Der Bildungsbürger Günther Jauch, der aus öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren für die Produktion der nach ihm benannten Talk-Show alljährlich 10,5 Millionen Euro erhält und dafür eigens einen ehemaligen Schöneberger Gasometer umbaute, ist über die Stadtgrenzen hinaus als Immobilienliebhaber bekannt. Nicht nur im noblen Vorort Potsdams besitzt er zahlreiche Immobilien. Dass nicht jeder weiß, wieviele das sind, darauf legt er so viel Wert, dass er einen recherchierenden Bild-am-Sonntag-Journalisten gerichtlich verfolgen ließ, der die eigentlich öffentlich zugänglichen Grundbücher einsehen wollte, um einen Artikel unter dem Titel “Das Jauch Imperium” zu veröffentlichen, bei dem auch die Tatsache eine Rolle spielen könnte, dass man mit Immobilien hervorragend Steuern sparen kann. Wie man seine Steuerpflicht vermindert, das weiss auch Jakob Augstein, der seine Steuerpflicht als Spiegel Eigner durch die anhaltenden Verluste seines “Freitags” mindert und sich nun bei Jauch genüßlich über den Steuersünder Uli Hoeneß auslässt. Er weiss, wovon er spricht, wenn er sagt:   “Unser Steuersystem bevorteilt Leute, die Geld haben, zulasten von Leuten, die kein Geld haben.”Wie bigott. Die Sache rund macht ein gewisser  Hans-Ulrich Jörges, der seit Christiane Sabinsen seligen Angedenken zur Kulisse der deutschen Talk Show schlechthin gehört.

Der Mann firmiert als Journalist und stellt sich als “Freund” von Uli Hoeneß vor. Er plaudert Interna aus Gesprächen mit dem ehemaligen Bayern-Boss aus, die der ihm eben nicht im Interview als Journalisti gesagt sondern im freundschaftlichen Gespräch anvertraut hat und die ich hier bestimmt nicht wiederholen werde. Das ist gegenüber dem Freund illoyal aber vor allem so etwas wie ein Verstoß gegen den Berufsethos. Ausgerechnet er meint, über Hoeneß moralisch urteilen zu müssen: Natürlich sei der ein Sozialschmarotzer. Weil Jörges für seinen Verrat am Freund auch noch ein Honorar aus Zwangsgebühren kassierte, hat er das nicht nötig. Er kommt auch nicht in die Versuchung die Quittung für den Restaurantbesuch im Anschluß unberechtigterweise von der Steuer abzusetzen. Die “After-“Show, zu der er eingeladen ist, hat ihren Namen nicht von der englischen Bezeichnung eines Körperteils.

Mir ist schlecht