Seit der spätbekennende Waffen-SS-Soldat Günter Grass einst bei “Willy wählen”  tatkräftig die Sozialdemokratie unterstützte, gehört es für den rechtschaffenden öffentlich-rechtlichen B-Prominenten zum guten Ton, spätestens seit 1980 wahlweise Wahlaufrufe für die Grünen oder die SPD zu unterschreiben und so ein vermeintliches Gegengewicht zum Hirtenbrief der katholischen Kirche zu bilden, der von der Kanzel herab dem Kirchgänger verkündete, nur wer CDU oder CSU wählte, sei ein guter Christ. Das käme dem gemeinen Herrn Pastor heute ohnehin nicht mehr über die Lippen. Trotzdem hat die deutsche Sozialdemokratie unter großen Mühen bescheidene neun “Künstler” dazu überreden können, den früheren Bürgermeister und Spassbadbauer von Würselen,  Martin Schulz durch demokratische Wahl zum Präsidenten der Europäischen Union machen zu wollen. Eine gute Nachricht: Diesmal ist WaffenGG nicht dabei. Aber Iris Berben,  die sich sonst allerorten als Israel-Freundin outet. Und dem Land damit einen Bärendienst erweist. 

Iris Berben habe ich das erste Mal in der selten dämlichen “Comedy” zwei himmlische Töchter registriert. Berben fand ich sexy, während mir die “dann mach´ich mir einen Schlitz in´s Kleid” Ingrid Steeger zu blond, zu platt und zu vollbusig war. Dass Berben im Kapitalistendrama “Das Erbe der Guldenburgs” als deutsche “Sue Ellen” reüssierte, fand ich spannend, zumal sie immer stets hübscher erschien als das US-Original.

Berben bekannte, jahrzehntelang ohne gültigen Führerschein am Lenkrad am Strassenverkehr teilgenommen haben zu sollen, nahm mich vollständig für sie ein. Und dann entpuppte sich dieses attraktive Wesen auch noch als eine Freundin Israels. Und heimste mit fortgeschrittenen Alter auch zunehmend Renommée und Preise ein, während sich der Rest der deutschen Pseudo-Elite ja regelmässig als Symphatisant der vermeintlich von den Israelis unterdrückten “Palästinenser” versteht.

Martin Schulz ist der Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokratie für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Dem bisherigen Präsidenten des europäischen Parlaments (das gar kein richtiges Parlament ist) kann kein Mensch das Wasser reichen. Das hat der gelernte Buchhändler schon als Bürgermeister von Würselen bewiesen, als er den städtischen Haushalt in bester sozialdemokratischer Manier mit dem Bau eines Spassbades in den Ruin trieb.

In Israel bewies er nun auch Einfallsreichtum in der Semantik. Statt Äqui- erschuf er den Begriff Aqua-Distanz. Vor der Knesset stellte er rethorisch die Frage, ob es denn richtig sei, dass ein Israeli viermal so viel Wasser brauche wie ein arabischer Bewohner der “besetzten Gebiete”. Das habe ihn bei seinem Besuch in Ramallah ein arabischer Junge gefragt.  Was erstens so nicht stimmt und zum zweiten sicherlich nicht darauf zurück zu führen ist, dass Israel, den Arabern, die offensichtlich nicht in der Lage sind, sich selbst mit Wasser zu versorgen, solches vorbehalte. Das haben wir aber schon hier aufgeklärt.

Leute wie Schulz sind es, die mit  ihren schleichenden Unwahrheiten den Antisemitismus salonfähig machen. Wenn er so etwas bemerkt und das auch noch vor der Knesset, dann muss ja irgend etwas dran sein.

Gäbe es Facebook nicht, ich hätte vermutlich nie davon erfahren, dass moralische Instanzen wie Senta Berger oder “unser Lehrer Doktor Specht” Robert Atzorn Martin Schulz und die SPD wählen, oder wie der weltberühmte Schauspieler Heinrich Scharfmeister:

Ihr schimpft immer, dass „die da in Brüssel“ so fern ab sind. Dann wählt einfach Martin Schulz. Der ist zum Anfassen.“

Na das ist doch mal was. Salon-Antisemitismus zum Anfassen. Chapeau, Frau Berben.