Es gibt nur drei Staaten, die über Öl, Gas oder vergleichbare Energiereserven verfügen und gleichzeitig das Prädikat des freiheitlichen Rechtsstaates  verdienen: Die USA, Großbritannien und Norwegen. Überall sonst herrscht früher oder später die Diktatur. Fast immer. Und das hat eine einfachen Grund: Wenn die Elite das Volk nicht zur Wertschöpfung braucht, nutzt man die Einnahmen aus dem Energieexport für die eigene Bereicherung und den Aufbau eines Repressionsapparates. 

Chavez, Machmut, Putin. Potentaten, die in Scheindemokratien vor allen Dingen eins fördern. Ihr eigenes Auskommen und das der eigenen Chorona. Für ihre persönliche Wohlfahrt ist die Wirtschaftsleistung des eigenen Volkes von geringfügiger Bedeutung. Statt in die Infrastruktur oder gar “die Bildung” – Siggy Pop zu investieren, landet ihr Geld auf Schweizer Konten und wird zum kleinsten Teil in Villen im Tessin oder an der Cote d´Azur, in Schiffe, die man kaum noch Luxusyachten nennen kann oder gleich in Fußballclubs investiert.

Auf der anderen Seite stehen die Machtjunkies, die ihre Religion, ob Islam oder Marxismus mit Waffengewalt und Repression über das eigene Volk zu bringen ud es gleichzeitig z.B. mit der Subvention der Brot- oder Benzinpreise gefügig zu halten. Das geht solange gut, wie die eigenen Einnahmen, die Kosten für die Subventionen und die Repression niedriger sind wie die Rohstoffeinnahmen und die Bevölkerung beherrschbar bleibt.

Deshalb sollte sich niemand darüber wundern, dass Wladimir Putin mit seiner gelenkten Scheindemokratie so gut daher kommt. Zwar ist das russische Volk ziemlich groß aber auch ziemlich verstreut. Das gilt zwar auch für die Ukraine aber Janukowitsch hatte eben das Pech, dass die selbst produzierte Kohle nicht einmal ausreichte, die eigene Bevölkerung zu versorgen. Er konnte sich seine Diktatur schlicht nicht mehr leisten.

Putin leidet unter einem anderen Phänomen. Weil er selbst keinen schonenden Umgang mit den Oligarchen kennt, ziehen die sich lieber aus dem Land zurück und bunkern ihre Milliarden lieber auf Konten in den Rechtsstaaten Europas oder auch gerne auf Zypern, wie wir unlängst erfuhren. Ihr Geld fehlt dann letztlich doch für den Ausbau des Repressionsstaats.

Deshalb ist für Putin die Krim, was für die Mullahs der Brotpreis ist. So wird der immer noch unter dem Zusammenbruch des zaristischen Sowjetreichs leidenden russischen Seele wieder Respekt eingeflöst. Die Krim-Show dient neben dem eigenen Ego auch der Bespaßung der eigenen Bevölkerung.

Wir haben uns von den Erdgas-Lieferungen der Russen abhängig gemacht, auch eine Folge der fatalen Energiewende – noch so ein Unwort: Wie wendet man Energie? Und zementieren mit unseren Zahlungen seine ungelenke Diktatur. Nun stecken wir in der Klemme und befördern die Unfreiheit und die Armut in Rußland. Und nicht nur dort.