Gesa Fritz hat bei Spiegel Online heute ein ganz besonderes Rührstück abgeliefert, das außergewöhnlich verlogen und doof daherkommt. Es handelt von einer deutschen Lehrerin, deren Hobby es ist, mit Personen zu korrespondieren, die in amerikanischen Todeszellen einsitzen. Ihr aktuelles Hobby heißt Willie Trottie. Feitz schreibt, er habe “laut Staatsanwaltschaft” zwei Menschen ermordet und zwei verletzt. Schon dieser Satz ist natürlich Unsinn, obwohl er so schön anklagend klingt. Eine Jury hat Trottie für schuldig befunden und nicht irgendein böser Staatsanwalt. Seine Tat wird so beschrieben:

“An jenem Tag soll er mit einer Neun-Millimeter-Pistole bewaffnet in die Wohnung seiner Ex-Partnerin Barbara eingedrungen sein und die 23-Jährige mit sechs Schüssen getötet haben. Dem ebenfalls anwesenden Bruder soll er eine Kugel in den Hinterkopf gejagt haben. Bei der Schießerei wurden auch Barbaras Mutter, ihre Schwester und Trottie selbst durch mehrere Schüsse verletzt.”

Mit anderen Worten, der Kerl wurde auf frischer Tat erwischt. Zwei seiner Opfer haben überlebt und standen als Zeugen zur Verfügung. Tottie sagt da zu nur “er habe in Notwehr gehandelt, sein Pflichtverteidiger sei schlecht gewesen. Die Geschworenen haben niemals alle wichtigen Beweise erhalten. Trottie schreibt, er wurde zum Tode verurteilt, weil ich ein armer Afroamerikaner bin, der sich keinen guten Anwalt leisten konnte.” Das klingt so wie aus dem Handbuch für linke Täterfreunde, aber wie erschießt man jemanden in Notwehr in den Hinterkopf? Weder Gesa Fritz noch die deutsche Brieffreundin des Mörders Trottie sagen etwas dazu. Statt dessen wird mit einer Statistik impliziert, dass das amerikanische Justizsystem systematisch Schwarze hinrichten lässt.

Zum Schluss darf die Lehrerin noch erzählen, dass sie schon bei zwei Hinrichtungen von Brieffreunden dabei und vollkommen cool war. Ein morbides Hobby. Und eine Frage stellt sich, wird von Frau Fritz aber tunlichst umgangen: Hat sie den überlebenden Opfern ihrer tollen Freunde auch mal ein Kärtchen zukommen lassen? Wie üblich in solchen Fällen blendet die Humanistin mit dem großen Herz für Mörder diese völlig aus.