Eigentum verpflichtet. Diesen eigentlich überflüssigen Satz haben die Gründerväter ins Grundgesetz geschrieben. Denn Kapital nützt nur dann etwas, wenn es auch Gewinn bringt. Und dann nützt es auch anderen, die dabei helfen, diesen Gewinn zu erzielen. Denn das Geld der Reichen macht auch die Armen reicher. 

Heute hat das Bundesverfassungsgericht ein Urteil zur Erbschaftssteuer gesprochen. Die ist per se ungerecht, denn sie besteuert Einkommen, das bereits einmal versteuert wurde. Die OECD verkündet gleichzeitig, die zunehmende Ungleichverteilung des Vermögens würde Wohlstand und Wachstum in Deutschland gefährden. Was für ein Schwachsinn.

Zunächst einmal schrumpfen Vermögen seit geraumer Zeit. Grund dafür ist die versteckte Inflation. Die Zinsen sind niedriger als die Teuerungsrate. Damit schrumpfen Vermögen und wachsen nicht. Demgegenüber stehen natürlich die inflationären Zuwächse bei Aktien und Sachwerten, die dadurch entstehen, dass die Zinsen so niedrig sind, dass Festgeld und das gute alte Sparbuch sich nicht mehr lohnen.

Eigentum schafft nicht nur Wohlstand bei denen, denen es gehört. Als Aktien, als Schuldverschreibung, als Unternehmensanteil schafft es auch für andere Wertschöpfung. Denn Marktwirtschaft ist ein arbeitsteiliger Prozess, in dem Transaktionen und Zusammenarbeit nur dann zustande kommen, wenn sie allen, die daran beteiligt sind, Vorteile verschaffen (oder die das zumindest erwarten können). Nur wer Vermögen hat, vermag also auch, dieses zum eigenen und zum Wohle anderer zu verwenden. Und nur, wenn daraus ein Gewinn entsteht, profitieren alle.