von CARL CHRISTIAN JANCKE M

Man stelle sich einmal vor: Ein Autor veröffentlicht auf einer reichweitenstarken politischen Seite einen kritischen Artikel über Homöopathie. Kurz vorher hat er auf der selben Seite einen politischen Artikel geschrieben, der sich mit Meinungsfreiheit auseinandersetzte. Dieser ArtiAkel wurde von einer Organisation verlinkt, die unser Autor nicht einmal kennt und die sich offensichtlich damit beschäftigt, von verschiedenen Internetseiten Texte zu verlinken.. Eine renommierte wissenschaftliche Organisation nimmt den wissenschaftlichen Artikel von ihrer Facebook-Präsenz, nachdem die Verlinkung eines anderen politischen Artikels bei einem etwas unseriös wirkendem Blog gefunden wurde, obwohl der Artikel mit dem Stück über Homöopathie nichts zu tun hat. Gibt es nicht. Doch. Und vor allem hat der politische Text das quasi vorhergesehen.

Marisa Kurz, die bereits Artikel bei der Süddeutschen Zeitung und Spiegel Online veröffentlicht hatte, schrieb bei der “Achse der Guten” über ihre Diskriminierung wegen ihrer kritischen Haltung gegenüber dem politischen Islam, nicht etwa zu gläubigen Muslimen. Immer wieder wurde sie deshalb in die “rechte Ecke” gestellt und als “Nazi” tituliert.

 

Ein paar Tage später schrieb die Biochemikerin mit abgeschlossenem Philosophie-Studium einen ausgewogen kritischen Text beim selben Portal über die Wirkungslosigkeit von Homoöpathie, der selbst mir einleuchtete. Wissenschaftsjournalismus at it´s best. Das “Netzwerk Homöopthie verlinkte den Text und löschte ihn darauf wieder. Man wolle sich nicht politisch vereinnahmen lassen, die “Achse der Guten” sei zu provokant und außerdem habe Kurz den Artikel ja auch noch auf “Islamnixgut” veröffentlicht, einem Medium, bei dem auch ein gewisser Ulf Ulfkotte schreiben würde.

 

Das war genau die Sorte Diskriminierung, von der Kurz in ihrem ersten Text geschrieben hatte. Weil sie ihre politische Haltung auch noch bei einem Medium, der Achse der Guten, gepostet hatte, das von einigen “Netzwerk Homöopathie”- Mitgliedern nicht goutiert wird, wollte man dort nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden.

 

Das ist schäbig und die Damen und Herren werden bemerken, dass das auf sie zurückfällt. Sich von jemanden zu distanzieren, der öffentlich die Meinung der eigenen Sache eindrucksvoll vertritt, nur weil er auf ganz anderem Gebiet eine andere Meinung hat wie einige Mitglieder, erinnert an die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.

 

Dabei macht es sich das “Netzwerk” spürbar einfach. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass Kurz ihren Text auf “Islamnixgut” veröffentlicht habe. Wie klar ersichtlich ist, handelt es sich bei dieser mit WordPress betriebenen Seite um eine Art Aggregat, das allerlei Artikel von jeder Menge Internet-Seiten ohne deren Kenntnis verlinkt.  Bei dieser Auffassung zu bleiben, nachdem mehrfach darauf hingewiesen wurde, dass Kurz den Artikel dort nicht veröffentlicht habe, ist unseriös, Vorsatz und grenzt an Rufmord.

 

Am meisten beschädigt das “Netzwerk Homöopathie” sich selbst und seine Reputation. Es bemüht sich wohl, den Beweis in die Welt zu tragen, dass “Homöopathie” als Arznei bestenfalls eine Placebo-Wirkung entfaltet und bewegt sich in einem Umfeld, in dem genau mit diesen Methoden der Herabsetzung und  Diffamierung ihrer eigene Botschaft herab gesetzt wird. Auf diese Weise macht sie sich gemein mit dem unseriösen Befürwortern der Homöopathie.

 

In der wissenschaftlichen Diskussion zählt nur eins: Das Argument ohne Ansehen der Person, die es äußert. Wer andere wegen anderer Meinungen diskriminiert und diskreditiert, wie es das Netzwerk Recherche tut, könnte das genauso wegen der Religionszugehörigkeit oder der Hautfarbe tun. Mit der Sache hat das nichts zu tun.
Das ganze wäre vielleicht nicht unbedingt einen Blogbeitrag wert. Aber die Tendenz, siehe der Artikel von Frau Kurz, ist nicht von der Hand zu weisen.