Manche achtlos weggeworfene Kippe hat ganze Steppen oder Wälder vernichtet. Und jeder Dorf-Brandmeister weiß: Je früher ein Feuer gelöscht wird,  desto geringer der Schaden. Jene, die theatralisch in den vergangenen Jahren vor einer Intervention in Syrien gewarnt hatten, weil sonst in der “ganzen Region” ein Flächenbrand entstünde, treiben es nun auf die Spitze, wenn sie fabulieren, das schiitische Regime aus Teheran solle nun das schiitische Regime in Bagdad mit amerikanischer Luftunterstützung vor dem sunnitischen Kalifenstaat retten. 

Jene “Nahost-Experten” von Lüders bis Scholl-Latour oder unser unvergessener Aussenminister a.D. Westerwelle (auch wenn ich ihm nur vollständige Genesung wünschte) haben immer wieder von einem Flächenbrand gesprochen, der ausbrechen werde, wenn der Westen sich in Syrien auf Seiten der Opposition stellt. Die bestand am Anfang aus Demonstranten, die die Demokratie und nicht die Scharia wollten.

Sie hat der Westen schnöde im Stich gelassen. Und der Friedensnobelpreisträger Barack Obama erfand “rote Linien”, die Assad nicht übertreten dürfe. Sonst würde doch interveniert. Assad spielte auf der roten Linie Gummitwist.

Der vom Westen ausgelöste Flächenbrand wäre, so die Experten in den Talk-Shows, auch noch auf den Irak übergesprungen. Doch sieh da, dafür brauchte es gar keine westlichen Aktivitäten auf dem syrischen Staatsgebiet.

Mittlerweile wurde interveniert. Nur nicht vom Westen. Sondern von Islamisten aller Art, die Syrien als  Spielwiese für ihre Gewalt nutzen. Millionen Menschen sind auf der Flucht und aufgrund ihrer Höhe wird die Anzahl der Toten nicht einmal mehr in den Fernsehnachrichten genannt.

Und ganz ohne westliche Luftangriffe ziehen die von AL Quaida abgespaltenen “ISIS”-Kämpfer im wahrsten Sinne des Wortes massakrierend durch den Irak. Wenn das kein Flächenbrand ist. Auch hier sind Hunderttausende auf der Flucht.

Lüders, Scholl-Latour und Konsorten schweigen. Und Steinmeier wäscht unsere Hände in Unschuld. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder lässt mitteilen, dass die USA die Suppe, die sie sich eingebrockt hätten, auch alleine auslöffeln könnte.

Nun hören wir von den Experten, dass die Krise doch auch die Chance einer Annäherung der Amis an den Iran böte. Das wäre dann das Gesellensteck des Friedensnobelpreisträgers. So wird der Flächenbrand bekämpft: Das schiitische Mullah-Regime aus Teran rettet das schiitische Regime in Bagdad mit amerikanischer Luftunterstützung vor der Invasion der sunnitischen Scharia. Und löscht den Flächenbrand.