von CARL CHRISTIAN JANCKE

Vor einem Jahr, als Küstenbarbie Manu Schwesig (eine Beleidigung für alle schönen Frauen von Ost- und Nordsee) noch dachte, sie bliebe Familienministerin, eiste sie einen Etat von 105 Mio. Euro los: Für den Kampf gegen “Rechts”, um ihre Klientel zu bedienen und im Vorfeld des Wahlkampfs 2017 ihre Politik populär zu machen. Einer der Profiteure ist ein gewisser Professor mit drei ff (einem vor zwei nach  dem ei),  der sicher einen ordentlichen Batzen für ein Gefälligkeitsgutachten über die Kriminalitätsentwicklung von Flüchtlingen aller Art in Niedersachsen abstaubte. Welchen Aufwand Pfeiffer darauf verwandte, seine Hypothese zu bestätigen, kann man daran ermessen, dass er ein ganzes Jahr brauchen würde, um die paar Zahlen und Fälle zu analysieren.

Zusammenfassung meiner Analyse

Der wissenschaftliche Wert der Studie tendiert gen 0. Das für die Datenerhebung ausgewählte Land Niedersachsen ist nicht repräsentiv für die Bevölkerungsstruktur der Bundesrepublik Deutschland. Die Kriminalitätsrate unter Zuwanderern ist deutlich niedriger als im Bundesschnitt. Auch statistisch hat die Studie schwere Mängel. Ein Vergleich mit den Daten vor 2015 unterbleibt, die Kriminalitätsraten der Flüchtlinge werden nur untereinander nicht aber mit Deutschen und länger hier lebenden Nichtdeutschen verglichen, ein Vergleich der relativen Gewalttätigkeit entsprechend des Bevölkerungsanteils wird auch nicht durchgeführt. Doris Laser hat in einer Analyse gezeigt, dass die Gewaltbereitschaft bei einzelnen Taten (Mord, Vergewaltigung) um das mehrhundertfache über den anderer Bevölkerungsgruppen liegt.

Zahlreiche Analysen und Aussagen der Studie sind weder statistisch noch empirisch unterlegt. So wird behauptet, der Einfluss von Frauen habe mäßigenden Charakter, weshalb der Familienrückzug aus kriminologischen Gesichtspunkten zu berücksichtigen sei. Schön, wenn man so eine sozialdemokratische Kernforderung mit einem vermeintlich wissenschaftlichen Beleg in Verbindung bringen kann.

Die Autoren behaupten, nicht die Herkunft und Mentalität sei maßgeblich für die Gewaltbereitschaft, sondern die Bleibeperspektive. Dabei unterstellen sie bei zahlreichen Herkunftsländern eine hohe Wahrscheinlichkeit der Schutzgewährung und unterschlagen etwa bei Syrern, dass die an die Dauer des dortigen Krieges gebunden ist, also eben nicht langfristig. Zudem werden bei bis zu 50 Prozent der Herkunftsländer die Anträge auf Schutzgewährung abgelehnt. Die Handlungsempfehlungen sind allgemeiner und nicht fachlicher Natur und wurden von dritten Experten und nicht den Autoren entwickelt. Sie stehen in keinem direkten Zusammenhang mit den analysierten Daten.

Man wird den Verdacht nicht los, dass es sich um ein sozialdemokratisches Gefälligkeitskeitsgutachten handelt, das die Flüchtlingskriminalität relativieren soll und die Forderung nach Familiennachzug und Einwanderunngsgesetz vermeintlich wissenschaftlich untermauern kann.

