Keinen Grund zum Klagen hat das Prekariat. Denn ausweislich der Statistik wird es immer reicher. Ausserdem schrumpft es. Auch wenn alle Medien reißerisch verkündeten,  dass sich jeder dritte Deutsche keinen Urlaub leisten könne. Nach eigenen Angaben.

2008 konnten sich angeblich 74,8 Prozent der Befragten mindestens eine Woche Urlaub leisten. 2012 waren es vier Prozent mehr.  Konnten sich 2008 nach eigenen Angaben 89,1% nicht an jedem zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit leisten, so waren es 2012 91,8%. Das ist eine Verbesserung um rund 20%.

Die Befragung basiert übrigens nicht auf objektiven Daten sondern persönlichen Empfinden. Es soll Kreise geben, die das Wenige, was sie essen können, auch trinken. Und wer sich ein für seine Verhältnisse teures Auto, ein Eigenheim oder einen Schrebergarten leistet, braucht vielleicht keine Woche Flatrate-Saufen in Antalya.Und was ist eine vollwertige Mahlzeit?Und wie realistisch ist es, dass man sich die nicht leisten kann? Wirft man einen Blick in die Fleisch- und Fischregale von Aldi, Lidl und Co. wird schnell klar, dass selbst der Hartz IV Empfänger jeden zweiten Tag  feste Nahrung in ausreichender Menge zu sich nehmen kann, wenn er nur möchte.

Dass sich kaum einer mal eine unvorhergesehene AusDas gabe von knapp 1000 Euro leisten kann, ist auch kein Wunder. Gegen ein allumfassendes Heilsersprechen knöpft der Wohlfahrtsstaat jedem Bürger mindestens 50% seines Einkommens (Einkommenssteuer, Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung) und einen gehörigen Teil indirekt (Mehrwert-, Branntwein-, Sekt-, Tabak-, Mineralöl-,  Öko, Vergnügungs-, Kfz- oder Hundesteuer) ab. Da bleibt dann einfach nichts über für die hohe Kante.

Stattdessen fällt die gesamte Medienkorona auf die neue Schlagzeile von der vermeintlichen Volksverarmung rein und ergeht sich sichtlich genüsslich in der Beschreibung der weithin verarmenden Landstriche. Das ist ein Skandal.