Wer in diesen Tagen den Vorsprung der AfD in einer Umfrage vor der SPD hoch jubelt, besorgt das Geschäft des SPD-Parteivorstands: Verängstigte Mitglieder scheuen die Neuwahl und stimmen für die GroKo. Dabei hat dieses Ergebnis so gut wie keine Aussagekraft. 

Demoskopische Untersuchungen befördern meist als Ergebnis die Erwartungen derjenigen, die sie machen oder in Auftrag geben. Als präzise Vorhersage für das Thema. “Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahlen wären” taugen sie nicht. Aus ihnen lassen sich allenfalls mittelfristige Stimmungstrends und langfristige Veränderungen ablesen.

Demoskopen haben bisher kein Wahlergebnis in ausreichendem zeitlichen Abstand annähernd genau vorher gesagt. Ihre Richtigkeit ist nicht überprüfbar. Sie können stimmen aber auch nicht. Ich halte die Grundgesamtheit von ein paar tausend Befragten, die auf Millionen Wahlberechtigte hochgerechnet wird, für viel zu gering.

Ich werde mir also das Ergebnis einer Untersuchung nicht zu eigen machen, nur weil es mir passt. Zumal sich die Differenzen in einem Rahmen bewegen, die selbst von den Demoskopen als technische Toleranz angesehen: Eine Spannungsbreite von rund zwei Prozent.

Hinzu kommt der beschränkte spieltheoretische Ansatz: Die Nichtwähler werden nicht berücksichtigt, was dazu führt, dass eine Partei zulegen muss, wenn eine andere verliert. Tatsächlich sinkt in der Bevölkerung aber die Akzeptanz des gesamten politischen Establishments, was die Demoskopen in ihrem Modell gar nicht abbilden können.

Also Freunde, freut Euch nicht zu sehr.

 

 

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