Bedenklich stimmt mich die Rezeptionsgeschichte der “Studie”, für deren Beauftragung wohl eigentlich der Bundesminister des Innern, Thomas deMaiziere (CDU) zuständig gewesen wäre. Sie wurde nicht, wie üblich, von der Familienministerin Barley vor der Bundespressekonferenz in Begleitung des zuständigen Institutsleiters der Zürcher Universität vorgestellt. Stattdessen tingelte die emeritierte Talk-Show-Legende Prof. Christian Pfeiffer durch die Nachrichtensendungen, um die vermeintlichen Erkenntisse im Sinne seiner Auftraggeberin zeitnah zu den Sondierungsgesprächen der großen Koalition zu verbreiten, die mit den Forderungen der gemeinsamen Partei, der SPD, zufällig weitgehend identisch sind.

Die Medien haben in ihrer vermeintlichen “Gatekeeper”-Funktion vollständig versagt. Sie haben Pfeiffer das Mikrofon hingehalten und in bei “Tagesschau” und “heute2 breiten Raum eingeräumt, obwohl seine angeblichen Erkenntnisse an Schlichtheit nicht zu überbieten waren.

Der ungeübte, unbezahlte Blick in die Kriminalstatistik offenbart ein anderes Bild: Durch die Flüchtlingswelle ist die Kriminalität massiv gestiegen. Alleine die Zahl der Tatverdächtigen ist von 600.000 auf rund 900.000 explodiert. Die Anzahl der Vergewaltigungen in Bayern haben im ersten Halbjahr 2017 um rund 50 Prozent zugenommen. In einer Analyse der kriminalpolizeilichen Statistik weist die Autorin Doris Laser nach, dass der relative Anteil der Flüchtlinge an einzelnen Gewalttaten um bis zu oder über 1000 Prozent höher ist als bei allen anderen (Deutschen/Nichtdeutschen).

Statt einen  verbesserten Tagesablauf im Flüchtlingsheims zu empfehlen, wäre von Kriminologen und Juristen doch zu erwarten, dass sie die Durchsetzung des Gewaltmonopols des Staates und der Schutz der Bevölkerung im Vordergrund ihrer Präventionvorschläge steht.

Wer ein Gewaltverbrechen begeht, sollte seinen Aufenthaltsstatus verlieren und nach Verbüßung der Haftstrafe umgehend abgeschoben werden. Nicht anerkannten Schutzsuchenden sollten enge Fristen gesetzt werden, das Land zu verlassen. Nach deren Verletzung sollten sie bis zur Abschiebung umgehend in Abschiebehaft genommen werden. Jegliche Geldleistungen sollten ihnen nach einer kurzen Übergangsfrist gestrichen werden.

Bei der Abschiebung sollten nicht nur Privatflugzeuge verwendet, sondern auch Transportflugzeuge der Bundeswehr und Schiffe der Bundesmarine eingesetzt werden. Es gibt etwa Versorgungsschiffe, die sehr wohl mehrere hundert Abzuschiebende aufnehmen können. Die Abschiebung wird auf diesen Fahrzeugen gegebenenfalls unter Androhung von Schusswaffengebrauch durchgesetzt. Wer gegen entsprechende Bescheide klagt, sollte in der Regel trotzdem abgeschoben werden. Bestehen Sicherheitsbedenken, sollte bleibt er bis zur Entscheidung in Abschiebehaft. Von 500.000 ausreisepflichtigen “Flüchtlingen” wurden 2017 rund 20.000 abgeschoben.

Selbstverständlich kann es Härtefall-Regelungen geben. Die sollten klar und nachvollziehbar sein. Wer integriert ist, für sich und seine Familie sorgen kann und einer geregelten Arbeit nachgeht, sollte genauso bleiben können wie Schüler, Auszubildende und Studenten. Er wird auch nicht so leicht kriminell. Ein modernes Einbürgerungsrecht kann dabei helfen.

