NPD-Führer Holger Apfel, der letzten Winter im Unfrieden von seinen braunen Kameraden schied, ist wieder aufgetaucht. Frei mach dem Motto „Wer nichts wird, wird Wirt“ eröffnet der ehemalige Berufsherrenmensch eine Gaststätte auf Mallorca. Vom Ausländerfeind zum Ausländer ist es manchmal eben nur ein kurzer Weg.

In seiner „Maravillas Stube“ geht es ganz multi-kulturell zu, mit Schnitzel, Calamares Aioli und einer fremdstämmigen Kellnerin. Die südliche Sonne hat dem früher oft recht verbiestert wirkenden Apfel offenbar gut getan, denn in einem Interview mit der Lokalpresse lässt er generös verlauten: „Hier ist jeder willkommen, auch Linke und Menschen anderer Nationalitäten“. Es können also sogar die mallorquinischen Nachbarn bei Holger auf ein Bier vorbeischauen. Wie sich die Zeiten ändern!

Dennoch bleibt der Verdacht, dass dieser plötzliche Anfall von Willkommenskultur schnöde pekuniäre Gründe hat. Jeder Wirt will schließlich möglichst viele Gäste, da sind Herkunft und politische Ansichten letztlich egal, so lange am Ende des Tages die Kasse stimmt. Deswegen ist Marktwirtschaft eine probates Mittel gegen Rassismus. Wer Kunden und Geschäftspartner verschmäht, weil sie nicht in’s engstirnige Weltbild passen, der zahlt langfristig drauf. Dummheit lohnt sich einfach nicht.

Holger Apfel ist jetzt ein Unternehmer mit Migrationshintergrund, der die mallorquinische Kultur um niedersächsische Schnäpse bereichert. Ich wünsche ihm vor allem bei andersdenkenden und undeutschen Gästen viel Erfolg. Es ist nie zu spät für einen Neuanfang, beruflich wie geistig.