NRW ist nicht knapp bei Kasse. Das Land ist pleite und lebt permanent über seine Verhältnisse. Nun kommt man auf die Idee, zwei Bilder von Andy Warhol für geschätzte 100 Millionen Euro zu versteigern, die die landeseigene Lottogesellschaft einst für ein paar hunderttausend eingekauft hatte. Die bürgerlichen Feulletions empören sich, als ob der heilige Gral an den Teufel verkauft werden sollte. Dabei haben die von mir wenig geliebten Sozialdemokraten völlig recht. Es wäre noch besser, wenn sie die NRW-Bank, der die Lottogesellschaft gehört direkt verkaufen würden. Oder wenigstens die Westlotto selbst. Davon ist aber nicht die Rede. Der wahre Skandal ist nicht, dass die Bilder verkauft werden sollen. Sondern, dass sie sich noch im Besitz der maroden Staatsbank befinden, die mit ein paar Milliarden Euro aus dem Staatssekel gerettet werden musste. 

Denn die “NRW”-Bank ist das Überbleibsel der Skandal-Bank WestLB, die alleine zwischen 2002 und 2010 von ihren Gesellschaftern, dem Land NRW und den Sparkasssen des Landes 19 Mrd. Euro einforderte. Dagegen sind popelige 100 Millionen Erlös doch tatsächlich vernachlässigbar. Wenn man überlegt dass das Land 2012 1 Mrd. Euro real nachschießen musste, hätte der Kaufpreis für die Warhols immerhin 10% ausgemacht.

Nun haben die versammelten Museumsdirektoren des Bundeslandes einen offenen Brief an die Ministerpräsidentin geschrieben. Und die haben auch nicht mal unrecht. Denn die Warhol-Schinken werden nicht verhökert, um Schulden zu tilgen: Die Förderbank NRW fördert allerlei. Eben auch das Glücksspiel, das so verwerflich ist, dass nur staatliche Stellen die Zocker abzocken dürfen. Und die Sparkassenorganisation, aus der die staatliche “Förderbank” hervorging, verdient einen anderen Namen: Entweder Schattenhaushalt oder besser noch Schwarzgeld-Kasse. Abseits jeder parlamentarischen Kontrolle werden die Gewinne von einer Sparkassenstiftung verteilt. Der sitzt natürlich der Bürgermeister vor. Und der verteilt rechtzeitig zur angestrebten Wiederwahl gerne Schecks an den Taubenzüchterverein.

Die Existenz dieser Korruption fördernden öffentlich-rechtlichen Anstalten wird mit dem Wort “Daseinsvorsorge” verbrämt. Ein Begriff, den die NationalSOZIALISTEN erfanden, um möglichst viele privat gut funktionierende privatwirtschaftliche Aufgaben an sich zu ziehen. Heute wird nur ein Dasein dadurch gesichert: Das der Pöstchen-Inhaber von Sparkassenverbänden, Stiftungen, das von Direktoren und Filialleitern.

Denn in der Finanzkrise war das Dasein der Sparkassen mehr gefährdet als das der Privatbanken und des Genossenschaftswesens. Denn die Landesbanken, die reihenweise pleite gingen, gehören zur Hälfte den Sparkassen und zur anderen den jeweiligen Bundesländern.  Nur weil die die Haftung vollständig übernahmen und die dreistelligen Milliardenverluste durch die Landeshaushalte ausglichen, sind die netten, kleinen Sparkassen vor der Pleite gerettet worden. Denn die hätten dieses Ergebnis der Großmannssucht von Milbradt, Stoiber und Konsorten nicht mittragen können.

Also Freunde. Es wird Zeit. Schaut nach in den Bilanzen der Landesbanken, Lottogesellschaften und Stiftungen. Und verkloppt, was das Zeug hält. Auf dass die ein oder andere Milliarde dabei raus komme. Wir, die Bürger dieses Landes, haben das verdient.