Es gab Zeiten, da fühlte sich München als heimliche Haupstadt. Dass es ein wenig vulgär und neureich daher kam, befreite es vom Verdacht, weiter als Hauptstadt der Bewegung zu firmieren. In jenen Zeiten war Michael Graeter bei der Abendzeitung – geduldet von der Verlegerin Friedman – mehr als nur ein Klatschreporter sondern eben der Chronist der Schickeria. Nun hören wir, dass der gebeutelte Mann des Boulevards einen Schlaganfall erlitten hat. Und seine alte Heimstatt, die Abendzeitung, hat Insolvenz angemeldet. München leuchtet dann doch wohl nicht mehr. Zumal ich heute bei “Who´s Perfect” Uwe Ochsenknecht begegnet bin, der ja auch in München, bei “Männer” mit Heiner Lauterbach reüssierte, der für dieselbe Firma mittlerweile Werbung macht. Graeter kann man nur alles Gute wünschen. Die Abendzeitung braucht wohl einen Generaldirektor Haffenloher alias Mario Adorf.