Der Aufenthaltsort der drei verschwundenen jüdischen Talmut-Schüler ist unbekannt. Dass sie sich selbst in einer Höhle versteckt halten, kann als ziemlich unwahrscheinlich gehalten werden. Nichtmal die Hamas hat ernsthaft dementiert, dass es jemand aus ihren Kreisen war, der die Entführung geplant und durchgeführt hat. Wenn der Moderator der Deutschlandfunk-Sendung am heutigen Tag von “angeblich Entführten” spricht, ist das ein weiteres Beispiel in einer langen Kette von journalistischen Formulierungen, die die Glaubwürdigkeit der Israelis untermenieren und den “palästinensischen Terror” relativieren. Selten wird hierzulande vom Raketenbeschuss von Hamas oder Hisbollah berichtet, gerne aber immer von den israelischen “Vergeltungsangriffen”. Mit diesem Begriff markiert man gerne deren steinzeitmässige Unangemessenheit. Ein ordentlicher Jude lässt sich beschiessen und wehrt sich nicht.  Und bei der Suche nach den verschwundenen Staatsbürgern zieht er sich bitte die weißen Samthandschuhe über, mit denen er dann die Steine aufhebt, mit denen nach ihm geworfen wurde.

Es ist bedauerlich, dass fünf Araber in der Westbank bei der Suche nach den drei Jugendlichen zu Tode kamen. Es ist wohl zu erwarten, dass die Israel Defense Force solche Aktionen aus Gründen des Eigenschutzes den Finger am Abzug der Uzi haben und man von seinem Gegenüber erwartet, sich vorsichtig und angemessen zu verhalten.

Jedermann, der sehenden Auges und mit einem durchschnittlichen Menschenverstand gesegnet ist, kann recht leicht erkennen, dass die Israelis keine Wahl haben. Nicht nur keine Wahl, sich gegen Raketenangriffe und Schüsse, zu wehren. Sondern offensiv ihre Existenz zu verteidigen, indem man vorsätzlich präventiv tätig wird.