Auch wenn es die Gutmenschen nie verstehen werden: Spinnern rechter Provenienz – gegen linke haben sie ja nichts – muss die Möglichkeit gegeben werden sich öffentlich zu äußern. Das gebietet schon der Respekt vor der Meinungsfreiheit. Aber auch strategische Gründe sprechen dafür: Es ist immer hilfreich wenn man weiß, mit wem man es zu tun hat. So präsentiert sich Marine Le Pen heute in der WiWo als durchgeknallte Sozialdomina, die davon träumt mit harter Hand über ein ausländerfreies und planwirtschaftlich verwaltetes „wiedergeborenes Frankreich“ zu wachen:

Ein freies Land muss über seine Grenzen herrschen. Und ich will eine wirtschaftliche Souveränität durchsetzen, einen wirtschaftlichen Patriotismus. Französische Unternehmen sollen bei öffentlichen Ausschreibungen einen Vorteil haben.

Marktwirtschaft à la Le Pen geht ungefähr so: Wettbewerb ist gut und schön, aber wehe er ist „unloyal“, führt zu „Exzessen“ oder lädt zu „Missbrauch“ ein! Dann muss umgehend die Zentralgewalt eingreifen und verstaatlichen, was das Zeug hält. Zum Beispiel die Stahlindustrie, man will ja schließlich autark sein. Für das Volk gibt es Sozialopium in Form von Rente mit 60 und großzügigen Lohnzuzahlungen. Ausländer müssen allerdings raus, weil sie für weniger Geld arbeiten als Franzosen. Finanziert wird der Schlaraffenstaat durch Monetarisierung der Schulden und hohe Steuern für Konzerne. Wenn das Kapital gleich einem scheuen Reh die Biege machen will kommen Devisenbeschränkungen ins Spiel. Importzölle von drei Prozent sollen vor unfranzösischen Waren schützen, denn Madame ist auch Globalisierungskritikerin:

 Die Globalisierung folgt heute dem Prinzip: von Sklaven erschaffen, um es an Arbeitslose zu verkaufen

Selten hat jemand die dunkle Seite wohlfahrtsstaatlicher Politik so schön auf den Punkt gebracht. Oder um es mit Le Pen zu sagen: „Wir sind weder rechts noch links“. Stimmt, etatistischer Machbarkeitswahn war immer schon beides. Das macht ihn keinen Deut appetitlicher.