 

Doch nun zurück zur Analyse dessen, was sich irreführend Studie nennt:

 

  1. Zuständigkeit.

Aus welcher Zuständigkeit heraus hat die Bundesministerin für Familie die “Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften”, vertreten unter anderem durch den emeritierten Chef eines niedersächsischen Instituts und zwei seiner ehemaligen weisungsgebundenen Mitarbeiter beauftragt, von denen einer noch dort und der andere bei besagter Zürcher Hochschule arbeitet,

Zuständig für Flüchtlingsfragen und Kriminalität (auch Jugendkriminalität) ist das Bundesministerium des Innern und der zuständige Minister Thomas de Maiziere (CDU). Frau Schwesig und der frühere Landesminister für Justiz in Niedersachsen Prof. Christian Pfeiffer haben ein SPD-Parteibuch.

 

2. Qualifikation der Autoren

Was qualifiziert Prof. Pfeiffer und die beiden anderen Herren, die für Ihre Tätigkeit sicher von der Zürcher Hochschule honoriert wurden. Alle drei führen mehr oder weniger die Berufsbezeichnung Kriminologe, Pfeiffer ist Jurist, Co-Autor Sören Kliem promovierter Psychologe (Thema Borderline) und beim niedersächsischen Institut für die Dunkelfeld-Forschung zuständig und Prof. Dr. Dirk Baier, Direktor des Instituts Leiter Delinquenz & Kriminalprävention der Zürcher Hochschule und Soziologe. Ausgewiesene Statistiker ist keiner der drei auch wenn Statistik sicher zu den Hilfswissenschaften der Soziologie gehört, ist es doch wichtig, ein profundes Fachwissen über die Methoden und Instrumente zu haben, um Korrelationen und Koinzidenzen beurteilen zu können. Dies gilt auch für eine durch die niedersächsische SPD-geführte Landesregierung durchgeführte Auswertung. Einer früheren SPD-geführten Niedersächsischen Landesregierung gehörte Pfeiffer als Minister an. Diese Frage ist relevant, weil zu vermuten steht, dass das Ergebnis ein anderes sein könnte, wenn das CSU-geführte Bayerische Ministerium die Kriminalitätsstatistik für die Zürcher Hochschule ausgewertet hätte.

 

3. Repräsentanz des Landes Niedersachsen für die Bundesrepublik Deutschland

Die Studie trägt den Titel: “Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland
Schwerpunkte: Jugendliche und Flüchtlinge”. Ich habe die Zusammenfassung der Zürcher Hochschule analysiert, die diese auf der Website der Auftraggeberin zur Verfügung stellt.

Dabei beschränkt sich die Studie ausschließlich auf das Land Niedersachsen, weil die entsprechenden Daten für die Flüchtlinge aus 2015/16 im in Januar 2017 vom Bundeskriminalamt herausgegeben “Lageübersicht 2017, Kriminalität im Kontext der Zuwanderung” nicht ausgewiesen worden seien, weshalb das niedersächsische Innenministerium diese Daten separat für die Studie ausgewertet habe.

Das Bundeskriminalamt veröffentlicht seit 1971 im Frühjahr die Bundespolizeiliche Kriminalstatistik (BKS), die mit Sicherheit die für die Studie erforderlichen Rohdaten verfügt. Auf Anweisung des Bundesministers des Innern hätte das Bundeskriminalamt die Daten sicher auswerten können. Ob es die Expertise der Autoren der Studie dafür gebraucht hätte, ist ungewiss. Die BKS wertet alle in Deutschland erfassten Straftaten aus.  Buch drei der BKS weist immerhin 156 Seiten aus, die die Erkenntnisse der Autoren der Studie sicherlich erhellt hätten. 22 Seiten beschäftigen sich mit nichtdeutschen Tatverdächtigen,

Während die Autoren in ihrer Studie “Jugendliche” Tatverdächtige zwischen 14 und 30 Jahren nennen, kommt diese Altersgruppe beim Bundeskriminalamt gar nicht vor. Stattdessen unterscheidet das BKA tatverdächtige Kinder bis unter 14 Jahren, Tatverdächtige Heranwachsende 18 bis unter 21 Jahren und tatverdächtige Jungerwachsende (21-25 Jahren).  Die von der Studie analysierten 25 bis 30 jährigen können kaum als “jugendlich” bezeichnen werden.

