Nein. Denn im Kapitalismus beutet der Kapitalist den Arbeiter aus und realisiert auf seine Kosten einen Profit. Das ist die ursprüngliche, marxistische Definition dieses Er spielt so all denjenigen in die Hände die eine marktwirtschaftliche Ordnung bekämpfen und Macht über die individuelle Freiheit gewinnen wurden.  merkwürdiger wird es, wenn man das Übel Raubtierkerhujoapitalismus verschlimmbessern will, etwa durch Implementierung von Zielen wie “Verteilungsgerechtigkeit” oder “Nachhaltigkeit” verbessern will. Wenn vermeintlich marktwirtschaftliche Kräfte auch noch Religionen und aus ihnen entstehende Wertvorstellungen mit diesem Begriff mischt und etwa einen nordamerikanisch-puritanistischen selbstausbeutenden Kapitalismus verneint und den freundlich-katholischen für annehmbar macht, schafft nicht mehr als eine grundlegende “Sprachverwirrung im politischen Denken.” 

Diesen Titel trägt ein 1969 erschienener Aufsatz von F.A. von Hayek. Seine grundlegende These lautet, dass durch falsche Begrifflichkeiten schon der Keim des Mißverständnisses entsteht, das die individuelle Freiheit eingrenzt. So wie derjenige, der den Begriff Kapitalismus verwendet, automatisch impliziert, dass die Verteilung der Faktoreinkünfte ungerecht sein könnte.

Besser spricht man deshalb von der Marktwirtschaft. Walter Eucken definiert diese als eine Ordnung, in der die Freiheit des Einen vor der Macht des Staates und der Macht des anderen durch negative Regeln – also Verbote – geschützt wird. Eine solche Ordnung funktioniert nur in einem freiheitlichen Rechtsstaat, der jedermann die Möglichkeit gibt, seine Interessen mit der Hilfe des staatlichen Gewaltmonopols durchzusetzen.

Sein Gegenteil ist die Diktatur, in der der Staat willkürlich in die Freiheitsrechte des Einzelnen eingreift und ihn zu einem bestimmten Verhalten zwingt. Dieses Verhalten dient dann nicht den Zielen und Präferenzen des Einzelnen sondern einem übergeordneten Ziel, zu dem der Staat einen Plan entwirft, der von allen befolgt werden soll. So gehört zur Diktatur automatisch eine Zentralverwaltungswirtschaft, eine marktwirtschaftliche Ordnung bedingt einen freiheitlichen Rechtsstaat.

Ob dieser Rechtsstaat demokratisch legitimiert ist, spielt dagegen keine Rolle. Im Gegenteil. In der Demokratie besteht die Gefahr, dass die Mehrheit dem Einzelnen gegen seinen Willen ihre Ziele aufzwingt und an der Verfolgung der eigenen Ziele hindert. In diesem Fall wird die staatliche Ordnung zur Organisation, die nur noch den Zielen der Organisation dient.

Es gibt also keine puritanische Marktwirtschaft und keine “entfesselten Märkte”. Märkte sind spontane Ordnungen (Hayek), auf denen Freiwilligkeit und Vertragsfreiheit oberstes Gebot sind. Daran ändert auch die Finanzmarktkrise nichts, bei der es sich nicht um Marktversagen gehandelt hat. Sie ist vielmehr eine Folge der Misesschen Interventionsspirale: Jede staatliche Intervention bedingt die nächste, die immer schneller auf die letzte folgt und immer tiefer greift. Die Finanzmarktkrise ist die Folge einer fatalen Politik der amerikanischen Zentralbank,die das Platzen einer Blase mit dem Aufblasen der nächsten bekämpft, die noch größer sein muss, um die negativen Wirkung der letzten Explosion zu negieren, bis sie selbst noch viel schlimmeres bewirkt.

Die Sprachverwirrung im politischen Denken entfaltet fatale Wirkungen in der Realität.