Der WDR hat die Ausstrahlung der Antisemitismus-Dokumentation mitan Warnhinweisen á la “Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit” und einem Beipackzettel gesendet, nicht ohne uns in der anschließenden Diskussion den Flüchtlingscamper Norbert Blüm als “Antisemitismus-Experten” zu servieren. Der hat auf seiner Karteikarte in der Maischberger-Redaktion gewiss den Vermerk “K.I.”: Kommt immer. Auch wenn anderen das Thema zu blöd oder zu heikel ist. Eine Bankrott-Erklärung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Der Faktencheck weist dem Film keine Unwahrheiten nach, sondern versucht nur zu relativieren, bis einem übel wird. Widerlegen  kann er den Film nicht. 

  1. Besonders übel wird die Sache gleich am Anfang. Der Film zeigt den “Palästinenserpräsident” Mammud Abbas bei einer Rede vor dem europäischen Parlament, als er behauptet, Rabbiner hätten dazu aufgerufen, den Palästinensern das Wasser zu vergiften. Dass Juden Brunnen vergiften, sei ein altes antisemitisches Klischee. Der Faktencheck stellt dazu fest: Von Brunnenvergiftung habe Abbas doch gar nicht gesprochen.
  2. Historische Zitate über den Antisemitismus stellt der “Faktencheck” als falsch dar. Antisemitismus gäbe es nämlich erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Vorher könne man allenfalls von Antijudaismus sprechen. Die Juden, die davor bei Progromen ermordet wurden, werden für diese Klarstellung dankbar sein, einem vermeintlich religiösen und keinem rassistischen Terror zum Opfer gefallen zu sein.

Und hier breche ich mein Experiment, den so genannten “Faktencheck” zu kommentieren, wegen Übtelkeit ab. Er widerlegt keine einzige Aussage im Film sondern versucht immer wieder zu relativieren. So nimmt er z.B. die verbrecherischen Regime der DDR und der Sowjetunion als Kronzeugen  dafür zur Hand, dass die Linke den Nationalsozialismus nicht relativiert habe. Die Aussagen einer Wissenschaftlerin zu verklausulierten Sprache des Antisemitismus bedarf einer Richtigstellung, weil die ihre Erkenntnisse ausschließlich aus Schreiben an den Zentralrat der Juden bezogen habe, die ohnehin antisemitisch sein. Es sei nicht belegbar, dass das 1,5 Mio, Euro teure  Mausoleum von der EU mitfinanziert sei, das ebenfalls 1,5 Mio Euro teure anschließende Arafat-Museum dagegen schon. Dabei unterschlägt der “Faktencheck”, dass die Palästinensishce Autonomiebehörde kaum von den Steuern ihrer Bürger lebt sondern von den Subventionen der EU, die 100e von Millionen Euro  überweist.Der Großmufti war bis 1936 pro Britisch, da kann er ja nicht antisemitisch gewesen sein und die PLO wurde erst 1964 gegründet, da konnte er sie ja gar nicht unterstützen. Dass der Mann erst 1974 starb, spricht doch wohl dafür. I.B. auf eine vermutete “Abzweigung” von 45 Mio. Euro durch “World Vision” an die Hamas” relativiert eine Stellungnahme der Organisation das vermutete Ausmass, ohne die Zahl ausdrücklich zu dementieren. Der WDR: “Es gelte die Unschuldsvermutung”. Nichts anderes macht der Autor. Immerhin sitzt ein Beschuldigter in Untersuchungshaft.

Nun wird es widerlich, deshalb im O-Ton:

“Filmtext:

Im Rahmen der Terroroffensive kommen im Konzerthaus Bataclan 90 Menschen ums Leben, hunderte werden verletzt. Die ehemaligen Besitzer waren kurz zuvor nach Israel ausgewandert. Jahrelang hatten sie hier Spenden-Galas für Israel organisiert. Seit 2008 wurden die jüdischen Inhaber massiv bedroht. 2011 entging das Bataclan nur knapp einem geplanten Anschlag. Internationale Ermittlungen führten rechtzeitig zur Festnahme der Attentäter.

Anmerkungen dazu:

Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Anschlag auf das Bataclan im November 2015, zu dem sich der IS bekannt hat, antisemitisch motiviert war. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Attentate aufgenommen werden.”

 

Darüberhinaus wird behauptet, die in den USA als terroristisch eingestufte Jewish Defense League hätte Angriffe auf Pariser Synagogen durch Muslime “provoziert.”.

Dem gesamten Faktencheck gelingt es nicht ein einziges Mal, eine Behauptung des Films glaubhaft zu widerlegen. Er ist ein antisemitisches, übles Machwerk.

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