Wenn Sie normalerweise ein Produkt herstellen, sind sie bis zum Verkauf desselben für alle Kosten verantwortlich. Lieferung frei Haus. Sie können es in einem Ladengeschäft feilbieten oder die Versandkosten extra ausweisen. Für den Kunden gibt es am Ende einen Preis. Beim Strom ist das anders. Da zahlen sie nicht nur die Ökostromzwangsabgabe. Sondern über das Netzentgelt auch noch für Strom, den Sie gar nicht brauchen. Aber es kommt noch besser: Sie bezahlen sogar für Strom, den keiner braucht! Dafür wenigstens immer mehr.

Windräder sind scheußlich und verschandeln die Landschaft selbst in den abgelegensten Gebieten. Für ihre Betreiber und die Eigentümer der entsprechenden Flächen gerade in Gegenden, wo man nicht mal mehr einen Hund begraben möchte, sind sie eine Gelddruckmaschine. Denn sie müssen sich keinen Gedanken darüber machen, wie dieser Strom zum Verbraucher kommt. Dafür sind die so genannten “Netzbetreiber” verantwortlich. Die müssen auf eigene Kosten die entsprechenden “Windparks” anschließen und deren Strom teuer bezahlen, egal ob sie gerade einen Abnehmer dafür haben oder nicht.

Dafür erheben die “Netzbetreiber” ein “Netzentgelt”, dessen Höhe kein freier Marktpreis sondern Ergebnis der Regulierung durch die Regulierungsbehörde ist.  Die achtet darauf, dass der Gewinn der Netzbetreiber nicht überhand nimmt, auf die Entstehung der entsprechenden Kosten hat sie keinen Einfluss.

 

 

Wenn Sie aus dem Fenster sehen, scheint die Sonne und es ist windstill. Prima, die Windräder produzieren keinen Strom, muss ich also kein Netzentgelt bezahlen. Falsch gedacht. Denn das Netzentgelt wird nach anderen Kriterien ermittelt: Kosten des Netzes/verkauften Strom. Nicht produzierten. Und auch nicht produzierten. Wenn z.B. aus der Uckermark, direkt an der polnischen Grenze, Windstrom produziert wird, der nach NRW transportiert werden muss, dann zahlt der Uckermärcker Stromverbraucher per Netzentgelt für den Transport dieses Stroms einfach mal mit. Deshalb ist der Strompreis im Osten Deutschlands einfach mal viel teurer wie im benachbarten Berlin, wo es keine Flächen und vor allem keine Windkraft gibt.  Gerechter wird es, wenn die Off-Shore Windpars mal an´s Netz angeschlossen werden sollten, für deren ins Leere laufende Produktion wir ja schon heute bezahlen. Dafür zahlen alle Stromkunden mit einer Umlage.

Für die armen Brandenburger (das gilt natürlich auch für die Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhaltiner) wirkt sich das wie eine zwangsweise Deindustrialisierungsabgabe oder Hartz IV Steuer aus: Denn Industrieunternehmen brauchen Energie. Und die muss möglichst billig sein. Die ist nicht nur im industrialisierten und dichter besiedelten Westdeutschland billiger, wo die Netze natürlich mehr Menschen versorgen.

Im Moment ist der Stromverbrauch auf einem absoluten Tiefpunkt. Da aber offensichtlich Windstille herrscht, müssen wir den Strom aus den Windparks gerade mal nicht bezahlen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Bei gleißendem Sonnenschein produzieren die “Solaranlagen” auf den Hausdächern Strom in rauen Mengen, den keiner braucht. Deshalb müssen nicht nur Kraftwerke abgestellt werden, was den Anteil des “regenerativen Stroms” über die EEG-Zulage künstlich erhöht.  Denn die Netze sind auf Stabilität angewiesen. Es muß immer genau so viel Strom produziert werden,  wie benötigt. Ob zuwenig Strom gebraucht wird oder aber auch zuviel, ist egal. In beiden Fällen bricht das ganze Netz zusammen. Deshalb beschäftigen die Netzbetreiber zu Pfingsten zusätzliche Mitarbeiter. Die steuern das Netz so, dass der unnötig produzierte Strom irgendwie im Netz herum geschickt wird, bis es dunkel wird. Und das kann lange dauern. Anders gesagt: Je mehr Strom wir jetzt verbrauchen, desto billiger wird das prozentuale Netzentgelt.

Wieder ein Beispiel dafür, dass die “Energiewende” in die falsche Richtung führt: In die Katastrophe. Denn wenn in Teilen der USA der Strom nur ein Viertel wie hier kostet, sieht es im Ruhrgebiet bald aus wie in der Uckermark. Dann sind die Lebensverhältnisse wenigstens angeglichen.