von CARL CHRISTIAN JANCKE

Als 2011 für die FDP die Lage aussichtslos schien, machte der Generalsekretär Christian Lindner aus dem Staube und ließ seine Seilschaft unter Führung von Rössler im Regen stehen. Nach dem Rausschmiss aus dem Bundestag gerierte er sich als Retter und erschien als Phoenix aus der Asche. Nicht ganz fein aber wirkungsvoll.

Sigmar Gabriel macht es jetzt nicht anders. Ob die SPD die 20 Prozent Hürde reißt (ob von oben oder von unten), ist ungewiss. Gabriel ist jedenfalls nicht schuld und kann seine Karriere in der SPD und der Bundespolitik in Ruhe fortsetzen.

Schuld ist dann Schulz, der mit 61 etwa als Fraktionsvorsitzender bis zur Rente überwintern kann. Dass der das letzte Aufgebot der Sozis ist, wird nichts daran ändern, dass er schon wieder auf der vermeintlichen Gerechtigkeitslücke und der Spaltung der Gesellschaft herumreitet,die nur durch die Sozis geschlossen werden kann. Die gibt es, aber nicht dort, wo der Eurokrat Schulz sie vermutet. Letztlich muss schon die untere Mittelschicht 40% ihres Einkommens vor Auszahlung an die Sozialkassen abtreten. Wer halbwegs verdient, darf noch ordentlich in die Steuerkasse einzahlen.

Gerade mal 25% der abgegebenen Stimmen hat die SPD 2013 erreicht und sich in der Großen Koalition ohne nennenswerte Gegenwehr von Merkels CDU am Füllhorn der Staatsausgaben bedient. 75% derjenigen, die sich trotz der elenden Auswahl an die Urne gequält hatten, wollten diese spätindustrielle Volksbeglückung nicht, weil ja absehbar war, dass sie das selber bezahlen. Entweder mit steigenden Sozialversicherungsbeiträgen, Steuern oder gleich mit ihrem Arbeitsplatz, weil die Arbeitskosten schneller steigen wie die Produktivität.

Die SPD wurde einst gegründet, um die Arbeiterklasse zu emanzipieren. Das hat die längst getan. Auch von der SPD.

Gabriel macht jetzt erstmal in Familie und fliegt in den nächsten Monaten ein wenig mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr umher, statt schreiend die Laufkundschaft auf den Marktplätzen zu belästigen. Kein schlechter Tausch.

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