Traurige Kinderaugen gehen immer. Ungewaschen lässt sich sogar mit der Fernsehkamera das Elend transportieren, das daraus resultiert, dass Israel die besetzten Gebiete im Westjordanland vielleicht nicht verhungern aber doch mindestens sprichwörtlich austrocknen will. Und das bringt Quote in einer Zeit, wo wir jetzt ja auch Messerattacken haben. Da kann man den Israelis ja schwe vorwerfen, dass die schneller schießen, als die Terroristen zustechen. Da braucht man einen anderen Vorwand. 

Da kommt den Propagondisten der Palästinensischen Selbstverwaltung der ARD-Korrespondent im Studio Tel Aviv zu pass. Gerade mal 100 Liter Wasser pro Nase habe man in den besetzten Gebieten zur Verfügung. Weshalb die armen Kinder bei der Rückkehr aus dem Ferienlager sich nicht waschen dürfen. Papa schleppt derweil Wasserflaschen herbei. Mama kommt in dem Film natürlich gar nicht vor. Grund dafür war aber nicht eine strukturelle Unterversorgung der arabischen Siedlungen sondern ein schlichter Rohrbruch.  Und für deren Instandhaltung der maroden Infrastruktur ist die palästinensische Selbstverwaltung seit 1995 zuständig.In den besetzten Gebieten versickert aber seitdem nicht nur das Wasser sondern auch die Milliardenbeträge, die die UNO und die EU regelmässig überweisen.

Doch davon ist in dem Rührstück, das am Sonntag Abend um 20.15 Uhr in der Tagesschau und um 22.30 Uhr in den Tagesthemen lief, nicht die Rede. Die Wahrheit, die dort vom Korrespondenten Michael Rosch präsentiert wurde, war schlichter. Die Israelis rationieren das Wasser und verbieten den armen Palästinensern den Brunnenbau, während in den bösen Siedlungen im Westjordanland nicht nur Milch und Honig fließen, sondern eben auch Wasser  im Überfluss.

Aufgrund des Gegenwindes sieht sich Rosch mittlerweile genötigt, auf die umfangreiche Kritik auf dem Blog des ARD-Studios Tel Aviv zu antworten. Dieser Eintrag offenbart vollständig die komplette Unfähigkeit des ARD Korrespondenten und rechtfertigt seine fristlose Entlassung, weil er offensichtlich die Grundlagen journalistischer Arbeit, die Recherche, nicht beherrscht.

Wer in der Tagesschau um 20.15 Uhr über die Wasserversorgung der besetzten Gebiete schwadroniert, dem ist zuzumuten, sich zunächst über die rechtlichen Voraussetzungen zu informieren und auch darüber, wer wem wieviel Wasser liefert, wer für die Instandsetzung der Leitungen zuständig ist und wer diese Leistnugen bezahlt. Dabei braucht man auch gar nicht darauf hinzuweisen, wie es Rosch tut, ein hoher jüdischer Feiertag habe eine Stellungnahme der israelischen “Seite” verhindert. Seit ein paar Jahren gibt es eine neuartige Erfindung mit Namen Internet. Und dort sind alle Fakten mit ein paar Klicks zu recherchieren. Das habe ich im Februar 2014 anlässlicih des unerträglichen Auftritts des Präsidenten des EU-Parlamentspräsidenten in einer halben Stunde erledigt:

Israel liefert der palästinensischen Autonomie-Behörde mehr als 53 Millionen Kubikmeter Wasser (mehr als 20 Millionen mehr als im Oslo-Vertrag vereinbart) und subventioniert diese Lieferung mit rund 19 Mio $. Der Wasserverbrauch zwischen Palästinensern und Israelis gleicht sich seit 1967 kontinuierlich an, wobei der israelische sinkt und der arabische steigt. Und rund 20 Millionen Kubikmeter versickern in der maroden palästinensischen Infrastruktur. Die Araber haben auf der Westbank nicht mal eine Kläranlage. 

Die unterschiedlichen Interpretationen erklären sich recht einfach: Israel investiert in Entsalzungsanlagen, hat in den letzten 60 Jahren das Leitungsnetz modernisiert und sorgt für Kläranlagen. Die israelische Landwirtschaft bedient sich modernster Bewässerungstechnologien, die darauf setzt, dass jeder Tropfen effizent genutzt und kein Wasser verschwendet werden.

