In unregelmässigen Abständen vergibt FdoG den Heinz-Klaus Mertes-Preis für die schlechteste Live- Berichtersstattung. Diesmal für die beiden oben genannten Moderatoren des n-tv News-Spezial zum Grubenunglück in der Türkei. 

Offensichtlich  ist die Lage unklar und noch mehrere 100 Menschen unter Tage, deren Überlebenschancen wohl gering sind. Immer wieder zeigt das Live-Bild wie regungslose Körper, über denen Decken liegen, in Rettungswagen getragen werden, um abtransportiert zu werden.

Wie sie wissen, wissen sie nichts. Zusatzinformationen zu den gezeigten Bildern – Fehlanzeige. Stattdessen schwafeln die beiden von “Rettungsbahren”. Auf Bahren wird niemand geretttet. Er ist schon tot. Auf Tragen werden Verletzte transportiert. Die Mehrzahl der der durch eine schmale Gasse getragenen Personen sind offensichtlich nicht mehr am Leben. Dadurch, dass die Bilder immer wieder wiederholt werden, obwohl im Fenster daneben “Live” steht und die immer wieder werden die gleichen Beiträge gezeigt werden. Das nennt man glaube ich “formatiert”.

Schließlich ignoriert man die Aussagen eines Reporters vor Ort. Der erklärte klipp und klar, dass seit Stunden keine Lebenden mehr geborgen werden konnten. Ernst und wichtig wird fröhllich weiter spekuliert, ohne durch einen Hauch von Expertise zu glänzen. Es geht dabei nur darum, möglichst viele Zuschauer

Schlimmer war nur der N24-Moderator, der vor ein paar Jahren ankündigte. Gleich nach der Werbung sehen Sie die Kernschmelze – hier bei N24.

* Der Heinz-Klaus Mertes Preis wird in Erinnerung an die großartige Leistung des Chefredakteurs des Bayerischen Rundfunks bei der Kommentierung des Trauerzuges von Franz-Josef Strauß im Jahr 1988 von FdoG vergeben, der es nicht mal nötig hatte, die Pressemitteilung der Staatskanzlei zu lesen und vom ablaufenden Protokoll weniger Ahnung hatte wie jeder bayrische Gebirgsschütze, der vor dem Fernseher sass.