Der spanische König tritt ab. Der Mann hat sich in den vergangenen Jahren ein wenig als Großwildjäger profiliert und seine Tochter scheint in die schmutzigen Geschäfte ihres Mannes verwickelt zu sein. Doch die Geschichte von Juan Carlos ist eine andere. Er hat sich um sein Land verdient gemacht und es vom Faschismus befreit. 

Denn der Thronfolger war vom Diktator Franco eigentlich als sein Nachfolger vorgesehen und in diesem Sinne erzogen. Er sollte eine absolute Monarchie führen und der Demokratie und dem Rechtsstaat die Stirn bieten.

Dass der Mann die Entwicklung eines freiheitlichen Rechtsstaates zuließ, war keine Konzession sondern Überzeugung. Er stand zur Demokratie und ihren Entscheidungen. Und er gab dem Land auch in einer Zeit Halt, als es von der baskischen ETA bedroht wurde und deren Terror zahlreiche Todesopfer kostete.

Als das spanische Militär den Faschismus wieder herstellen wollte und das Parlament stürmte, die Panzer an den Kasernen standen, trat Juan Carlos in der Uniform des Oberbefehlshabers vor die Fernsehkameras und befahl den Soldaten, in die Kasernen zurück zu kehren und Demokratie und Rechtsstaat zu respektieren.

Das reicht wohl, um sich verdient zu machen.