In der Nähe von Hebron sind drei junge Männer entführt und ermordet worden. Danach – nicht davor – ergeht die Welt darin, Israel solle darauf achten, dass die Situation jetzt nicht eskaliere! Während unaufhörlich Raketen aus Gaza auf Israel abgefeuert werden, die nur dank dem Iron Dome nicht alle einschlagen. In Jerusalem wird ein junger Araber entführt und offensichtlich ermordet. Es ist die israelische Polizei, die 47 Israelis festnimmt, die öffentlich Rache gefordert hatten, die Suche nach dem entführten Araber aufnimmt und seine Leiche findet. Mindestens neun Araber werden darüber hinaus von den israelischen Sicherheitskräften gegen Übergriffe wütender Israelis geschützt. Wer schürt hier die Eskalation? 

Antisemitismus ist Mainstream. Weltweit. Jakob Augstein ist nicht allein.  Die Medien leisten ihm nicht nur Vorschub. Aber sie bestätigen den gemeinen Antisemiten in seinem Vorurteil. Irgendwas muss doch dran sein, sonst wären die Juden ja nicht so verhasst. Und bei den Israelis ist es ja auch nicht anders. Wäre der Holocaust erfolgreicher gewesen, es gäbe das Problem ja nicht, hat jemand auf der Facebook-Seite von Gregor Gysi kommentiert. Die “Volksstimme” aus Magdeburg ist da differenzierter:

“So sehr diese Tat auch zu verurteilen ist – für die aufkeimende Gewalt im Heiligen Land sind nicht allein die Palästinenser verantwortlich. Israels Ministerpräsident Netanjahu hat mit seiner Politik zur Eskalation beigetragen. Er tut alles dafür, den Palästinensern ihr legitimes Recht auf einen eigenen Staat zu verwehren, die jüngsten Friedensverhandlungen ließ er platzen. Zudem trachtet er danach, einen Keil zwischen die Palästinenser-Bewegungen Fatah und Hamas zu treiben, um ihre Position zu schwächen. Der Mord könnte nun die Antwort auf eine weitere Provokation Netanjahus gewesen sein”

So klingt sie, die Stimme des Volkes. Und der Zwangsgebührensender DLF nimmt sie in seine Presseschau auf. Und trifft den landläufigen Geschmack. Die Redaktion der “Informationen am Morgen” opfert der Angelegenheit einen breiteren Raum. Immerhin wird davon berichtet, dass der israelische Rechtsstaat Araber vor ein paar dutzend wild wütend gewordenen Israelis schützt. Dass die Sicherheitskräfte der “palästinensischen Selbstverwaltung” einmal Israelis oder auch nur Christen vor den mindestens steinewerfenden “palästinensischen Jugendlichen” auf dem Tempelberg geschützt hätten, ist dagegen genauso wenig überliefert wie die Möglichkeit, dass die “radikal-palästinensische Hamas” den alltäglichen Raketenbeschuss Israels aus dem GAZA-Streifen unterbinden würde.

Weil dieser Raketenbeschuss alltäglich ist, ist er den deutschen Korrespondenten keine Meldung mehr wert. Terror ist in Sderot halt Alltag. Interessant wird es erst, wenn Israel Vergeltung übt, also gezielt Terroristen tötet oder Raketenabschußrampen zerstört. Dann stehen sie bereit, die Zeigefinger schwingenden Nahost-Experten und warnen Israel vor einer weiter gehenden “Eskalation”.

Der Deutschlandfunk-Moderator fragte denn auch im Interview den israelischen Botschafter hartnäckig nach der “Verhältnismäßigkeit” der Suchaktion der Israelischen Sicherheitskräfte nach den drei entführten jungen Männer. Auf die Gegenfrage,was dass denn sei, blieb er stumm,

Antisemitismus kommt heute politisch korrekt daher. Wer kennt schon persönlich einen Juden? Dafür kennt jeder eine fiese Geschichte über die jüdische Finanzmafia und weiß, dass die hierzulande ja nur aus Steuergeldern alimentiert werden (auch wenn sich das widerspricht). In Amerika kaufen sie ja die Präsidenten und die halten dann die armen Araber darnieder. Dass deren “Palästinenser” genannte Ausprägung weltweit die größten Subventionsempfänger pro Kopf sind, ist eine zu vernachlässigende Tatsache. Es muss doch noch erlaubt sein, Israel zu kritisieren.