Offensichtlich hat der polnische Lastwagenfahrer noch schlimmeres verhindert, indem er dem Mörder in´s Lenkrad griff. Das hat er mit dem Leben bezahlt. Dank dafür. Wenn man jetzt mit besonnenem Blick auf die Sache blickt, muss man sich über drei Dinge wundern: Den Relativismus der öffentlich-rechtlichen Medien, den Alarmismus der anderen und die Bräsigkeit der Berliner Sicherheitsbehörden. 1. Das Muster des feigen Anschlags ähnelt Nizza 1 zu 1. Dass ein bewußtlos gewordener Fahrer wie im Schlaf genau die Gasse eines Weihnachtsmarktes findet, die als Rettungsweg besonders breit ist, so dass er mit dem Vierzigtonner bequem eine ausreichende Anzahl von Menschen überfahren kann, war von Anfang an mehr als unwahrscheinlich. Dass es ein islamistisch motivierter Terror-Anschlag war, ist also wohl mehr als wahrscheinlich. Von den zwei bisher durchgeführten Terror-Akten wurden genau zwei von Flüchtlingen ausgeführt. Dass da ein kausaler Zusammenhang bestehen könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Arroganz, mit der der ZDF-Hauptstadtstudio-Leiter Horst Seehofer abkanzelte, weil der gefordert hatte, dass man eingedenk des Terroranschlags die Flüchtlingspolitik überprüfen sollte.

Update: Im LKW sind die Ausländerrechtlichen Papiere eines Tunesiers gefunden worden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

 

2. Wegen des furchtbaren Terror-Anschlages werden nicht alle Weihnachtsmärkte schließen. Und niemand, der sich jetzt da einen Glühwein trinkt, ist nicht gleich pietätlos. Ich verstehe ja den Druck der Reporter bei den Privaten, die möglichst viele Zuschauer möglichst lange an der Glotze halten wollen. Aber es täte auch diesen Medien gut, wenn man etwas besonnener zu Werke ginge und nicht gleich den Weltuntergang herbeikommentiert.

 

3. Dieser Tage habe ich den Nürnberger Oberbürgermeister im Fernsehen gesehen. Der hat gesagt, dass man natürlich sein Sicherheitskonzept für den weltberühmten Christkindl-Markt überarbeitet habe – nach Nizza.

Dafür war man in Berlin zu bräsig. Nachdem der Attentäter gerne mit dem Leben davon kommen wollte, hätte ordentliche Polizeipräsenz den wahrscheinlich schon beim Ausspähen abgeschreckt. Und während jede zweite Straße mit Pollern gegen Falschparker hermetisch abgeriegelt wird, kann man bei einem Weihnachtsmarkt keine zwei, drei Betonblöcke aufstellen.

Nicht bei irgendeinem Weihnachtsmarkt in Pusemuckel. Sondern bei “DEM” Weihnachtsmarkt in West-Berlin vor der symbolträchtigen Gedächtniskirche. Das Argument, man könne ja nicht jeden öffentlichen Platz schützen, greift ein bisschen kurz. Das plärren vom De Maiziere bis zum neuen Berliner Innensenator mit dem schönen Namen Geisel jetzt alle in die Mikros. Und das ist falsch. Auf dem Breitscheidplatz halten sich stets Tausende auf. Da wäre ein wenig Hirnschmalz wohl angebracht, etwa ob man nicht mit ein bisschen Videoüberwachung auch noch als Beifang ein paar Taschendiebe und Sexisten fangen könnte.

 

 

 

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