Jemand hat ein paar Papiere einer einzigen Rechtsanwaltskanzlei gestohlen. Das ist verboten. Jemand anders hat die Klarnamen der Klienten veröffentlicht. Das ist auch verboten. Alles andere sind Mutmaßungen, Verdächtigungen, Vorurteile, Vorverurteilungen und die Mitnahme in Geiselhaft, wenn die jeweiligen Personen als “Vertrauter” von irgend einem vermeintlichen Diktator gelten. Behauptet wird viel, bewiesen ist gar nichts. 

Die Art und Weise, wie sich die Medien ohne jede Beißhemmung über die Panama-Paper  her machen, zeugt von langer Hand. Und es ist eine Kampagne, die nur eins hoffähig machen soll. Die totale Kontrolle privater Vermögen, um die per partiellen Enteignung zur Lösung der “Euro-Krise” heranziehen zu können. Das hat mit Zypern ja schon mal funktioniert. Da ist es schon ärgerlich, dass sich diesmal kein Zumwinkel fand, wie auf den CDs, den man dann auch noch abschreckend öffentlich an den Pranger stellen kann.

Eigentlich müsste die Nachricht doch heißen, dass kein Grund zur nun eilfertig behaupteten Bekämpfung von Steueroasen besteht, weil ja so gut wie kein EU-Bürger unter den durch Veröffentlichung zu Schaden gekommenen Personen zu sein scheint. Anne Will wollte halt nicht schon wieder über die Flüchtlinge reden.

Nicht die Bahama-Papers sind ein Skandal. Sondern der mediale Umgang mit ihnen und der Generalverdacht, unter den man diejenigen stellt, die jetzt am Pranger stehen.