Der erste Weltkrieg hat die U.S.A. zur Weltmacht gemacht. Weil die Europäer sich sinnlos auf den Schlachtfeldern Verduns abschlachteten, mussten die Franzosen und vor allem die Briten sich das Geld dafür an der Wall Street leihen. Das hat die reich gemacht und zu einem Vorsprung geführt, den Europa nie wieder aufgeholt hat. Aber das hat uns allen nicht geschadet. Denn die USA finanzierten nicht nur auch den zweiten Weltkrieg. Ohne sie wäre die Befreiung Europas von den Nazis und der Schutz des Westens vor der Sowjetunion nicht denkbar gewesen. Und ohne den Marshal-Plan kein deutsches Wirtschaftswunder. Während die europäische Aussenpolitik seit Jahrzehnten dahin dümpeln, geben die Amerikaner nicht nur erfolgreich den Weltpolizisten. Sie sorgen, wo möglich nicht nur für Ordnung und Frieden. Vor nicht einmal zwanzig Jahren auch in Europa, als sich auf dem Balkan die Völker massakrierten und die gemeinsame Europäische Außenpolitik nichts zusammen kriegte. Daran ändert auch nichts, dass der Friedensnobelpreisträger Barack Obama ein vollständiger Ausfall ist. Selbst Jimmy Carter hatte noch Camp David  und den Friedensschluß zwischen Ägypten und Israel hin gekriegt. Dass dieser Präsident von den “Amerika-Kritikern” mehr geliebt wurde wie von den Amis selbst, sagt viel über die hierzulande weit verbreitete Einfalt. 

Man wird Amerika doch noch kritisieren dürfen. Klar, dass ist der Unterschied zu Putins gelenkter Demokratie. Da darf man das nämlich auch, kann aber anschließend in einem sibirischen Straflager darüber sinnieren. Und es gibt einiges zu kritisieren an den USA. Das Justizsystem zum Beispiel und die Todesstrafe. Die seit 23 Jahren blasenbildende Geldpolitik der Federal Reserve Bank. Die Idee Bill Clintons, dass jeder Amerikaner unabhängig von seinem Einkommen ein Eigenheim sein eigen nennen sollte. Die ganze amerikanische Staatswirtschaft: Denn anders als sein Ruf ist das Wirtschaftssystem der USA nicht von Laissez Faire geprägt sondern vom Gegenteil: Während hierzulande bis zur Erfindung des Rettungsschirms  die Einlagensicherung der privaten Banken auf Gegenseitigkeit beruhte und die jeweils auf einander aufpassten, ist sie in den USA seit je her staatlich finanziert. Und mit Fanny Mae und Freddy Mac gibt es zwei gigantische Geld- und Kreditpumpen, die das Aufblasen der Blase extrem beschleunigt haben.

Auch der Afghanistan- und Irak-Krieg waren schwerwiegende Fehler. Sie zu führen, war unausweichlich. Aber zu meinen, es würde reichen, die Hauptstädte zu besetzen und das Hinterland den Taliban und Al Quaida zu überlassen, war ein schwerer Fehler. Und wie friedensstiftend der jeweilige Abzug ist, kann man ja gerade im Irak erleben. Wegen des großen Erfolgs wird es demnächst in Afghanistan noch mal wiederholt.

Das alles hat aber damit zu tun, dass man nach 9/11 die Genfer Konvention des “Kriegsrechts” in der Pfeife rauchen kann. Putins “Selbstverteidigungskräfte” kopieren dabei “völkerrechtswidrig” die Methoden von Al Quaida. Sie haben von ihren Uniformen alle Hoheitszeichen entfernt und verstecken sich hinter der Zivilbevölkerung, die sie damit in Geiselhaft nehmen. Wie die “radikalpalistinänsische Hamas” triumphieren sie dann, wenn es zu Verletzten oder Todesopfern unter den Zivilisten kommt. Das Konstruktionsprinzip funktioniert natürlich auch, wenn eine amerikanische Drohne eine afghanische Hochzeitsgesellschaft trifft oder ein vom deutschen Oberst Klein befohlener Luftangriff mitten in der Nacht steckengebliebene Tanklaster, die gerade von afghanischen Kombattanten gestohlen worden waren, um ein wenig Licht in das in kurzer Distanz gelegene Zeltlager der Bundeswehr zu bringen, ebenfalls vorwiegend Menschen trifft, deren Zugehörigkeit zu den Kombattanten mangels Hoheitszeichen oder Uniform nicht nachzuweisen ist. Dass dabei rund 70 Plünderer gestorben sind, die sich beim Benzin bedienten, ist mehr als ein furchtbarer Kollateralschaden.

Nun wird den USA etwa in einem bei Facebook verbreiteten Video eines ziemlich durchgeknallten Deutschen vorgeworfen, sie hätten die Vereinbarung mit der Sowjetunion gebrochen, mit der NATO nicht nach Osten zu expandieren. Das wäre ziemlich dummdreist gewesen, denn es hätte den Balten, Polen, Tschechen, Slowaken, Sloweniern und auch den Georgiern oder Ukrainern das Selbstbestimmungsrecht nach den Regeln genommen, die die Sowjetunion dem freien Westen während des Kalten Krieges aufgezwungen hat. Und die EU hat die entsprechenden Länder nicht zum Beitritt gezwungen wie die Sowjetunion in den “Rat für gegenseitige wirtschaftliche Zusammenarbeit”. Und die NATO ist dort auch nicht einmarschiert wie der Friedensfürst Gorbatschow beim Vilniuser Blutsonntag 1991, bei dem 14 Menschen um´s Leben kam oder Putin in Georgien und unlängst in der Krim. Nach Auffassung unseres Protagonisten sind europäische Völker nichts anderes als Figuren auf dem Schachbrett zwischen Russland und Amerika. Den Polen, Rumänen oder Moldauern die selben Rechte zuzusprechen wie sich selbst, kommt den Russland-Freunden nicht in den Sinn und offenbart ihr schräges Weltbild.