Die Berechnung durch das Land Niedersachsen kann gerechtfertigt sein, wenn aus Gründen der Aktualität Daten frühzeitig ermittelt werden sollen und die Studie etwa zeitnah nach Erteilung des Auftrages Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung erarbeiten muss. Die BKS wurde im April 2017 vorgestellt, die Studie im Januar 2018 vorgestellt. Ob die Auswertung des niedersächsischem Innenministeriums den Autoren vor Veröffentlichung der BKS vorlag, kann bezweifelt werden.

Die Kriminalitätsentwicklung in Niedersachsen ist auch nicht repräsentativ für die Bundesrepublik Deutschland, weil der Anteil der nicht-deutschen Tatverdächtigen mit 28 Prozent deutlich niedriger ist als im Bundesdurchschnitt (40 Prozent.). In Bayern sind 59,6 Prozent der Tatverdächtigen nicht Deutsch, in Hessen 52 Prozent. In Niedersachsen liegt der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen unter 18 Jahren bei 8,6 Prozent, in Nordrhein-Westfalen dagegen bei 25,5 Prozent.

Das Land Niedersachsen ist also für das Studienthema nicht repräsentativ und ergibt ein deutlich niedrigeres Ergebnis als im Bund.

4. Aussagefähigkeit der Analysen.

Wir wollen den Autoren keinen Vorsatz der Manipulation unterstellen, auch wenn schon die Auswahl der Datenbasis für die Analyse nicht nachvollziehbar ist.

Weitere schwerwiegende Fehler unterlaufen den Autoren bei der Auswahl des Vergleichs. Nicht jede Korrelation ist eine Koinzidenz. So behaupten die Autoren, die Kriminalität der Flüchtlinge hinge von der Schwere und Gefährlichkeit des Fluchtweges (nach Deutschland) ab. Afghanen, Iraker und Syrer seien deshalb weniger kriminell als Nordafrikaner, die über das Mittelmeer geflüchtet sind. Eine Begründung für diese Behauptung liefern sie leider nicht.

Geht man ins Gefängnis und befragt die Häftlinge, wer als Kind Milch getrunken hat, erhält man bis auf die laktoseintoleranten Kriminellen ein Ja. Wenn 98% aller Kriminellen Milch getrunken haben, muss die doch kriminell machen. Führt man eine ähnliche Umfrage außerhalb des Gefängnisses durch, wird man einen ähnlichen Wert feststellen. Es besteht also eine Korrelation zwischen dem Milchkonsum und Kriminalität, aber eben kein inhaltlicher Zusammenhang. Nur weil ein Kind Milch trinkt, wird es nicht kriminell.

Es wäre also eine plausible Erläuterung nötig, warum der Fluchtweg über den Iran, die syrischen Kriegsgebiete, die Türkei, die Ägäis und den Balkan weniger gefährlich sein soll wie über die sehr viel kürzere Strecke über das Mittelmeer bis Süditalien und dann mit Personen- und Güterzügen nach Deutschland. Und dann wäre zusätzlich noch erforderlich, darzustellen, warum diese behauptete höhere Gefährlichkeit des Fluchtweges zu einer höheren Kriminalität in Deutschland führt. Die Behauptung einer solchen Koinzidenz ohne sie zu belegen, hat in der Fachwelt einen Namen: Nebelkerzen werfen, um auf eine falsche Fährte zu locken.

Ähnlich verhält es sich mit vertikalen (zeitbezogenen) und horizontalen (in diesem Fall herkunftsbezogenen) Vergleichen und Analysen. Der Titel der Studie lautet ja “Entwicklung der Gewalt in Deutschland”. Es geht also nicht um eine statische Analyse sondern um die Beschreibung einer Entwicklung. In nur einem Fall wird die Kriminalstatistik von 2014 (vor der Flüchtlingswelle) herangezogen.

