BIG DATA klingt irgendwie wie BIG BROTHER. Und da sind Dr. Döpfner, Irokese Sascha Lobo und Frank Schirrmachner einer Meinung: Nachdem der Klimawandel sich immer noch nicht einstellt, gibt es endlich wieder ein Objekt der Angst: Google und sein Algorhytmus. 

Der deutsche Intellektuelle fürchtet nicht um seine Existenz, sondern um seine Deutungshoheit, mit der er dem Leser die Welt erklärt. Der Demoskop muss daUngegen um seine Existenz fürchten, wenn die Klick-Zahlen endlich seine Ergebnisse falzifizieren. Der Unternehmer fürchtet letztlich nur um einen Teil seines Gewinns. Denn die klassischen Medien generieren selbst im Netz auch ohne Google genug Traffic. Dass Herr Döpfner einen Teil seines Gewinns an den Suchmaschinenhersteller dafür abgibt, dass der ihm noch mehr User zuführt, ist nichts anderes als die Gebühren, die er für die gedruckte Ausgabe an den Grossisten abdrücken muss.  Wie bei Google entscheidet der Kioskbesitzer über den Verkaufserfolg durch die Gestaltung der Auslage.

Matthias Döpfners Angstgeständnis ist – anders als das Schirrmacher-Geschwafel bei Beckmann – ein kluger Schachzug. Die Mobilisierung der veröffentlichten Meinung soll seinen Ruf nach Regulierung wirksamer machen, ohne dass er die explizit fordert. Aber letztlich ist auch der nicht notwendig. Denn das Monopol von Google bröckelt schon seit Jahren. Und da hilft auch Youtube nichts.

Denn das Geschäftsmodell der Suchmaschine wird längst durch die Social Networks beeinträchtigt. Und Facebook musste Whattsapp kaufen,  weil es schon selbst unter Druck geriet, wie einst Google mit dem Youtube-Kauf Zeit gewann.

Döpfner schreibt in seinem durchaus bemerkenswerten FAZ-Artikel, dass Monopole nur auf Zeit existieren können. Ihr Ende wird aber heute nicht mehr durch die Trägheit des Monopolisten determiniert sondern durch die Innovationskraft des Wettbewerbs. Vor rund 10 Jahren ging die vermeintliche Gefahr noch von Microsoft aus, dann von Apple und nun von Google, doch Facebook wird von der Süddeutschen schon in einer antisemitischen Karikatur verunglimpft. Was als nächstes kommt, kann keiner vorhersagen, nur dass Stanford und das amerikanische “Großkapital” bald schon das nächste Geschäftsmodell hervorbringen.

Anders gesagt. BILD gibt es wahrscheinlich immer noch gedruckt, wenn Google seine Vormachtstellung eingebüsst hat. Keine Angst, Herr Dr. Döpfner.

 

 

 

 

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