Eine Reise durch das Internet kann gruselig sein: Die Suchbegriffe “ISIS”, “Caliphate” oder “foreign jihadis” bringen Fotos, Texte und Videos ans Tageslicht, deren Inhalt kaum zu glauben ist. Irgendwelche unfassbar gläubigen Personen reisen aus der ganzen Welt in den sogenannten Islamischen Staat, das neue Kalifat und werden zu brutalen Mördern. Einfach so. Das letzte Mal, dass etwas in ähnlichem Ausmaß passierte, muss der Krieg in Bosnien gewesen sein. Der Autor Eugen Sorg berichtet in seinem empfehlenswerten Buch “Die Lust am Bösen” von perfekt integrierten Jugoslawen, die Urlaub von ihren gutbezahlten Jobs in Westeuropa nahmen, um in der alten Heimat mal eben ihre Nachbarn abzuschlachten.

Im Fall der Isis-Terroristen wird der Kreis der Beteiligten aber noch etwas erweitert. Viele der Ausländer, die nun nach Syrien und in den Irak strömen, haben mit ihren dort wartenden Kampfgenossen nur die Religion gemein und wuchsen in westlichen Demokratien auf. Ob Konvertierte Deutsche, somalischstämmige Finnen, Amerikaner mit Wurzeln in Trinidad oder Briten deren Großeltern aus Pakistan einwanderten: Isis verkörpert einen perfekten Multikulturalismus, der irgendwelchen Bubis die Möglichkeit gibt, Hälse im Namen ihres Propheten auf- und abzuschneiden. Der Stolz, den diese Subjekte mit perfekter Videotechnik ins Internet transportieren, wenn sie vor geköpften oder gekreuzigten Kuffars posieren, ist höchstens mit jenen Fotos zu vergleichen, die die Massenmörder von SS und Einsatzgruppen im Zweiten Weltkrieg beim Morden zeigen.

Im Ernst: Welches Land will all diese Abu Dieses und Abu Jenes wieder zurück in der Heimat sehen? Gibt es ein Recht auf terroristischen Urlaub? Können es sich westliche Demokratien leisten, diese wandelnden Zeitbomben wieder in ihrer Mitte aufzunehmen? Wer garantiert, dass die Lust am Morden zurück in Bottrop, London oder Helsinki nicht plötzlich wiederkehrt und ganz schnell ausgelebt werden muss?

Wer sich für die Teilnahme am Massenmord in Syrien oder dem Irak entschlossen hat, trifft eine sehr eindeutige Entscheidung. Das sollte der Gesetzgeber auch so sehen, jenen Personen Pass und Staatsbürgerschaft entziehen und den Zutritt zur Zivilisation verweigern. Den Betroffenen bleibt dann ja immer noch die Möglichkeit, sich vom Herrn Kalifen einen Pass mit dem gewählten Kampfnamen abstempeln zu lassen und zu sehen, wie weit sie damit noch kommen, wenn der Jihad nicht mehr in ihren aktuellen Lifestyle passt. Wer sich wie ein Ungeheuer benehmen möchte, sollte auch wie eines behandelt werden.