Wenn sie leben, sollen sie sich wenigstens nicht wehren. Juden, die sich verteidigen, heißen Israelis. Und das geht ja nun gar nicht. Natürlich wünscht man denen nicht gleich den Tod. Aber man wird sie ja wohl noch kritisieren dürfen. Weil sie die armen “Palästinenser” zu ihren Opfern machten, denen sie, frisch dem Holocaust entkommen, das Land geklaut haben und die sie nun tyrannisieren und mit Bombenangriffen ermorden. Das entspricht so gar nicht unserer Vorstellung vom geduldigen Juden, der erst die Diskriminierung ertrug und sich dann zu assimilieren suchte, bevor er sich auf die Rampe nach Ausschwitz führen ließ.

Ich wähle diese drastischen Worte mit Bedacht. Gleich zweimal bin ich in den letzten Tagen mit “Israelkritik” konfrontiert worden, die sich mir nicht erschließt. Denn Israel ist ein Rechtsstaat, der nichts lieber täte, als in Frieden mit seinen Nachbarn zu leben. Der auch Araber nicht diskriminiert. Und der sich wehrt. Und das ist der Punkt, der manchen Deutschen wütend macht. Die Juden wehren sich und lassen sich nicht wie einst in Ausschwitz oder bei den arabischen Progromen etwa in Hebron 1929, das heute zu den besetzten Gebieten zählt, willenlos zur Schlachtbank führen lassen.

Wir haben uns von den Juden ja schon vieles gefallen lassen. Schon die gute alte UFA war ja in der Hand von “unsere Leut”, bis Adolf die in die Flucht schlug. Zum Dank haben die gleich auch noch Hollywood übernommen. Ich sage nur Billy Wilder. Selbst die klassische Musik ist seit Mendelsohn-Bartholdy infiltriert. Dann kam Lenny Bernstein seligen Angedenkens und heute hat ja Barenboim den Laden im Griff selbst wenn der seine israelische Herkunft mit einer palästinensischen Staatsbürgerschaft garniert (gibt doch noch gar keinen Staat oder?). Von der Wall Street brauchen wir gar nicht reden – Goldman Sachs.

Nicht erst seit 1946 wird zurück geschossen. Und eigentlich schon früher. Das ist nicht mehr lustig. Die können jetzt auch kämpfen. Früher waren sie uns ja nur intellektuell überlegen. Was bleibt uns Germanen noch übrig, wenn sie auch die Selbstverteidigung besser beherrschen wie wir selbst.

Das perfide daran ist das perfide darin. Ausschwitz war der Keim des modernaen deutschen Antisemitismus. Wir haben schließlich genug bereut. Ständig wurde uns ja im letzten Jahrhundert  – und das nicht immer zu recht – die Schuld zugeschustert. Niemand weiß, obes ohne Versailles die Machtergreifung gegeben hätte.  Schon beim ersten Weltkrieg, der sich als Betriebsunfall der Geschichte erweist, provoziert von lauter diplomatischen Dilettanten auf allen Seiten, die das Ergebnis ihres Tuns kaum selbst bedacht haben. Mit an der Front auf deutscher Seite übrigens – jüdische Soldaten. Damals war ihr neues Selbstverständnis unserem Urgroßvätern noch ganz recht.

Auschwitz taugt der Linken als Doppelkeule. Damit lässt sich einerseits der vermeintlich rechte Nationalismus diskreditieren und zweitens durch stete Wiederholung des Holocaust im Geschichstunterricht bei den Schülern ein schlechtes Gewissen erzeugen, dass sich irgendwann in Widerwillen und dann in Antisemitismus umschlägt. Hilfreich ist dabei, dass es in Deutschland so wenige Juden gibt, dass kaum einer einen persönlich kennt. Auch weil die i.d.R. ihre Herkunft und Religion aus Angst vor Repression selten öffentlich leben.

Den Konflikt zwischen Juden, Christen und Arabern im Nahen Osten hat es in den letzten 2000 Jahren immer gegeben. Wer das nicht im Gedächtnis hat, der schaue ruhig mal in Lessings “Nathan, der Weise”, der lange vor der Gründung der zionistischen Bewegung und der damit begonnenen Einwanderungswelle geschrieben wurde. Dass die meist auf unbewohntem Gebiet stattfand, wird ebenfalls verdrängt. Bestes Beispiel ist die Gründung Tel Avivs  auf dem unfruchtbaren Land  v o r der arabischen Stadt Jaffa, die mit ihr dann langsam zusammenwuchs.

Nur dass die Juden nach Ausschwitz Massada als Warnung ansehen, ist neu. Dass sie sich verteidigen und ihre Zukunft mit der Waffe in die Hand nehmen, kann der gemeine Deutsche endlich als Legitimation sehen, sich von der indoktrinierten Schuld (an Ausschwitz) freizusprechen. So kann man aus Opfern schön Täter konstruieren.

Besonders hervorzuheben ist dabei die Rolle der deutschen Linken und insbesondere der RAF und sonstigen Korona, die sich in Entebbe wieder an einer Selektion beteiligten. Die Solidarität der palästinensischen Terroristen mit der RAF wurde nicht nur in gemeinsamen Trainingscamps im Jenen gelebt, sondern gerade durch die Entführung  der Landshut 1977 deutlich, die nur durch den Einsatz der GSG9 nicht in einem Desaster endete.

Mittlerweile ist es auch in gutbürgerlichen Kreisen salonfähig, das Existenzrecht Israels zu bestreiten oder zumindestens zu behaupten, dass der Raketenbeschuß durch die Hamas legitim sei, weil Israel den “Palästinensern” das Land geraubt hat und Israel die armen Araber ständig terrorisiere. Dass die Juden genauso vor Ausschwitz in “Palästina” sesshaft waren und von den Arabern terrorisiert wurden, zeigt der Pogrom von Hebron 1929, in den vermeintlich “besetzten Gebieten”, wo Juden immer sesshaft geblieben sind. Die Jüdische Bevölkerung in Jerusalem war im 20. Jahrhundert meist in der Mehrheit.

Die moderne Form des Antisemitismus ist “Israel-Kritik. Sie stösst sich vor allem daran, dass die Juden nicht mehr die gewaltlosen Opfer geben, sondern ihr Existenzrecht verteidigen. Gegen jeden und alles.