Horizontal vergleicht die Studie sehr aufschlussreich die verschiedenen ethnischen Gruppen unter den zwischen 2015/16 nach Deutschland Geflüchteten. Das mag sehr hilfreich sein. Um die Entwicklung der Gewalt in Deutschland zu beschreiben, müssten aber auch die entsprechenden Zahlen der “nichtdeutschen” Nichtflüchtlingen, die schon länger hier leben hinzugezogen werden und natürlich auch die Zahl der betroffenen deutschen Staatsbürger.

Daneben fehlt der Statistik eine Angabe der entsprechenden relativen Zahlen. Es ist nicht nur wichtig, zu wissen, wie viele Flüchtlinge kriminell geworden sind und wie hoch ihr absoluter Anteil an den Straftaten ist. Um die Entwicklung beurteilen zu können, ist der relative Anteil genauso wichtig: Wie hoch ist der Anteil der betrachteten ethnischen Gruppe absolut und relativ gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung.

Es wäre etwas anderes, wenn diese Zahlen nicht vorgelegen hätten oder gelegen haben. Die selektive Auswahl der Daten und die Beschränkung auf die vorgestellten Vergleiche lassen keine zuverlässige Beurteilung der tatsächlichen Entwicklung der Kriminalität und “Gewalt” in Deutschland zu

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5. Inhalte der Datenanalyse

Die Studie bestreitet nicht die Zunahme der Gewaltkriminalität. Bis 2014 ist die in Niedersachsen kontinuierlich gesunken. Die eingetretene Steigerung um mindestens 10 Prozent ist slebst nach der Angaben der Studie in 92 Prozent der Fälle auf Flüchtlinge zurückzuführen.

Begründet wird dies nicht mit der Herkunft der Flüchtlinge, ihrem Bildungsgrard oder ihrer Sozialisation. Sondern neben der gewählten Fluchtroute mit soziodemographischen Daten.

 

a. 14-30 Jährige Männer

Die Autoren belegen, dass in Niedersachsene rund 10 Prozent der Wohnbevölkerung in dieser Altersgruppe vertreten sind, die aber 50 Prozent der Tatverdächtigen der aufgeklärten Fälle ausmachen. Da der Anteil der entsprechenden Altersgruppe der Flüchtlinge wesentlich höher sei (bei den Flüchtlingen aus Nordafrika über fünfzig Prozent), sei deshalb die Veränderung der Kriminalität der Flüchtlinge nicht viel anders als unter Deutschen.

Laut der PKS sind rund 44 Prozent aller Tatverdächtigen in Deutschland unter 30 Jahre alt. Bei allen Nichtdeutschen Staatsangehörigen liegt die gleiche Zahl bei 50 Prozent. Bei allen Zuwanderern, deren BKS-Definition von der Studie abweicht, sind es 67 Prozent. Daher lässt sich wohl mit der Taschenrechnerfunktion des Mobiltelefons feststellen, dass Asylbewerber und Asylanten unter 30 Jahren deutlich auffälliger sind als ihre deutschen Altersgenossen.

b. Aufenthaltsperspektiven

Die Hypothese, die die Autoren vertreten, lautet: Wer eine “Bleibeperspektive” habe, begehe weniger schwere Straftaten, um seine Chancen zu erhöhen. Dies treffe für Staatsangehörige von Afghanistan, Syrien und des Irak zu. Staatsangehörige Nordafrikas würde dagegen mitgeteilt, sie müssten in ihre Heimat zurückkehren, weshalb der Anreiz fehle, keine Straftat zu begehen. Diese Begründung hält einer empirischen Überprüfung nicht statt.

