das Lagerdenken scheint passée. In Thüringen gibt die SPD in einer Rot-Roten Koalition den Junior-Partner, in Rheinland-Pfalz gibt die FDP den Steigbügelhalter für Rot-Grün und in Baden-Württemberg stellt die CDU wohl den stellvertretenden Ministerpräsidenten unter dem Grünen Kretschmann. Der Beliebigkeit sind keine Grenzen mehr gesetzt. In Wahrheit regiert die nationale Einheitsfront – wie in der DDR.

Anders als dort gibt es keine Partei, die einen Führungsanspruch stellt. Das tut nur die derzeitige Generalsekretärin Angela Merkel, die sich in Bundestag und Bundesrat von wechselnden Parteien tolerieren lassen kann. Wenn die CDU gegen ihre Flüchtlingspolitik opponiert, stehen SED-Nachfolger und Bündnis 90/Grüne bereit. Die schwelende Euro- und Finanzmarktkrise, die europaweite Rezession werden solange ignoriert, wie die Chinesen genug Autos und Maschinen kaufen. Und wenn die mal wegfallen, haben die Inder ja noch Nachholbedarf.

Die schwelenden Probleme der eigenen Gesellschaft werden dabei ignoriert: Das marode Rentensystem, die unfinanzierbare Krankenversicherung, das ineffiziente Steuersystem, die Überschuldung des Staates, die nur durch Geldentwertung und Vermögensverluste durch asymetrische Inflation aufgehalten werden kann. All diese Probleme werden allenfalls gelegentlich von den Medien zur Klicksteigerung genutzt und geraten dann wieder in Vergessenheit.

Das Kartell der Besitzstandswahrer verbündet sich aus Angst vor der AfD. Wenn es die Sorgen der Wähler weiter länger ingnoriert, wird die immer stärker.