Friedman-Hass

Die Talk-Show von Michel Friedman schau ich mir nicht mal an. Mir wäre es als Gast unangenehm, ständig angetatscht und unterbrochen zu werden. Ich finde Friedmans Fragetechnik auch wenig erhellend. Ein Gespräch oder ein Erkenntnisgewinn kommt nicht zustande und Friedmans Auftritt grenzt an Impertinenz. 

Das hat auch der AfD – Spitzenkandidat Lucke erfahren und die richtige Konsequenz gezogen. Weil er nicht recht zu Wort kam, ist er einfach gegangen. Ich hätte als Gast einfach eine andere Masche gewählt. In einer Talk-Show schweigen, das hat aber noch keiner gebracht.

Dass die Vorzeigeadelige Beatrix von Storch streng konservative Ansichten pflegt, ist landläufig bekannt. Aus einer ihrer Äußerungen gleich “Rassismus” zu konstruieren, ist Teil von Friedmans vorhersehbarer Provokationsmasche. Davon kann dann aber doch keine Rede sein. Nur weil man für den Vorrang der deutschen Leitkultur plädiert (was ich gar nicht tue) muß man noch lange nicht islamophob sein.

Dass ich den gelernten Juristen für einen eitlen Fatzke halte, ist mein gutes Recht. Wenn sich bei Facebook antisemitischer Dreck über ihn entlädt, muss man sich vor ihn stellen. Und bemerken, dass dieses Land doch nicht ganz so viel aus der Geschichte gelernt hat wie behauptet.

Wer allerdings Lucke und die AfD für diesen Abschaum verantwortlich macht, ist nicht weniger einfältig als die Idioten, die einen solchen Mist verbreiten. Denn die Partei ist weder antisemitisch noch rassistisch. Und solchen Idioten sollte niemand auf den Leim gehen.