Von den 2016 abgeschobenen abgelehnten Asylbewerbern oder anderen Ausländern stammt kein einziger aus Nordafrika, aber 17.636 aus den Nachfolgestaaten von Jugoslawien. Ebenfalls darunter befinden sich 626 Syrer und 324 Afghanen. Die  Wahrscheinlichkeit, Deutschland unfreiwillig zu verlassen, geht für Nordafrikaner gen 0.

Laut dem Ausländerzentralregister leben in Deutschland rund 500.000 Afrikaner, davon 171.000 Nordafrikaner. Davon sind aber lediglich 24.700 “Schutzsuchende”, also haben Asyl oder einen anderen Schutzstatus beantragt. Bei der Hälfte ist der Status noch nicht entschieden. Lediglich 1035 haben eine aus dieser Schutzsuche resultierendes Aufenthaltsrecht. Die ungefähr 150.000 anderen haben wohl durch eine reguläre Aufenthaltserlaubnis eine dauerhafte Bleibeperspektive.

 

c. Die Akzeptanz gewaltlegitimierender Männlichkeitsnormen

Das Institut der Zürcher Hochschule zitiert wiederholt das niedersächsische Institut, dessen Befragungen ergeben hätten, dass gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen unter Flüchtlingen weit verbreitet seien. Kann man glauben, muss man aber nicht. Empirie gleich null. Wieviele wurden befragt, welche Nationalitäten, Altersgruppen, welche Ergebnisse. Lassen sich Cluster und Unterschiede erkennen? Nein.

Abgesehen davon, ist das ein weit verbreiteter – wahrscheinlich richtiger – Allgemeinplatz.

 

d.  Das Fehlen der Frauen

“Die Forderung nach einem Familiennachzug findet hier ihre kriminologische Begründung. ” In diesem Satz liegt die Begründung, warum die “Studie” ausgerechnet in der Woche vor den “Sondierungsverhandlungen” veröffentlicht wurde und eine Kernforderung der Sozialdemokratie zu belegen behauptet.

Die Autoren hätten bei der “Sondererhebung” der niedersächsischen Daten berücksichtigen können, wieviele Täter verheiratet und mit ihren Frauen und Kindern geflohen waren und wieviele ledig und alleinreisende junge Männer. So bleibt die Hypothese unbewiesen.

In jedem Fall steigt auch die Kriminalität durch den “Familiennachzug absolut und sinkt relativ. Einerseits, weil der Anteil der Schutzsuchenden steigt und zum zweiten, weil nur rund 25 Prozent der Straftaten durch Frauen begangen werden.

e. Das Anzeigeverhalten von Gewaltopfern gegenüber “fremden” Tätern

“…gehen wir davon aus, dass Gewaltdelikte von Flüchtlingen im Vergleich zu denen deutscher Täter mindestens doppelt so oft angezeigt werden. ”

In der gesamten “Studie” werden de Facto nie die Kriminalitätsraten von Deutschen und “Flüchtlingen”verglichen. Die sind nämlich bei den “Flüchtlingen” durchweg überproportional höher. Um diese Statistik zu relativieren und so die überproportionale Rate in Zweifel zu ziehen, hat das “KFN” die Dunkelfeldforschung erfunden. Man befragt Opfer von Straftaten, die man nicht kennt, weil die Opfer ja die ihnen bekannten Nachbarn gar nicht angezeigt haben, was z.B. in Vergewaltigungsfällen doppelt so oft vorkommen soll, wenn der Täter Biodeutscher ist und kein “Fremder”. Vorsichtshalber fehlen in dieser Zusammenfassung alle Hinweise auf die empirische Grundlage der Behauptung. Eben ein Dunkelfeld.

f. Gewaltopfer von Flüchtigen.

Hier wird ebenfalls besänftigt, immerhin mit empirischen Belegen. Offensichtlich sind die meisten Opfer der Gewalttaten von Flüchtlingen selber welche. Nur bei Raubüberfällen sind dann doch die meisten Opfer keine “Nichtdeutschen”.

