicher Hinsicht sind angelsächsische Länder für jeden strammen linken Sozialnationalisten ein wahrer Graus – Unabhängigkeit, Freiheit, Eigenverantwortung, ein gesundes Misstrauen gegenüber der Regierung und ein beharren auf so kulturunsensiblen Dingen wie der freien Rede sollen durch europäische Werte wie Solidarität, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Regulierung und Vertrauen in die Politik ersetzt werden.

Nebenbei beweist Volkery, dass ein Wohnsitz noch lange keinen Kompetenz erzeugt: Seine Unkenntnisse der englischen Politik offenbart er, indem er Margaret Thatcher zwei Jahre länger regieren und etwas tun lässt, was die Iron Lady nie getan hätte.

Update 23.1.2011: Der Artikel wurde geändert und Volkerys Fehler still und heimlich entfernt. Im Artikel heißt es jetzt:

“Farage war 1992 aus der konservativen Partei ausgetreten – aus Protest gegen die Unterzeichnung des Maastricht-Vertrags durch die Tory-Regierung.”

Zuvor hatte Carsten Volkery behauptet, Margaret Thatcher sei für die Unterzeichnung des Vertrages verantwortlich gewesen. Die Iron Lady war zu diesen Zeitpunkt bereits zwei Jahre aus dem Amt.