Für viele Muslime in Deutschland gilt frei nach Bertolt Brecht: Die im Lichte sieht man nicht. Stattdessen dreht sich die Debatte um diejenigen ihrer Glaubensgenossen die hartnäckig den Eindruck erwecken, dass sie im zivilisatorischen Dunkel der Vormoderne besser aufgehoben wären als in einem demokratischen Rechtsstaat. Schuld daran trägt auch die selbsternannte muslimische Lobby, ein lächerliches bis ärgerliches Konglomerat aus Wichtigtuern und Unsympathen, das in erster Linie an den staatlichen Fördermillionen für Integration partizipieren will.

Integrierte Muslime – und die gibt es zu Hauf – brauchen keine steuergelderfinanzierten Hilfsprogramme und auch keine berufsbeleidigten Lautsprecher, für die jeder mit einer anderen Meinung ein Rassist ist. Die Existenz einer jährlichen Islamkonferenz, auf der sich diese Gestalten von der deutschen Politik hofieren lassen, ist für skeptische Zeitgenossen der Beweis, dass Muslime sehr wohl eine schwierige Gruppe sind, um die man sich besonders kümmern muss. Keine NPD-Kampagne trägt so zum Image der Muslime als Problemmigranten bei wie die Aktivitäten ihrer „Lobby“.

Nicolaus Fest trifft deswegen nicht nur einen Nerv, wenn er den Islam als Integrationshindernis benennt, er hat auch einige Statistiken auf seiner Seite. Trotzdem ist sein Urteil natürlich pauschal, denn die problematischen Muslime hierzulande sind in der Regel bildungsferne Menschen türkischer und arabischer Herkunft. Iraner hingegen sind meist vorbildlich integriert, Aleviten ebenso. Ob es wirklich am Islam liegt, wenn bestimmte Muslime unangenehm auffallen, sei also dahingestellt, darf im Rahmen eines knackigen Meinungsbeitrages aber behauptet werden. Schließlich werden Katholiken auch routinemäßig als reaktionäre Frauenfeinde, Amerikaner als fette Waffennarren und Ostdeutsche als rechtslastig porträtiert. Das mag polemisch und einseitig sein, aber es ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Trotzdem erregt sich eine ganze Gutmenschenarmada über Fests Charakterisierung des Islam, anstatt sich mit dem eigentlich Skandal, nämlich seiner Folgerung daraus zu befassen: Eingeschränktes Asylrecht für Muslime! Ausgerechnet das Grundrecht, das auch Menschen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden Schutz gewähren will, soll für eine bestimmte Religionsgruppe nicht mehr gelten? Das ist eines Juristen nicht würdig und eines vermeintlichen Verteidigers der Zivilisation noch viel weniger.