Wer sich jenseits von Klischees über gierige Bankster und faule Griechen mit den Ursachen der Eurokrise befasst, der kommt an unserem Geldsystem nicht vorbei. Einer der ganz wenigen Politiker, die das verstanden haben ist Frank Schäffler. Sein Buch “Nicht mit unserem Geld – Die Krise unseres Geldsystems und die Folgen für uns alle” legt die Mechanismen offen, über die Staaten per Knopfdruck Geld erschaffen und zeigt die Gefahren eines Papiergeldsystems im Würgegriff der Politik auf. Es ist darüber hinaus eine Dokumentation seines Kampfes gegen die Rettungseuropäer, auch und gerade in der FDP, und eine erschreckende Bilanz der Rolle, die den gewählten Volksvertretern von den Zentralisten in Brüssel und Berlin zugedacht wird.

Was bedeutet es für den Wert unseres Geldes, wenn im Zuge einer angeblichen Stabilisierung des Euro Millionen aus dem Nichts geschöpft werden? Warum rettet der Staat insolvente Geldinstitute mit Steuergeldern, anstatt dem Markt seinen Lauf zulassen? Wieso senken Notenbanken die Zinsen ins Bodenlose und warum sind Staatsanleihen hoch verschuldeter Euroländer immer noch ein attraktives Investment für die ebenfalls hoch verschuldeten Banken? Diese und viele andere Fragen beantwortet Frank Schäffler im Sinne der österreichischen Schule und vor allem auf verständliche Art und Weise.

Außerdem ist das Buch ein leidenschaftliches Plädoyer für die Freiheit. Man spürt beim Lesen oft genug, wie sehr den Autor die Sorge um die so genannten “kleinen Leute” umtreibt, denen die finanzielle Repression durch Minizinsen, hohe Steuerbelastung und eine unberechenbare Blasenwirtschaft die Luft zum Atmen nimmt. Der erwerbstätige Bürger verkommt zur Melkkuh für einen perversen politisch-finanziellen Komplex, der das Rad der Verschuldung von Staaten und Banken auf seine Kosten immer weiter dreht. Mit Fleiß und Sparsamkeit ein Vermögen aufzubauen und im Alter davon zehren wird so für weite Teile der Bevölkerung unmöglich. Sie sind auf Gedeih und Verderb einem Wohlfahrtsstaat ausgeliefert, der nur durch Rechtsbruch und inflationiertes Zwangsgeld am Leben erhalten wird. Frank Schäffler setzt diesen Gefahren für Wohlstand und Freiheit jedes Einzelnen seine Visionen von einer Gesellschaft entgegen, die auf Engagement und Eigenverantwortung basiert, und einer Wirtschaft, in der Risiko und Haftung wieder im Einklang stehen.

Wer Schäfflers Weg in den letzten Jahren verfolgt hat, der wird nichts fundamental Neues in dem Buch entdecken. Aber es bietet eine gute Zusammenfassung der Eurokrise aus der Sicht eines kritischen Insiders und konkrete Vorschläge zum Umgang mit Finanzkrisen und Bankeninsolvenzen, die mit marktwirtschaftlichen Prinzipien vereinbar sind. Und selbst wer den Bücherschrank bereits voll mit Mises und Hayek hat sollte sich das Buch zulegen, um ein Zeichen zu setzen. Je höher “Nicht mit unserem Geld” in den Bestsellerlisten klettert, umso mehr Menschen erreichen Schäfflers Thesen. Die meisten unserer Mitbürger sind nicht so gut informiert wie die Leser diese Blogs und haben keine klare Vorstellung davon, was Dank Papiergeld, Europlanwirtschaft und Schuldenpolitik noch auf sie und ihre Familien zukommen kann.