Wenn man ein neues Buch geschrieben hat, muss die PR-Maschine laufen wie geölt. Und wenn man von den Talk-Shows ignoriert wird, dann bleibt zum Werben nur das Hinterzimmer. Frank Schäffler war deshalb zu Gast im Berliner Löwenbräu, das sich am “Gendarmenmarkt” nennt, obwohl es an der wesentlich weniger attraktiven Leipziger Strasse lag. Doch die Referenten Schäffler und der ehemalige Vorsitzende der  CDU-Mittelstandsvereinigung Schlarmann, verloren darüber im gerammelt vollen kleinen Saal nicht den Überblick. 

Josef Schlarmann war jahrelang Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU. Die hat ihren Einfluss verloren, was nicht an seiner Amtsführung lag sondern vor allem am sozialdemokratischen Beliebigkeitskurs der Kanzlerin. Dass der als “kritischer Würdiger” den Hypothesen Frank Schäfflers nur in einem Punkt energisch widersprach, ist deshalb kein Wunder. Gegen die Euro-Rettung ist die Mittelstandsvereinigung gewesen und Schlarmann weist zurecht auf die Art und Weise hin, wie die Fraktionsführungen aller Parteien diejenigen an die Kandarre nehmen, um Widerspruch erst gar nicht aufkommen zu lassen. Bis auf Klaus-Peter Willsch (CDU), Sylvia Canel andere und eben Frank Schäffler gelang das.

An den falschen Rettungsschirmen, die nichts retten werden, ändert das nichts. Und das führt zu Schäfflers Statement. Dass die Wettbewerbsfähigkeit der lateineuropäischen Länder unter dem EURO leiden und dass es wenig sinnvoll ist, weiter zu versuchen die Länder wettbewerbsfähig zu machen, darüber besteht Einigung  zwischen Schäffler und Schlarmann.

Erschreckend ist Schäfflers Prognose: Der EURO als Weg in die Knechtschaft durch fortwährende Überregulierug und stetige staatliche Intervention entzieht den Menschen und Bürgern den Boden für die Marktwirtschaft. Statt Big Bang eben die Erosion des Rechtsstaates.Das erscheint plausibler als die allseits verbreitete Crash-Theorie vom Big Bang. Aber der schleichende Niedergang verspricht eben auch keine positive Zukunft.

Leider beschäftigte man sich ausgiebig mit dem Niedergang und den Krisen Griechenlands, Italien, Spaniens und Portugal. Die sind alle nicht Vergangenheit. Nach meiner Auffassung ist die Frage entscheidend, ob es gelingt Frankreich zu reformieren. Nur dann hat der Europa-Raum überhaupt eine Chance. Und die Frage wurde nicht diskutiert.