“2016 wurden 14.905 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung angezeigt, davon 12.508 vollendete und 2.397 versuchte. Die Opfer sind überwiegend weiblich (93 Prozent). Der Anteil der Taten, bei denen keine Beziehung zum Täter besteht, wird zunehmend registriert. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lag der Anteil, bei denen keinerlei Beziehung zwischen Opfer und Täter bestand, 2015 noch bei 22 Prozent, im Jahr darauf bei 30,5 Prozent. Fakt scheint demnach zu sein: Sexuelle Gewalt ereignet sich häufiger überfallartig und wird durch den Opfern fremde Personen begangen.

2016 wurden 3.304 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst, die durch Zuwanderer (laut Arbeitsdefinition des Bundeskriminalamtes: „Personen mit Aufenthaltsstatus Asylberechtigter, Asylbewerber, Duldung, Kontingentflüchtling/Bürgerkriegsflüchtling und unerlaubt“) verübt worden waren. Dabei handelt es sich jedoch nur um Taten, zu denen ein Tatverdächtiger ermittelt werden konnte. Und der negative Trend scheint sich fortzusetzen: In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind in Bayern mit 685 Fällen 48 Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Taten, die davon Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg um 91 Prozent auf 126 Fälle.”

Almut Mayer und Dorothee Dienstbühl offenbaren in Ihrem Artikel “Vergewaltigung – Opfer einer Lobby” eine weitere Schwäche der Studie: Die fehlende Würdigung der Schwere der Tat. Und es wird deutlich, wie komprimittierend die Aussage der Studie ist, “Fremde” würden häufiger angezeigt. In der Realität fallen diese “Fremden” überfallartig in vertrauter Umgebung über Frauen her. Und die plötzliche Steigerung um 50 Prozent lässt kaum die vorher gemachte Behauptung plausibel erscheinen, Deutsche Männer und Vertraute würden genauso oft vergewaltigen aber eben nur nicht angezeigt.

Mayer und Dienstbühl beschreiben eindrücklich, wie dramatisch und schwerwiegend die Folgen für die Opfer sind. Eine weitere Zunahme wird in jedem Fall das Lebensgefühl und die Freizügigkeit der Frauen in unserer Gesellschaft schwer beeinträchtigen.

Der Artikel ist s e h r lesenswert:

http://www.achgut.com/artikel/vergewaltigung_opfer_ohne_lobby

 

6. Ansätze zur Prävention der Gewaltkriminalität von Flüchtlingen

Hier werden allgemeine Hinweise angeboten, die von der sozialpädagogischem Betreuungsprogramm bis zu der “freiwilligen Rückkehr” reichen. Außerdem soll durch verstärkte Entwicklungshilfe der Arbeitsmarkt in den Heimatländern und damit die Rückkehrbereitschaft gefördert werden.

Immerhin wird erwähnt, dass 327.000 Asylanträge alleine in 2017 abgelehnt wurden.

Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, dass ein Kontext zu den analysierten Daten fehlt und keine konkreten Schritte zur Prävention einzelner Taten genannt werden.

 

7. Entwicklung der Jugendgewalt

Dem Leser erschließt sich nicht, warum die Entwicklung der Flüchtlingskriminalität mit der Jugendgewalt in einer Studie beauftragt wurde. Es handelt sich eigentlich um zwei vollständig unabhängige Themenkreise.

Die Studie der Universität Zürich referiert letztlich nahezu ausschließliche Ergebnisse des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Das legt den Verdacht nahe, dass diese Leistung mit deutschen Steuergeldern zwei Mal bezahlt worden ist.

Nicht in einen Zusammenhang wird der plötzliche Anstieg der Jugendgewalt in 2015/16 mit der Flüchtlingswelle dargestellt. Diese offensichtliche Koinzidenz würde ja auch der Hypothese wiedersprechen, die Zunahme der Flüchtlingsgewalt sei durch das junge Alter der Täter begründet und nicht durch die Herkunft der Täter.

 

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