Da es sich um ein gemeinsames Grundwasserreservoir handelt, haben die Israelis und die PLO Vereinbarungen über die Wasserversorgung getroffen, die von Israel übererfüllt werden. Den Palästinensern ist im Gegenzug nur erlaubt, in einem bestimmten Umfang, der vereinbart wurde, Brunnen zu bauen und zu unterhalten. Derzeit entstehen derer rund 60, von denen die palästinensische Wasserbehörde sage und schreibe 17 mit Wasseruhren ausgestattet hat.

Die Israelis teilen ihr Know-how und ihre Technologien darüber hinaus mit den Arabern. Gemeinsam mit Jordanien und der Autonomiebehörde baut man eine Wasser-Pipeline vom roten zum toten Meer mit einer gemeinsamen Entsalzungs- und Aufbereitungsanlage, die allen drei Partnern zu Gute kommt.

Ich gebe zu, die israelische Botschaft hat es mir leicht gemacht, diese Argumente zu sammen zu tragen, weil sie die entsprechenden Dokumente und Studien, die ich etwas vereinfacht zusammen gefasst habe, in einem Blogbeitrag aufgelistet hat.

Rösch ist nicht im Studio Tel Aviv hauptsächlich für die Beobachtung orthodoxer Juden zuständig. Sein Aufgabengebiet sind vielmehr die so genannten “besetzten Gebiete” “Westjordanland” und “Gaza”, wie die Homepage des ARD-Studios Tel Aviv ausweist. Und das seit 2011. Und dann kennt der arme Mann nicht mal die Oslo-Verträge. Die gibts schon seit 1995 Hätte man sich also schon mal einlesen können.

Die bigotte Selbstgerechtigkeit, mit der der Mann auf die scharfe aber berechtigte Kritik reagiert, ist nicht nur ein Zeichen von Beratungsresonanz und Ignoranz. Es stellt die Professionalität des Journalisten insgesamt in Frage, weil er auch den berechtigten Kritkern das Wort im Munde legt, statt einfach zu sagen: Ertappt. Tut mir leid.

Beispiel gefällig? Zitat Blog-Beitrag des ARD Studios Tel Aviv

Die wohl schwerwiegendste Kritik an unserem Beitrag bezieht sich darauf, dass wir Bilder manipuliert hätten, in dem wir den Wassermangel in Salfit während eines aktuellen Wasserrohrbruches gedreht hätten. Diese Mutmaßung von einem der ersten Kritiker des Beitrages, noch in der vergangenen Nacht, wurde in den sozialen Netzwerken unhinterfragt übernommen und entwickelte sich dort zu einer festen Behauptung. Bis hin zum sehr vorbelasteten Begriff der „Lügenpresse“. Dazu müssen wir sagen: Diese Unterstellung ist falsch! Als wir gedreht haben, galt der Rohrbruch als repariert.

 

Mit anderen Worten:Der hochspezialisierte ARD-Korrespondent für die besetzten Gebiete hatte keine Ahnung, ob zum Zeitpunkt seines Drehs nun noch der Rohrbruch bestand oder nicht. Da hätte er sich doch wohl informieren müssen.

Zurück zum Rohrbruch: Dann hätte der Wassermangel mit der angeblichen Minderleistung  der Israelis nix zu tun. das Wasser wäre ganz einfach wie die fast Hälfte des Wassers, dass die Israelis kostenlos liefern, versickert, weil die milliardenschwer subventionierte Autonomiebehörde nicht in der Lage ist, ein paar Rohre zu flicken. Während hierzulande jedem säumigen Hartz 4 Empfänger der Wasserhahn sprichwörtlich abgedreht wird, wenn er nicht bezahlt, liefern die Israelis den Arabern fröhlich weiter, obwohl die ihre Rechnung nicht begleichen.

Ich erspare der geneigten Leserschaft eine tiefere Analyse. I made my point. Die Art und Weise, wie Markus Rosch im Blog des ARD-Studios Tel Aviv großkotzig auf die berechtigte Kritk reagiert, macht uns jedoch wieder einmal deutlich. Vom Anspruch des Qualitätsjournalismus sind die öffentlich-rechtlichen so weit entfernt, dass man dem Mann nicht mal vorsätzlichen Antisemitismus vorwerfen kann. Dafür ist er zu sehr Dilletant.  Aber der muss sein Geld ja nicht mit seiner Arbeit verdienen. Sondern kriegt es dank Zwangsgebühr zugeteilt.Unabhängig vom Wahrheitsgehalt seiner klischeehaften Filmchen ohne jede Substanz.

Dass der Mann kein Einzelfall ist, zeigt sich auch daran, dass sein Filmchen durch die Endkontrolle kam und tatsächlich gesendet wurde.

 

 

 

 

 

 

 

.

 

H