von CARL CHRISTIAN JANCKE

Gegen Bezahlung machen Werber sich eine Sache zu Eigen. Selbst eine gute. Das ist ihre Profession. Aber die Verteidigung der Meinungsfreiheit ist bei ihnen in den falschen Händen. Das zeigt das Verhalten von Gerald Hensel und auch seines Chefs Stefan Wegner, der ihn auf WUV verteidigt, während seine Agentur Hensels Existenz auf der Webseite der Agentur streichen lässt. Ist das Kommunikationsstrategie oder Kopflosigkeit? Da will wohl jemand seinen Kopf aus der Schlinge ziehen.So eine gute Sache ist der Kampf gegen Rechts. Und bevor sich diese gefährliche Geisteshaltung verbreitet, schaltet man am besten diejenigen ab, die die rechte Sache verbreiten. Und Gerald Hensel, schreibt Stefan Wegner, Geschäftsführer von Scholz und Friends, macht als Digital-Stratege einen tollen Job. Den macht Stefan Wegner auch.

Denn Stefan Wegner fürchtet, dass ihn niemand mehr für seine Arbeit bezahlen möchte. Und damit auch seine Kunden verliert. Da sind Dirk Maxeiner, Henryk Broder und die Autoren der Achse der Guten schon einen Schritt weiter. Sie haben ihre Anzeigenkunden schon verloren.

Und das liegt daran, weil Georg Hensel die Achse der Guten bei seiner Boykottaktion #keinGeldfürRechts  als “rechtspopulistisches Blog” erwähnt und von der Blacklist “ausgeklammert” hatte. Das wirft die Frage auf, ob die Erwähnung versehentlich oder gar ungerechtfertigt geschah oder aber beabsichtigt. In jedem Fall, liebe Werbetreibenden, für einen Boykott ist es nicht ausreichend, wenn Herr Hensel ein rechtspopulistisches Blog erwähnt. Es muss es schon auf seine “Blacklist” schaffen. Dann ist erst die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz eines “rechtspopulistischen Blogs” durch Entzug der Werbegelder gerechtfertigt.

Stefan Wegner schreibt, diese Vernichtung von Leuten, die eine andere Meinung als Herr Hensel haben, sei legitim. Scholz und Friends hätte und hat sowas aber nicht gemacht.

Was wir aber sind, ist eine Agentur, die für eine freie und angstfreie Meinungsäußerung eintritt. Und für eine offene Gesellschaft, in der kontrovers gestritten werden kann, ohne dass der persönliche Respekt im Umgang miteinander verloren geht.

Das schreibt Stefan Wegner. Deshalb musste er in Kauf nehmen, dass für Scholz und Friends die Reaktionen auf Hensels legitimen Boykottaufruf eine Zumutung gewesen seien, die man habe aushalten müssen. Nicht zumutbar war aber Herrn Hensels Boykottaufruf. Der war ja legitim.

Über die Legitimität der Erwähnung des “rechtspopulistischen Blogs” Die Achse der Guten und den dadurch entstandenen wirtschaftlichen Schaden sagt Herr Wegner übrigens nichts. Auch nicht, ob die Erwähnung der Achse der Guten für die eine hinzunehmende Zumutung darstellt. Für Eine “angstfreie Meinungsäußerung” tritt die Agentur Scholz und Friends ein. Die findet statt, wenn man sich nicht mit Argumenten auseinandersetzt oder eben wie Herr Hensel, zum Boykott von Medien aufruft oder sie erwähnt, wenn er sie  persönlich für rechts hält, findet Herr Wegner. Denn das war ja eine Privataktion von Herrn Hensel, für die der Scholz und Friends nicht um Erlaubnis fragte. Weshalb der die “legitime” Aktion auch nicht erlaubt hat.

Natürlich hätte Stefan Wegner die “legitime” Aktion und die damit verbundene Erwähnung der Achse der Guten als “rechtspopulistisches” Blog genehmigen müssen. Sie war ja legitim. Ob er sie für eine Zumutung hält und für wen, wissen wir dagegen nicht.

Stefan Wegner schreibt das alles natürlich nicht etwa bei der Achse der Guten. Sondern beim Werbeblatt “Werben und Verkaufen”, das von seinen Kunden gelesen wird. Es könnte ja sein, dass seine Werbekunden, die” Werben und Verkaufen” lesen die legitime Aktion von Herrn Hensel auch für eine Zumutung halten, und zwar für eine, der sie sich nicht länger aussetzen mögen. Es könnte ja sein, dass sie nicht so gerne von einem digitalen Strategen beraten werden,der seine Website nach dem Ruf der Wärter im stalinistischen Gulag benennt, in dem nicht weniger Menschen umkamen als in den KZs der Nationalsozialisten: “davaidavai”. Und die darüber hinaus mit stalinistischen Symbolen verziert ist, aber jetzt wohl mit einem Passwort geschützt ist.

Herr Wegner hält das wahrscheinlich für eine Zumutung, aber legitim. Die Seite heißt ja nicht Arbeitmachtfrei.de. Über die Frage ob man den Stalinismus mit dem Nationalsozialismus vergleichen darf, gab es schließlich schon einen ausgewachsenen Historikerstreit. Und das unlängst gestohlene Tor von Dachau hat Herr Hensel auch nicht geklaut. Wollte ich ja nur erwähnen. Dafür klammere ich Herrn Hensel auch ausdrücklich von meiner persönlichen Blacklist aus. Wie das aber die Kunden von Scholz und Friends finden, weil ich das mal erwähnt habe, weiß ich nicht. Auch nicht, ob Herr Wegner das für eine legitime Zumutung hält.

Ich könnte ja auch eine Hashtag-Aktion #keinGeldfürLinks ins Leben rufen und erwähnen, dass Herr Hensel für Scholz und Friends arbeitet und das populärstalinistische Blog “davaidavai” betreibt und ihn und Scholz und Friends von meiner “Blacklist” ausklammern. Wenn ich darauf hin einem Shitstorm ausgesetzt wäre, wäre das eine Zumtung. Herr Wegner würde das aber bestimmt legitim finden.

Bei mir ist das allerdings anders. Ich halte es für gar nicht legitim, dass der Linkspopulist Hensel mir vorschreiben will, was ich lesen kann oder was nicht, im dem er festlegt, wer auf welche Blacklist kommt und wen er davon ausklammert aber erwähnt. Ich halte das auch schon nicht mehr mal für eine Zumutung.

Wer gute Argumente hat, braucht sich vor anderen Meinungen nicht zu fürchten und muss nicht versuchen, Leute mundtot zu machen, deren Auffassungen er nicht teilt.

Werber sind korrupt. Sie vertreten die Auffassungen anderer gegen Geld, ob sie sie teilen oder nicht. Das korrumpiert. Das schlimmste was Herr Wegner für seinen und den Ruf von Scholz und Friends tun konnte, war zu erklären, dass Boykottaufrufe ein legitimes Mittel in einer

“offene(n) Gesellschaft, in der kontrovers gestritten werden kann, ohne dass der persönliche Respekt im Umgang miteinander verloren geht.”

Und zu vergessen, für wen das eine Zumutung ist. Er macht sich, seine Agentur und seinen Digitalstrategen zum Opfer. So gut kann er dann doch nicht werben, dass man ihm das glaubt.

 

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