Dabei zeigt sich jetzt: Wer nicht in der NATO ist und sich am Rande Russlands befindet, könnte schneller in die “Euroasische Union” gezwungen werden als ihm lieb ist. Wer NATO-Mitglied ist, dem garantiert die Mitgliedschaft der USA die Souveränität wie der alten Bundesrepublik zu Zeiten des kalten Krieges. Würde Russland etwa das Baltikum angreifen, um die dort lebende, recht große russische Mehrheit vor den europäischen Faschisten zu schützen, könnte nicht mal Barack Obama von roten Linien faseln, die erst überschritten würden, bevor er im Zweifelsfall seinen Außenminister in die Air Force Two steckt, um diplomatische Aktivität zu simulieren, während in Syrien und nun auch im Irak Tausene sterben, weil der Flächenbrand, den man nicht entfachen wollte, längst grassiert.

Und nun noch ein paar Worte zu Big Data, Google und der NSA. Ist ja auch alles böse, weil amerikanisch. Selbst der Schein-Liberale Christian Lindner spricht sich ja für ein europäisches Internet aus und die Deutsche Telekom verspricht sich ein bombiges Geschäft davon, dass sie unsere Mails nur noch NSA-frei über europäische Infrastruktur hält. Dabei sollte jedem Menschen klar sein: Das Internet hat die Sicherheit einer Postkarte. Wer will, liest mit.  Und mit unseren “Daten” bezahlen wir nicht nur für die Infrastruktur,die wir nutzen. Die Speicherung unserer Daten verbessert die Angebote, die man uns macht und die Leistung unserer Rechner. Auch wenn ich es langsam leid bin, dass mir booking.com immer noch unbedingt ein Hotelzimmer in Filderstadt vermitteln will, weil ich dort einmal im März übernachten musste und auch der Amazon-Algoritmus zu dumm ist, um zu begreifen, dass ich den blöden Drucker, der mir immer noch angeboten wird, vor einem halben Jahr gekauft habe. Und NSA ist nur ein kürzeres Wort für Vorratsdatenspeicherung, dass die Phantasie jedes “Innenpolitikers” in die Nähe einer Erektion treibt.

Die Dominanz der USA in der IT ist nicht Gott gegeben. Wer einmal Stanford einen Besuch abgestattet hat, begreift, dass hier ein einzigartiges Modell der Wissensindustrie entstanden ist, dessen Formel von zwei Faktoren bestimmt wird: Kapital und Dynamik. Die Geschwindigkeit, mit der hier neue Ideen geboren, finanziert und mit perfektem Marketing in´s Web gepusht werden, entscheidet über den Erfolg. Und mit dieser Geschwindigkeit kann der Fördermechanismus der deutschen Ministerialbürokratie und die Geschwindigkeit, mit der die Sparkasse den Kredit nach dem Eintrag der Hypothek in Oma´s klein Häusschen genehmigt, einfach nicht mithalten. Bis das deutsche “Start up” an den Markt geht, ist das amerikanische an der Börse. Oder wie Whattsap vom Wettbewerber Facebook für Milliarden geschluckt. Der Verkäufer zahlt darauf zwar zum Ärger der deutschen Sozialdemokratie zwar keine Steuern, stellt seinen idellen Nachfolgern aber einen Teil des Gewinns in Form von Venture Capital zur Verfügung.

Uns bleiben nur die Brüder Samwer, die mit Zalando erfolgreich amerikanische Ideen wie Amazon kopieren und einem ordentlichen Werbebudget pushen.

Und statt von der Exzellenzinitiative der vermeintlichen Frau Doktor Schavan abhängig zu sein, die in ihrem Leben noch nie einen Euro Wertschöpfung generiert hat, freut sich Stanford nicht nur über die Zuwendungen seiner Absolventen. Für Bill Gates, Mark Zuckerberg und Co gehört es zu mehr als nur dem guten Ton, sich dort ein Denkmal zu setzen. Im wahrsten Sinne des Wortes in Form eines Instituts, das nicht nur in Form eines Gebäudes und der technischen Infrastruktur. Für einen durschnittlich dreistelligen Millionenbetrag wrd auch gleich die Technologie und das Personal alimentiert. Und die Unternehmer nehmen dabei liebend gerne in Kauf, dass sie diejenigen heranzüchten, die bald darauf ihrem Geschäftsmodell den Rang ablaufen. Im Zweifel finanzieren sie die sogar. Und anders als bei der deutschen Bildungsministerin haben sie mit ihrem Erfolg schon mal bewiesen, dass sie wissen was sie tun. Mit eigenem Geld ist man ohnehin vorsichtiger. Selbst wenn man es gibt, will man es nicht verschwenden.

Nun könnten wir noch viel dazu sagen, warum amerikanische Konzerne für ordentliche Steuerzahlungen auf der ganzen Welt sorgen, auch wenn sie die nicht selbst leisten. Und ihr Geschäftsmodell wahrscheinlich weltweit mehr Wertschöpfung und Staatsfinanzierung generiert als alle Phantasien der Sozialdemokratie. Weil sie es sind, die das Wachstum der Weltwirtschaft antreiben. Weil sie Menschen beschäftigen und Leistungen erbringen, die unser aller Wertschöpfung steigern. Das ist aber zu plump gesagt. Auch wenn unser Loblied auf Amerika noch ein paar Strophen vertrüge. Für heute belassen wir es dabei.