Dass die Steigerung von Feind Parteifreund ist, kann man gerade bei der FDP Hamburg sehen, die damit dem AfD-Dilettantenstadl in nichts nachsteht. Mit allen Mitteln wollen die Rudimente der Westerwelle-FDP, die alleine dazu diente, dem ehemals großen Vorsitzenden zum Genscher Light zu machen, die letzten liberalen Spurenelemente beseitigen. 

Die hübsche Katja Suding hat auf “Koch-Mehrin”-Art den letzten Wiedereinzug in die Hamburger Bürgerschaft geschafft und durfte sich im Anschluß als Tischdame des damals noch großen Vorsitzenden beim Drei-Königstreffen im Rampenlicht sonnen.

Seither hat man von ihr bundesweit nicht viel gehört und schon gar nichts, was auf liberales Gedankengut schließen liesse. Immerhin hat sie bereits die Klatschspalten mit der Trennung von ihrem Mann soweit bevölkert, dass diese Unerheblichkeit selbst mir nicht verborgen geblieben ist.

Die zweite im Zickenkrieg ist Sylvia Canel. Sie hat sich wie Frank Schäffler beim FDP-Establishment unbeliebt gemacht, weil sie als MdB gegen die rechtswidrige Euro-Rettung gestimmt und – noch schlimmer – polemisiert hat. Auf dem Weg zum sozialdemokratischen Mainstream werden Charakterköpfe wie sie oder der Sachse Holger Krahmer systematisch weggemobbt.

Es ist schon reichlich grotesk, dass Suding in einer mail an Canel ausschloß, gemeinsam auf einer Landesliste zu kandidieren, was im Anschluß unter “dem sanften Druck” Christian Lindners in einer “Klausursitzung” des Landesvorstandes exekutiert wurde. Das sind Methoden kommunistischer Kaderparteien und schadet der FDP obendrein. Mit einem liberalen Feigenblatt wie Canel würde die FDP vielleicht sogar für freisinnige Menschen wählbar.

Christian Lindner, der ja Teil der “Boygroup” war, die die FDP in die Katastrophe geführt hat,  und mit Rössler den mitfühlenden Liberalismus erfand, setzt auf Pseudoprotektionismus gegen amerikanische Konzerne, statt das Freihandelsabkommen zu befördern und so ein klassisches liberales Thema positiv zu besetzen. Er säubert die Partei systematisch von liberalen Köpfen, die irgendwie auch noch rechtsstaatliche Prinzipien vertreten soll.

Diese Partei hat ein Umsetzungs- und ein Erkenntnisprolem. Eine Clique junger Männer hat sich für lauter Versprechen wählen lassen, die sie nicht gehalten hat. Wenn jetzt als strategische Großtat die Versprechen kassiert werden, hat die Partei ihre Existenzberechtigung verloren. Und das sehen die Wähler schon flächendeckend so.

Um die versprengten Einzelkämpfer, die sich immer noch wie Sylvia Canel bemühen, sich zu behaupten und die Partei auf Kurs zu bringen, tut es mir ehrlich leid. Ihnen gehört meine Sympathie.