tagesschau-freiburg

von Carl Christian Jancke

Wenn ein Flüchtling ein Kapitalverbrechen an “schon länger hier Lebenden” begeht, ist das ein “regionales Ereignis”´. Wenn Bio-Deutsche sich mit Flüchtlingen auf einem Marktplatz prügeln, ist es der Tagesschau eine Live-Schalte in der Hauptausgabe wert. Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Mit einem Maß messen diejenigen, die die Identität des Vergewaltigungsopfers von Freiburg recherchiert haben und die Tatsache, dass sie als Flüchtlingshelferin aktiv war, bewerten. Die Tatsache, dass ihre Eltern auf ihrer Beerdigung statt Blumen und Kränzen um Spenden für die Flüchtlingshilfe gebeten haben, ist Anlass, diese armen Menschen mit Spott und Häme zu überschütten: “Geschieht ihnen doch recht, dass ihre Tochter vergewaltigt und ermordet wurde. Haben sie nicht anders verdient.” Diejenigen, die so argumentieren sind erbärmlicher als die ganzen Islamisten. Sie knüpfen universelle Menschenrechte an die “richtige Gesinnung.”

Über den Relativismus der Tagesschau-Redaktion kann ich nur sagen, dass ich darüber nicht erstaunt bin. Auch ein Kommentar in der Bild-Zeitung stößt in das Horn. Der unmündige Bürger muss durch eine verminderte Dosis in der Vermittlung der Realität vor Rassismus bewahrt werden. Der wird eingedenk des Medienverhaltens immer misstrauischer. Und hört lieber auf Stimmen, die die Sache eher überzeichnen. In den berühmten sozialen Medien werden  solche Trends dann verzerrt.

Wir haben rund eine Million Menschen in unser Land gelassen, von denen wir nicht einmal wissen, wer sie sind. Diese Menschen stammen aus einer anderen Kultur und ihre Mehrheit ist geprägt von Sitten und Gepflogenheiten einer anderen Religion. Das macht sie als Menschen nicht besser und nicht schlechter, aber eben anders.  Hinzu kommt, dass die meisten junge alleinreisende Männer sind, die aus unterschiedlichen Gründen gereist sind. Einer der Gründe ist sicher, dass sie sicher nicht mit der Waffe in der Hand zum Kanonenfutter dieses kleinen dreißigjährigen Kriegs werden wollten. Ein anderer sicher, dass sie fitter sind als kleine Kinder und alte Frauen und den beschwerlichen, illegalen Weg durch halb Europa und/oder das Mittelmeer am ehesten gesund überleben, um die Familie hinterher im Zuge der Familienzusammenführung nachzuholen.

Dass die überwiegende Mehrzahl dieser Menschen Moslems sind und eben aus einer Welt kommen, in der es ein anderes Familienbild und ein anderes Verhältnis zwischen Mann und Frau gibt, macht die Angelegenheit nicht einfacher. Es ist ein großes Politikversagen, dass wir ihnen die humanitäre Hilfe, die ihnen zusteht, nicht in der Region zu Teil haben werden lassen, aus der sie stammen. Und dass wir uns an der Lösung des Konflikte nicht rechtzeitig vor Ort beteiligt haben.

Nun sind sie hier. Und wir müssen zunächst einmal damit zu Recht kommen. Und denjenigen, die das freiwillig tun, unabhängig von ihrer Motivation, kann man nur dankbar sein. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass diejenigen, die weder Kriegsflüchtlinge noch berechtigte Asylbewerber sind, möglichst schnell in ihre Herkunftsländer zurück geschickt werden müssen. Und dass diejenigen, die Kriegsflüchtlinge sind, auch nur so lange hier bleiben können, solange der Krieg in Syrien tobt.

Die Probleme, die dabei und dadurch auftreten, müssen offen und deutlich angesprochen werden. Dazu gehört auch, dass hier unbefriedigte sexuelle Bedürfnisse von 100.000en junger Männer auf eine freizügige Gesellschaft trifft, die viele dieser geschlechtsreifen Männer einfach überfordert. Nicht jeder 17 jährige Afghane ist ein Vergewaltiger. Es ist aber eine relevante Information, dass ein Vergewaltiger und Mörder ein 17 jähriger Afghane ist. Die Identität des Opfers ist dagegen vollständig unrelevant.

Wer allerdings hier und bei Facebook polemisiert, das Opfer sei ja Mitglied der Flüchtlingshilfe und damit unterstellt, es sei selber schuld, stellt sich mit denjenigen auf eine Stufe, die meinen, wenn das junge Mädchen sich verschleiern würde, wäre dem Mann auch die Versuchung genommen. Er verstößt gegen ein universelles Menschenrecht. Genauso widerwärtig ist, wer die Herkunft der Eltern herausstellt oder sich zynisch darüber lustig macht, dass die Eltern auf der Beerdigung für die Flüchtlingshilfe sammeln.

Bedenklich sind auch die Beschwichtungungsversuche der Politiker, die so tun, als ob genau diese Vergewaltigung auch stattgefunden hätte, wenn die Flüchtlinge nicht nach Deutschland gekommen wäre. Als ob dann ein ebenso gesteuerter Südbadener sich an seiner Statt in die Büsche geschlagen hätte. Das ist Volksverdummung.

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