Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt es einen einzigen Grund. Wie Steve Jobs oder Google hatte Goebbels verstanden, dass die Leute ein preiswertes Endgerät brauchten, um seine Inhalte zu empfangen. So gesehen war der Volksempfänger das analoge I-Phone, bei dem man die Inhalte auch noch umsonst bekam. Kostenlos trifft es nicht, denn die meisten haben später bitter dafür bezahlt. Gelegentlich sogar mit ihrem Leben. Weil der Reichspropagandaminister mit den Massenmedien ein solches Schindluder trieb, fanden die Alliierten, man solle diese an ihrem Anfang stehende Technologie nicht privaten Hanseln und auch nicht dem Staat überlassen, obwohl die USA damit gar nicht so schlechte Erfahrungen gemacht hatten, ihr Rundfunkwesen von Anfang an privat zu organisieren. Nun hat das Bundesverfassungsgericht spät und erst auf Antrag bemerkt, dass das ZDF nicht staatsfern genug sei, um den Ansprüchen des Grundgesetzes zu genügen. Dieses Gericht ist aus der Zeit gefallen und richtet nicht auf der Basis der technologischen Realität.

 

Dass wir ein “Duales System” haben, bei dem die privaten Rundfunkanstalten mit dem doppelten Geld die Hälfte der Menge produzieren, die die Privaten auf die Reihe bekommen, liegt an der Einführung der Satellitentechnik Anfang der Achtziger Jahre. Radio Luxemburg machte bereits fröhliches Radio auf der Mittelwelle und brachte Größen wie Frank Elstner und Dieter Thomas Heck hervor. Und per Satellit hätte man in Windeseile aus dem Herzogtum am Rand der Eifel auch ein TV-Programm hervorgezaubert, das nicht unter dem Einfluß der deutschen Politik gestanden hätte und trotzdem den gesamten deutschen Sprachraum beschallt hätte.

Deshalb rang man sich schweren Herzens dazu durch, das Kabelfernsehen einzuführen. Über den damaligen Monopolisten Deutsche Bundespost konnte man so das unlieb gewordene Privatfernsehen kontrollieren. Dazu wurden eigens so genannte Rundfunkanstalten ersonnen und eingerichtet, die ebenfalls durch die Zwangsgebühren finanziert wurden und zu Beginn des Internet-Zeitalters auch gleich versuchten, per Lizenzerteilung den Bewegtbildverkehr im Netz unter ihre gebührenbescheidpflichtige Kontrolle zu bringen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk gehört abgeschafft. Jedermann kann jederzeit seine Bilder, Videos und Audio-Dateien jedermann zugänglich machen. Und solange 8 Milliarden Euro in dieses marode System fließen, fehlt das Geld, damit neues entstehen kann und sich eine dynamische Content-Industrie entwickelt. Dieses System ist alles andere als staatsfern. Nicht umsonst heisst Rat auf russisch Sowjet.