Manchmal ist das Leben schön. Wind und Regen machen den Sommer erträglicher. Meine Lieblingseisdiele hat geöffnet. Und in den Medienberichten der letzten Tage gab es sogar eine regelrechte Sternstunde. Damit meine ich nicht die Raketen, die abgeschossen werden, ehe sie in Israel einschlagen konnten. Die sind deutschen Medien mit Breitenwirkung allenfalls eine Randbemerkung wert und außerdem hätte ich den Plural “Sternstunden” benutzen müssen. Abgesehen davon wäre eine Diskussion darüber, inwiefern der Alltag israelischer Landesverteidigung noch als Sternstunde betrachtet werden kann, was ja eine gewisse Seltenheit impliziert, sicher sehr interessant, ist aber nicht mein Thema.

Auch der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft ist es nicht, ich denke nicht an die Sekunden nach dem Abpfiff oder das Überreichen des Pokals. Meine persönliche mediale Sternstunde habe ich erlebt, als Bastian Schweinsteiger live, in Farbe und in der ARD (noch mal in Worten: in der Ahh-Err-Deh!!!) niemand anderen als Uli Hoeneß höchstpersönlich grüßte. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, sprachen aus seinen Worten auch Dankbarkeit und Achtung. Für den Steuerhinterzieher. Unfaßbar.

Vermutlich werden jetzt senderintern Diskussionen geführt, ob man solche riskanten Situationen nicht ein wenig zeitversetzt übertragen kann, um im Ernstfall schnell eine technische Störung einzubauen. Aber für dieses Mal ist es zu spät. Millionen Menschen haben die Verneigung vor Uli Hoeneß gehört. Live. In Farbe. In der ARD.

Und darum, liebe linksgrünen Journalist*innen, Gutmenschen und ihr anderen, die ihr euch ärgert, grüße ich euch. Ganz herzlich. Schriftlich. Bei den Freund*innen der offenen Gesellschaft.

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