Kurz nach seiner Ankunft bei der WELT kann man über die Halbwertszeit von Matthias Mattusek nur spekulieren. Lange wird er wohl nicht verweilen. Mit seinem “Ich bin homophob und das ist gut so” hat er die versammelte Redaktion gegen sich aufgebracht und das journalistische Establishment beeilt sich, die tolerante Karte zu spielen. Ich finde das ganze eher unappetittlich. Und das kommt so: 

Wie, wo und mit wem jemand lebt, ist mir egal. Er hat das Recht dazu, so lange er jemanden findet, der seine Vorstellung teilt und dies auch freiwillig tut. Aber ich will davon nichts wissen. Es geht mich nichts an.

Ich finde auch, dass Matussek ein Recht auf seine Homophobie hat. Aber er soll mich damit in Ruhe lassen. Und natürlich darf seine Einstellung möglichst keinen Einfluß auf seine Profession haben. Und deshalb

 

Sexuelle Aufklärung in der Schule fand ich schon immer problematisch. Weil es nicht am Staat ist, Schüler “aufzuklären”. Auch das finde ich, ist etwas privates, das im Elternhaus besser aufgehoben ist. Wer schon mal Kinder erzogen hat, weiß, dass die Auseinandersetzung mit ihnen nicht zwingend bedeutet, dass sie die eigenen Wertvorstellungen oder Ideen übernehmen. Erziehung prägt nur durch Überzeugung. Aber die kann man nicht in die KITA oder die Schule delegieren. Sie bleibt Elternsache. Womit allerdings nicht gesagt ist, dass ich solche Einrichtungen ablehne. Nur das Heft aus der Hand sollte man sich nicht von ihnen nehmen lassen. Genauso wenig wie von Mattussek.